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Wegweiser auf einem Berg

Umweltbewusstes Verhalten

Umweltschutz, Klettern und Mountainbiken

Wandern auf Waldwegen, mit dem Mountainbike über Stock und Stein oder eine Klettertour in den Bergen - die Natur ist für Menschen ein unverzichtbarer Erholungsraum und Ruhepol zum hektischen Alltag.

Doch Wälder, Wiesen und Seen sind mehr als nur ein Ort der Entspannung für uns Menschen. Vor allem sind sie Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Damit das empfindliche Ökosystem nicht gestört wird, ist es wichtig, die Umwelt zu schützen und respektvoll mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen. In unserem Ratgeber findest Du daher Tipps und Regeln für ein umweltbewusstes Verhalten in der Natur.

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Auch heruntergefallene Äste dürfen nur mit Genehmigung des Waldeigentümers gesammelt werden.

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Die Brut- und Setzzeit vieler Waldtiere ist von April bis Juni.

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Eine leere Mülltüte passt in jeden Rucksack und sorgt für eine saubere Natur.

Umweltbewusstes Verhalten im Wald

Parken und Fortbewegen im Wald

Viele Waldbesucher stellen ihr Fahrzeug nicht ordnungsgemäß ab, parken am Wegesrand oder sogar mitten im Wald. Dabei können besonders im Sommer heiß gelaufene Katalysatoren Waldbrände verursachen. Außerdem kannst Du mit Deinem Fahrzeug erheblichen Schaden am Boden anrichten und beispielsweise die Fruchtbarkeit oder den Wasserhaushalt stören. Zum anderen versperrst Du möglicherweise Zufahrtswege für Forstfahrzeuge.

Daher gilt: Stelle Dein Fahrzeug nur auf gekennzeichneten Parkplätzen ab. Das Parkverbot gilt übrigens auch für Waldwege. Lediglich am Waldrand kannst Du Dein Fahrzeug abstellen, solange Du damit keine Zufahrt versperrst.

Als Fußgänger darfst Du den Wald meist auch abseits der Wege betreten. Allerdings solltest Du das nur mit erhöhter Vorsicht tun, damit keine Tiere oder Pflanzen zu Schaden kommen. Bei besonders geschützten und sensiblen Flächen gilt sogar ein generelles Verbot für das Verlassen der vorgeschriebenen Wege. Dazu zählen zum Beispiel bepflanzte Forstkulturen, Holzeinschläge und jagdliche Einrichtungen. Waldflächen können zudem von zuständigen Behörden oder dem jeweiligen Waldeigentümer auch durch ein Betretungsverbot befristet oder dauerhaft gesperrt werden. Beachte in diesem Falle mögliche Hinweistafeln. In Naturschutzgebieten gilt grundsätzlich, dass die gekennzeichneten Pfade nicht verlassen werden dürfen.

Pflanzen, Pilze und Holz sammeln

Die bunten Früchte des Waldes verführen regelmäßig Wanderer zum Pflücken und Sammeln. Jedoch dürfen Blumen, Beeren, Pilze und Co. nicht einfach so mit nach Hause genommen werden.

Generell gilt in der Natur der allgemeine Artenschutz für sämtliche wildlebende Arten. Jedoch gibt es auch eine entscheidende Ausnahme. So darfst Du Pflanzen laut Naturschutzgesetz in kleinen Mengen von ihrem Standort entfernen, wenn der Waldeigentümer es nicht ausdrücklich untersagt. Das gilt beispielweise für Beeren, Nüsse und Kräuter. Diese darfst Du für den Eigengebrauch ernten und verzehren. Bei Pilzen und Beeren entspricht das in etwa Mengen für ein bis zwei Mahlzeiten pro Person. Das Forstgesetz verbietet die Mitnahme von mehr als zwei Kilogramm Pilzen pro Tag. [1]

Für wildwachsende Blumen gibt es die sogenannte "Handstraußregelung". Alles, was Du in einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger umfassen kannst, darfst Du auch mitnehmen. Ausgenommen sind die bekannten Frühjahrsblüher, die wichtige Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten sind. Darunter fallen zum Beispiel auch die beliebten Weidenkätzchen.

Vollkommene Verbote gelten für besonders schützenswerte Arten. Diese dürfen auch nicht in kleinen Mengen abgeschnitten oder geerntet werden. Beispiele für diese Arten sind Eisenhut, Enzian, Orchideen, Edelweiß und Farne. Auch einige Pilzsorten fallen unter diese Regelung. Steinpilze, Brätlinge, Pfifferlinge, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln können hingegen bedenkenlos geerntet werden.

Ebenfalls nicht erlaubt ist das Fällen von Bäumen und das Abschneiden von Ästen. Durch die Schnittwunden können Krankheitserreger den Baum befallen und diesen nachhaltig schädigen. Für den Eigenbedarf darfst Du eine geringe Menge an Rinden, Ästen und Holz vom Boden aufsammeln. Möchtest Du Holz sammeln und aus dem Wald mitnehmen, benötigst Du die Zustimmung des Waldeigentümers.

Wald- und Wildtiere respektieren

Bewegst Du Dich in der Natur, betrittst Du damit gleichzeitig den Lebensraum von vielen Tieren. Daher solltest Du Dich vor allem rücksichtsvoll und ruhig bewegen, da Dein Verhalten Einfluss auf den Stresslevel der Wald- und Wildtiere hat. Zu laute Geräusche oder achtlose Bewegungen können Tiere aufscheuchen oder gar deren Behausung zerstören. Besonders Felder und Wiesen mit hohem Wuchs sowie Dickicht solltest Du meiden. Und auch beim Picknicken ist es ratsam, auf Ameisenhügel, Nester oder kleine Höhlen zu achten und sich gegebenenfalls einen neuen Pausenplatz zu suchen.

Erhöhte Vorsicht gilt in der Brut- und Setzzeit (April bis Juni) sowie im Winter. Zu dieser Zeit sind viele Tiere aus eigenem Schutztrieb besonders empfindlich und oft auch aggressiver. Wie Du Dich am besten verhältst, wenn Dir ein Wildtier zu nah kommt, erfährst Du in unserem Beitrag Begegnung mit Wildtieren.

Erhöhte Aufmerksamkeit gilt auch, wenn Du selbst mit einem Tier unterwegs bist. Dein Hund sollte daher immer angeleint sein. Auch wenn Du ihn unter Kontrolle hast – ein schnell flüchtendes Tier kann dennoch eine ungewollte Verfolgungsjagd auslösen.

Beachte zum Leinenzwang die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes.

Umweltbewusstes Verhalten
Umweltbewusstes Verhalten
Umweltbewusstes Verhalten
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Richtig mit offenem Feuer umgehen

In den warmen Sommermonaten ist das Grillen in der Natur ein beliebter Freizeitvertreib. Jedoch geht nicht jeder achtsam mit Feuer um und hält sich an die Gesetze. So gibt es in Österreich durchschnittlich 200 Waldbrände pro Jahr.[2] Hauptursache ist menschliches Handeln.[3] Dabei ist das Erzeugen eines offenen Feuers im Wald strengstens verboten. Das gilt im Übrigen auch für das Rauchen im Wald. Wer eine Feuerstelle errichten möchte, braucht die schriftliche Genehmigung des Waldbesitzers. Außerhalb von Wäldern muss meist ein Mindestabstand von 100 Metern zum nächsten Waldgebiet oder leicht entzündbaren Stoffen eingehalten werden. In Nationalparks ist Feuer meist komplett untersagt. Allerdings solltest Du hier unbedingt die jeweiligen Gesetze der Bundesländer beachten.[]

Müll vermeiden und mitnehmen

Lass Deinen Müll nicht im Wald liegen. Er stört nicht nur die Ästhetik, sondern ist vor allem eine Gefahr für die tierischen und pflanzlichen Bewohner des Waldes. Mit den folgenden Tipps kannst Du Müll vermeiden bzw. reduzieren:

  • Verwende nachfüllbare Trinkflaschen.
  • Kaufe unverpacktes Obst und Gemüse.
  • Verwende Brotdosen und andere wiederverwendbare Verpackungen.
  • Nimm Stoffbeutel statt Plastiktüten.
  • Verwende gebrauchte Akkus für Deine elektronischen Outdoorgeräte anstelle von Batterien.
  • Verwende elektronische Reisetickets.

Nicht immer lässt sich Müll gänzlich vermeiden. Tipp: Eine leere Mülltüte passt in jeden noch so vollen Rucksack. So hast Du sie immer griffbereit und kannst Deinen Müll problemlos bis zum nächsten Abfallbehälter transportieren.

Umweltschutz und Outdoor-Aktivitäten

Die Natur bietet nicht nur Erholung, sondern auch vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Besonders Bäume verleiten Kinder wie Erwachsene oftmals zum Klettern. Dabei ist das nicht in jedem Fall gestattet und kann auch schnell gefährlich werden. Achte daher unbedingt auf die regionalen Bestimmungen und halte nach Verbots-Schildern Ausschau. Generell solltest Du auch vor allem alte Bäume meiden. Diese sind oft durch Naturschutzgesetze geschützt. Klettere außerdem nur auf Bäume, wenn dort keine Vögel brüten. Tipp: In sicherer Umgebung kannst Du Dich zum Beispiel auch in einem Kletterwald austoben. So gefährdest Du weder Dich, noch die Waldbewohner.

Eine weitere beliebte Outdoor-Aktivität ist das Angeln.Generell ist das jedoch nur mit einer gültigen Fischerkarte erlaubt. Außerdem musst Du zusätzlich den Waldbesitzer oder Forstarbeiter um Erlaubnis bitten.

Naturverträgliches Klettern in Österreich

Das Naturerlebnis ist ein fester Bestandteil des Klettersports. Allein in Tirol gibt es 5.000 Sportkletterrouten und 600 Mehrseillängentouren zu entdecken.[5] Da der Sport ständig an Popularität gewinnt, sollte die Schonung der Felsnatur ein festes Element des Kletterns sein.

Auch wenn Felsen auf den ersten Blick nicht den Eindruck des blühenden Lebens vermitteln, so sind sie doch essentieller Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen. Streifenfarne und immergrüne Felsenblümchen schlagen ihre Wurzeln. Fledermäuse, Siebenschläfer, Mauereidechse und Wanderfalken ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Daher ist es wichtig, die örtlichen Kletterregeln einzuhalten. So bleiben die Natur- und Lebensräume lange intakt – ebenso das Klettergebiet mit all seinen Möglichkeiten.

Das naturverträgliche Klettern beginnt schon in der Vorbereitung. Generell gilt:

  • Nutze vorhandene Wege für den Zustieg und Abstieg
  • Störe die Nester felsbrütender Vögel nicht.
  • Setze felsschonende Sicherungstechnik
  • Hinterlasse keinen Müll am Berg.

In jedem Klettergebiet und jedem Gebirge gelten jedoch andere Bestimmungen. Informiere Dich also vorab über die jeweiligen Regelungen. Diese erfährst Du am besten über:

Drei junge Kolkraben sitzen auf einem Felsen in ihrem Nest

Einen besonderen Schwerpunkt bei den Vorgaben zum Klettern bildet zudem der Vogelschutz. Kolkraben, Wanderfalken und Uhus sind bekannte felsbrütende Vögel. Die örtlichen Regeln sind jeweils aktuell an die tatsächliche Brutzeit angepasst. Am jeweiligen Fels befindet sich dann eine Plakette zur Kennzeichnung der Sperrung.

Auch was die Anreise anbelangt, kannst Du nachhaltig handeln und Deine Umwelt schützen. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, fahre mit dem Rad oder bilde Fahrgemeinschaften. Auf dem direkten Weg zum Felsen solltest Du Pfade und Wege nutzen. Am Felsen siehst Du oft Hinweisschilder für den Zustieg bzw. Informationstafeln bei Sperrungen.

Neben den Kletterregeln gelten selbstverständlich die allgemeinen Regeln zum Verhalten in der Natur.

Umweltschutz und Mountainbiken

Auch das Mountainbiken ist eng mit der Natur verbunden. Du bewegst Dich mit Deinem Bike über Stock und Stein. Deswegen hat das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit der Österreichischen Bundesforste AG Fair-Play-Regeln zum umwelt- und sozialverträglichen Biken aufgestellt. Sie lauten:

  • Fahre nur auf Wegen!
  • Hinterlasse keine Spuren! Mit blockierenden Rädern nur im Notfall bremsen!
  • Halte Dein Mountainbike unter Kontrolle! Passe die Geschwindigkeit der Situation an!
  • Respektiere andere Naturnutzer! Vermindere die Geschwindigkeit beim Passieren!
  • Nimm Rücksicht auf Tiere! Verlasse zur Dämmerung den Wald und lass den Tieren ihre Ruhe!
  • Plane im Voraus! Denke an Schutzkleidung, Proviant und Werkzeug!
  • Handle verantwortungsvoll!

Wenn Du mit dem Mountainbike unterwegs bist, gelten zudem natürlich auch die üblichen Regeln zum Verhalten im Wald und in der Natur, wie Müll vermeiden und richtig mit offenem Feuer umgehen. So kannst Du schon mit einfachen Schritten zum richtigen Verhalten in der Natur beitragen und Deine Umwelt schützen.

Fazit: Auf umweltbewusstes Verhalten achten ist nicht schwer

Schon mit kleinen Taten kannst Du erheblich Deine Umwelt schützen. Müll vermeiden erfordert nur ein wenig Umdenken und das richtige Verhalten in der Natur sichert den Lebensraum der Wildpflanzen und -tiere. Schließlich nutzen wir das Wohnzimmer der Waldbewohner als Erholungsraum und Ruhepol für unsere Freizeitaktivitäten.

Quellen:

[1] https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/375/Seite.3750050.html

[2] http://fire.boku.ac.at/firedb/

[3] http://www.wabo.boku.ac.at/waldbau/forschung/fachgebiete/bewirtschaftungskonzepte/waldbewirtschaftung-und-klimaaenderung/waldbrand/

[4] https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/brand/fva_waldbrand_wb6/wb6_1_uebersicht_waldgesetze.pdf

[5] https://www.tirol.at/reisefuehrer/sport/klettern

Bildquellen:

istock.com/BrianAJackson

istock.com/WilliamSherman