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Müll vermeiden und die Umwelt schützen – Rücksicht auf die Natur nehmen

Umweltbewusstes Verhalten - Die Umwelt schützen beim Wandern, Klettern und Mountainbiken

Umweltbewusstes Verhalten

Die Umwelt schützen beim Wandern, Klettern und Mountainbiken

Wandern auf Waldwegen, mit dem Mountainbike über Stock und Stein oder eine Klettertour in den Bergen – die Natur ist für Menschen ein unverzichtbarer Erholungsraum und Ruhepol zum hektischen Alltag.

Doch Wälder, Wiesen und Seen sind mehr als nur ein Ort der Entspannung für uns Menschen. Vor allem sind sie Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Damit das empfindliche Ökosystem nicht gestört wird, ist es wichtig, die Umwelt zu schützen und respektvoll mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen. In unserem Ratgeber und unserem praktischen PDF finden Sie daher Tipps und Regeln für ein umweltbewusstes Verhalten in der Natur.

Umweltbewusstes Verhalten im Wald

Parken und Fortbewegen im Wald

Viele Waldbesucher stellen ihr Fahrzeug nicht ordnungsgemäß ab, parken am Wegesrand oder sogar mitten im Wald. Dabei können besonders im Sommer heiß gelaufene Katalysatoren Waldbrände verursachen. Außerdem können Sie mit Ihrem Fahrzeug erheblichen Schaden am Boden anrichten und beispielsweise die Fruchtbarkeit des Bodens oder den Wasserhaushalt stören. Zum anderen versperren Sie möglicherweise Zufahrtswege für Forstfahrzeuge.

Daher gilt: Stellen Sie Ihr Fahrzeug nur auf gekennzeichneten Parkplätzen ab. Das Parkverbot gilt übrigens auch für Waldwege. Lediglich am Waldrand können Sie Ihr Fahrzeug abstellen, solange Sie damit keine Zufahrt versperren.

Als Fußgänger dürfen Sie den Wald meist auch abseits der Wege betreten. Allerdings sollten Sie das nur mit erhöhter Vorsicht tun, damit keine Tiere oder Pflanzen zu Schaden kommen. Bei besonders geschützten und sensiblen Flächen gilt sogar ein generelles Verbot für das Verlassen der vorgeschriebenen Wege. Dazu zählen zum Beispiel bepflanzte Forstkulturen, Holzeinschläge und jagdliche Einrichtungen. Waldflächen können zudem von zuständigen Behörden oder dem jeweiligen Waldeigentümer auch durch ein Betretungsverbot befristet oder dauerhaft gesperrt werden. Beachten Sie in diesem Falle mögliche Hinweistafeln. In Naturschutzgebieten gilt grundsätzlich, dass die gekennzeichneten Pfade nicht verlassen werden dürfen.

AchtungAuch heruntergefallene Äste dürfen nur mit Genehmigung des Waldeigentümers gesammelt werden.

AchtungAuch heruntergefallene Äste dürfen nur mit Genehmigung des Waldeigentümers gesammelt werden.

Pflanzen, Pilze und Holz sammeln

Die bunten Früchte des Waldes verführen regelmäßig Wanderer zum Pflücken und Sammeln. Jedoch dürfen Blumen, Beeren, Pilze und Co. nicht einfach so mit nach Hause genommen werden.

Generell gilt in der Natur der allgemeine Artenschutz für sämtliche wildlebende Arten. Jedoch gibt es auch eine entscheidende Ausnahme. So dürfen Sie Pflanzen laut Naturschutzgesetz in kleinen Mengen von ihrem Standort entfernen, wenn der Waldeigentümer es nicht ausdrücklich untersagt. Das gilt beispielweise für Beeren, Nüsse und Kräuter. Diese dürfen Sie für den Eigengebrauch ernten und verzehren. Bei Pilzen und Beeren entspricht das in etwa Mengen für ein bis zwei Mahlzeiten pro Person. Das Forstgesetz verbietet die Mitnahme von mehr als zwei Kilogramm Pilzen pro Tag.[1]

Für wildwachsende Blumen gibt es die sogenannte „Handstraußregelung“. Alles, was Sie in einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger umfassen können, dürfen Sie auch mitnehmen. Ausgenommen sind die bekannten Frühjahrsblüher, die wichtige Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten sind. Darunter fallen zum Beispiel auch die beliebten Weidenkätzchen.

Vollkommene Verbote gelten für besonders schützenswerte Arten. Diese dürfen auch nicht in kleinen Mengen abgeschnitten oder geerntet werden. Beispiele für diese Arten sind Eisenhut, Enzian, Orchideen, Edelweiß und Farne. Auch einige Pilzsorten fallen unter diese Regelung. Steinpilze, Brätlinge, Pfifferlinge, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln können hingegen bedenkenlos geerntet werden.

Ebenfalls nicht erlaubt ist das Fällen von Bäumen und das Abschneiden von Ästen. Durch die Schnittwunden können Krankheitserreger den Baum befallen und diesen nachhaltig schädigen. Möchten Sie Holz sammeln und aus dem Wald mitnehmen, benötigen Sie die Zustimmung des Waldeigentümers.[2]

InformationDie Brut- und Setzzeit vieler Waldtiere ist von April bis Juni. Während dieser Zeit gilt eine verstärkte Aufsichtspflicht für Hundehalter. In vielen Regionen tritt auch ein absoluter Leinenzwang in Kraft. Beachten Sie dazu die Regelungen der einzelnen Bundesländer.

InformationDie Brut- und Setzzeit vieler Waldtiere ist von April bis Juni. Während dieser Zeit gilt eine verstärkte Aufsichtspflicht für Hundehalter. In vielen Regionen tritt auch ein absoluter Leinenzwang in Kraft. Beachten Sie dazu die Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Wald- und Wildtiere respektieren

Bewegen Sie sich in der Natur, betreten Sie damit gleichzeitig den Lebensraum von vielen Tieren. Daher sollten Sie sich vor allem rücksichtsvoll und ruhig bewegen, da Ihr Verhalten Einfluss auf den Stresslevel der Wald- und Wildtiere hat. Zu laute Geräusche oder achtlose Bewegungen können Tiere aufscheuchen oder gar deren Behausung zerstören. Besonders Felder und Wiesen mit hohem Wuchs sowie Dickicht sollten Sie meiden. Und auch beim Picknicken ist es ratsam, auf Ameisenhügel, Nester oder kleine Höhlen zu achten und sich gegebenenfalls einen neuen Pausenplatz zu suchen.

Erhöhte Vorsicht gilt in der Brut- und Setzzeit (April bis Juni) sowie im Winter. Zu dieser Zeit sind viele Tiere aus eigenem Schutztrieb besonders empfindlich und oft auch aggressiver. Wie Sie sich am besten verhalten, wenn Ihnen ein Wildtier zu nah kommt, erfahren Sie in unserem Beitrag Begegnung mit Wildtieren.

Erhöhte Aufmerksamkeit gilt auch, wenn Sie selbst mit einem Tier unterwegs sind. Ihr Hund sollte daher immer angeleint sein. Auch wenn Sie ihn unter Kontrolle haben – ein schnell flüchtendes Tier kann dennoch eine ungewollte Verfolgungsjagd auslösen.

Beachten Sie zum Leinenzwang die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes.

Umweltbewusstes Verhalten
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Umweltbewusstes Verhalten
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Richtig mit offenem Feuer umgehen

In den warmen Sommermonaten ist das Grillen im Freien ein beliebter Freizeitvertreib. Jedoch geht nicht jeder achtsam mit Feuer um und hält sich an die Gesetze. So gibt es in Österreich durchschnittlich 200 Waldbrände pro Jahr.[3] Hauptursache ist menschliches Handeln.[4] Dabei ist das Erzeugen eines offenen Feuers im Wald strengstens verboten. Das gilt im Übrigen auch für das Rauchen im Wald. Wer eine Feuerstelle errichten möchte, braucht die schriftliche Genehmigung des Waldbesitzers.[5]

CheckEine leere Mülltüte passt in jeden Rucksack und sorgt für eine saubere Natur.

CheckEine leere Mülltüte passt in jeden Rucksack und sorgt für eine saubere Natur.

Müll vermeiden und mitnehmen

Lassen Sie Ihren Müll nicht im Wald liegen. Die zunehmende Waldverschmutzung ist nicht nur unangenehm anzusehen, sondern stellt vor allem eine Gefahr für die tierischen und pflanzlichen Bewohner des Waldes dar. Die Waldtiere verheddern sich oft in Plastikschnüren oder stecken ihren Kopf in zurückgelassene Dosen und können sich selbst nicht befreien. Um den Tieren solche Qualen zu ersparen, müssen alle Waldbesucher Verantwortung übernehmen und ihren Abfall aus dem Wald entfernen. Mit den folgenden Tipps können Sie Müll reduzieren oder gänzlich vermeiden:

  • Verwenden Sie nachfüllbare Trinkflaschen.
  • Kaufen Sie unverpacktes Obst und Gemüse.
  • Verwenden Sie Brotdosen und andere wiederverwendbare Verpackungen.
  • Benutzen Sie Stoffbeutel statt Plastiktüten.
  • Verwenden Sie gebrauchte Akkus für Ihre elektronischen Outdoorgeräte anstelle von Batterien.
  • Verwenden Sie elektronische Reisetickets.

Nicht immer lässt sich Müll gänzlich vermeiden. Trotzdem gibt es nie einen Grund, den eigenen Abfall in der Natur zurückzulassen. Tipp: Eine leere Mülltüte passt in jeden noch so vollen Rucksack. So haben Sie sie immer griffbereit und können Ihren Müll problemlos bis zum nächsten Abfallbehälter transportieren.

Umweltbewusstes Verhalten bei Outdoor-Aktivitäten

Die Natur bietet nicht nur Raum zur Erholung, sondern auch vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Besonders Bäume verleiten Kinder wie Erwachsene oftmals zum Klettern. Dabei ist das nicht in jedem Fall gestattet und kann auch schnell gefährlich werden. Achten Sie daher unbedingt auf die regionalen Bestimmungen und halten Sie nach Verbots-Schildern Ausschau. Generell sollten Sie vor allem alte Bäume meiden. Diese sind oft durch Naturschutzgesetze geschützt. Klettern Sie außerdem nur auf Bäume, wenn dort keine Vögel brüten. Tipp: In sicherer Umgebung können Sie sich zum Beispiel auch in einem Kletterwald austoben. So gefährden Sie weder sich noch die Waldbewohner.

Eine weitere beliebte Outdoor-Aktivität ist das Angeln. Generell ist das jedoch nur mit einer gültigen Fischerkarte erlaubt. Außerdem müssen Sie zusätzlich den Waldbesitzer oder Forstarbeiter um Erlaubnis bitten.

Naturverträgliches Klettern

Das Naturerlebnis ist ein fester Bestandteil des Klettersports. Allein in Tirol gibt es 5.000 Sportkletterrouten und 600 Mehrseillängentouren zu entdecken.[6] Da der Sport ständig an Popularität gewinnt, sollte die Schonung der Felsnatur ein festes Element des Kletterns sein.

Auch wenn Felsen auf den ersten Blick nicht den Eindruck des blühenden Lebens vermitteln, so sind sie doch essentieller Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen. Streifenfarne und immergrüne Felsenblümchen schlagen ihre Wurzeln. Fledermäuse, Siebenschläfer, Mauereidechse und Wanderfalken ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Daher ist es wichtig, die örtlichen Kletterregeln einzuhalten. So bleiben die Natur- und Lebensräume lange intakt – ebenso das Klettergebiet mit all seinen Möglichkeiten. Generell gilt:

  • Nutzen Sie vorhandene Wege für den Zustieg und Abstieg.
  • Stören Sie die Nester felsbrütender Vögel nicht.
  • Setzen Sie felsschonende Sicherungstechnik
  • Hinterlassen Sie keinen Müll am Berg.
Rücksicht auf Tiere nehmen – Drei junge Kolkraben sitzen auf einem Felsen in ihrem Nest.

In jedem Klettergebiet und jedem Gebirge gelten jedoch andere Bestimmungen. Informieren Sie sich also vorab über die jeweiligen Regelungen. Diese erfahren Sie am besten über:

  • regionale Kletterführer
  • Infotafeln vor Ort
  • Webseite: www.alpenverein.at

Einen besonderen Schwerpunkt bei den Vorgaben zum Klettern bildet zudem der Vogelschutz. Alpenkrähen, Bartgeier, Steinadler, Wanderfalken und Uhus sind bekannte felsbrütende Vögel. In manchen Kantonen wird während der tatsächlichen Brutzeit das Klettern an sensiblen Standorten eingeschränkt. Am jeweiligen Fels befindet sich dann eine Informationstafel zur Kennzeichnung der Sperrung.

Auch was die Anreise anbelangt, können Sie nachhaltig handeln und die Umwelt schützen. Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, fahren Sie mit dem Rad oder bilden Sie Fahrgemeinschaften. Auf dem direkten Weg zum Felsen sollten Sie Pfade und Wege nutzen. Am Felsen sehen Sie oft Hinweisschilder für den Zustieg bzw. Informationstafeln bei Sperrungen.

Neben den Kletterregeln gelten selbstverständlich die allgemeinen Regeln zum Verhalten in der Natur.

Regeln für umweltverträgliches Mountainbiken

Auch das Mountainbiken ist eng mit der Natur verbunden. Sie bewegen sich mit Ihrem Bike über Stock und Stein. Deswegen hat das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit der Österreichischen Bundesforste AG Fair-Play-Regeln zum umwelt- und sozialverträglichen Biken aufgestellt[7]. Sie lauten:

  • Fahren Sie nur auf ausgewiesenen Wegen.
  • Hinterlassen Sie keine Spuren, z. B. durch scharfes Bremsen.
  • Halten Sie Ihr Mountainbike fit, damit es den Sicherheitsvorschriften entspricht.
  • Passen Sie die Fahrgeschwindigkeit so an, dass Sie stets die Kontrolle über Ihr Mountainbike haben.
  • Respektieren Sie andere Naturnutzer.
  • Nehmen Sie Rücksicht auf die Tiere im Wald. Verlassen Sie spätestens zur Dämmerung den Wald, um die Tiere nicht zu stören.
  • Handeln Sie verantwortungsvoll.

Wenn Sie mit dem Mountainbike unterwegs sind, gelten zudem natürlich auch die üblichen Regeln zum Verhalten im Wald und in der Natur, wie die Müllvermeidung und der richtige Umgang mit offenem Feuer.

Fazit: Auf umweltbewusstes Verhalten achten ist nicht schwer

Schon mit kleinen Taten können Sie erheblich die Umwelt schützen. Mit nur ein wenig Umdenken und der richtigen Planung, können Sie Müll vermeiden und den Wald so für Waldbewohner und Waldbesucher sauber halten. Das richtige Verhalten im Wald sichert den Lebensraum der Wildpflanzen und -tiere. Schließlich nutzen wir das Wohnzimmer der Waldbewohner als Erholungsraum und Ruhepol für unsere Freizeitaktivitäten. Mit umsichtigem und rücksichtsvollem Verhalten helfen Sie dabei, dass der Wald als Erholungs- und als unverzichtbarer Lebensraum erhalten wird. So können Sie die Umwelt genießen und gleichermaßen zu ihrem Schutz beitragen.

Quellen

[1] https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/375/Seite.3750050.html

[2] https://www.oesterreich.gv.at/themen/freizeit_und_strassenverkehr/freizeit_im_wald/Seite.3750040.html

[3] http://fire.boku.ac.at/firedb/

[4] http://www.wabo.boku.ac.at/waldbau/forschung/fachgebiete/bewirtschaftungskonzepte/waldbewirtschaftung-und-klimaaenderung/waldbrand/

[5] https://www.bmnt.gv.at/forst/wald-gesellschaft/verhalten_wald/feuerimwald.html

[6] https://www.tirol.at/reisefuehrer/sport/klettern

[7] https://www.bmnt.gv.at/forst/wald-gesellschaft/verhalten_wald/radfahrenimwald.html

Bildnachweise:

istock.com/BrianAJackson

istock.com/WilliamSherman