Bremsen, Klingel und Beleuchtung gehören zur Ausstattung des verkehrssicheren Fahrrads

Verkehrssicheres Fahrrad – Was musst Du beachten?

Verkehrssicheres Fahrrad

Was musst Du beachten?

Ob Du eine längere Radtour planst oder bloß jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst – die Verkehrssicherheit Deines Rads muss ständig gewährleistet sein. Mit der richtigen Ausstattung sorgst Du für Deine eigene Sicherheit und schützt auch andere Verkehrsteilnehmer. Beim Fahrradkauf solltest Du daher darauf achten, dass Dein Rad über die nötige Sicherheitsausstattung verfügt. Für den Radsport entwickelte Fahrräder wie Mountainbikes oder Rennräder verfügen nicht in jedem Falle über diese vorgeschriebene Ausrüstung. Wenn Du bereits ein Fahrrad besitzt, musst Du sicherstellen, dass es auch nach längerer Zeit noch den Sicherheitsansprüchen gerecht wird. Eine Übersicht über die vorgeschriebene und empfohlene Ausrüstung von Fahrrädern sowie die wichtigsten Punkte für den regelmäßigen Sicherheitscheck findest Du in unserer praktischen Checkliste.

InformationWährend des Radfahrens ist das Telefonieren nur erlaubt, wenn man eine praktikable Freisprecheinrichtung nutzt. Das Schreiben von Nachrichten ist hingegen generell untersagt.[1]

InformationWährend des Radfahrens ist das Telefonieren nur erlaubt, wenn man eine praktikable Freisprecheinrichtung nutzt. Das Schreiben von Nachrichten ist hingegen generell untersagt.[1]

Ausstattung des verkehrssicheren Fahrrads

In Österreich wird durch die Fahrradverordnung (FVO) bestimmt, welche Vorgaben ein verkehrssicheres Fahrrad erfüllen muss.[2] Damit Sie also am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, muss Ihr Rad über folgende Sicherheitsausstattung verfügen:

Ausstattung des verkehrssicheren Fahrrads – Anforderungen laut StVZO
  • zwei voneinander unabhängig funktionierende Bremsen
  • helltönende Klingel oder andere Vorrichtung zur Abgabe von akustischen Warnzeichen
  • weißer, nach vorn wirkender Reflektor oder Rückstrahlmaterial nach Bestimmung der ECE-Regelung Nr. R 104
  • roter nach hinten reflektierender Rückstrahler oder Rückstrahlmaterial nach Bestimmung der ECE-Regelung Nr. R 104
  • zwei Reifen, deren Seitenwände durchgehend weiß oder gelb rückstrahlend sind oder Speichenrückstrahler Rückstrahlmaterial nach Bestimmung der ECE-Regelung Nr. R 104, die nach beiden Seiten wirken
  • festverschraubte, rutschfeste Pedale mit je zwei gelben Rückstrahlern oder gleichwertigen Einrichtungen
  • ein eigener Sitz mit eigener Haltevorrichtung und Pedalen bzw. Abstützvorrichtungen für den Transport von weiteren Personen
  • dynamobetriebener Scheinwerfer bzw. Rücklicht müssen ab einer Geschwindigkeit von 15km/h vorn eine Lichtstärke von 100 cd und hinten 1 cd erreichen

Verkehrssicheres Fahrrad – Die Fahrradbremse

Im Straßenverkehr sind funktionierende Bremsen unerlässlich, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu garantieren. Sie werden benötigt, um das Fahrrad sicher und zügig zum Stehen zu bringen und im Notfall Verkehrshindernissen auszuweichen. Laut § 1 der Fahrradverordnung müssen Fahrräder über zwei voneinander unabhängig wirkende Bremsen verfügen. „Voneinander unabhängig“ bedeutet, dass jeweils am Vorder- und Hinterrad eine Fahrradbremse vorhanden ist. Zur Bauart, Wirksamkeit oder Beschaffenheit der Bremsen werden keine genauen Vorschriften gemacht, weshalb unterschiedliche Bremstypen in Österreich zulässig sind.

Die meisten Fahrradbremsen werden über die Handhebel am Fahrradlenker betätigt. Dabei handelt es sich häufig um hydraulische Felgenbremsen. Bei Rennrädern werden hingegen oft Scheibenbremsen eingesetzt, die bei unterschiedlichen Wetterlagen eine gleichbleibend starke Bremsleistung vorweisen können.

Rücktrittbremsen werden hingegen kaum noch verwendet, da sie gegenüber anderer Bremsenbauarten eine geringere Bremskraft besitzen sowie im Notfall langsamer und ruckartiger funktionieren. Verboten ist die Rücktrittbremse jedoch nicht.

Fahrrad verkehrssicher – großer Rückstrahler an der Rückseite des Fahrrads

© iStock.com/Ekaterina79

Verkehrssicheres Fahrrad – Die Fahrradbeleuchtung

Neben den Bremsen ist vor allem die Fahrradbeleuchtung ausschlaggebend für die Verkehrssicherheit. Sie stellt sicher, dass Sie die Verkehrslage überblicken können und von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden. § 1 FV stellt genaue Vorschriften auf:

Fahrräder müssen mit einem oder auch zwei nach vorn gerichteten weißen Rückstrahlern ausgestattet sein. Diese müssen so eingestellt sein, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Ebenso kann der Reflektor in einen Scheinwerfer integriert werden. An der Rückseite müssen Fahrräder mindestens einen roten Rückstrahler besitzen. Rücklicht sowie Scheinwerfer sind nicht zwingend erforderlich, sofern Tageslicht und gute Sicht gewährleistet sind.

Als „lichttechnische Einrichtungen“ gelten auch Reflexfolie. Beachten Sie stets bei der Anwendung von Reflexfolie, dass diese der UNECE-Regelung Nr. R 104 entspricht.[3] Blinkende Scheinwerfer sind laut FV nicht zulässig.

Fahrrad verkehrssicher – Beratung beim Fahrradkauf

© iStock.com/pixelfit

Des Weiteren sind zwei Rückstrahler pro Pedal sowie zwei Rückstrahler pro Laufrad vorgeschrieben. Bei Rückstrahlern an den Laufrädern haben Sie die Wahl zwischen Speichenreflektoren („Katzenaugen“) und reflektierenden, weißen Streifen, die auf den Speichen oder Reifen angebracht werden.

CheckBei längeren Radtouren sollten Sie die notwendigsten Utensilien zur Wartung und Reparatur dabeihaben: Dazu zählen Werkzeug (mindestens Schraubenschlüssel und Inbusschlüssel), Flickzeug, Ersatzschlauch und Luftpumpe.

CheckBei längeren Radtouren sollten Sie die notwendigsten Utensilien zur Wartung und Reparatur dabeihaben: Dazu zählen Werkzeug (mindestens Schraubenschlüssel und Inbusschlüssel), Flickzeug, Ersatzschlauch und Luftpumpe.

Verkehrssicheres Fahrrad – Vor dem Kauf

Auf der Suche nach dem richtigen Velo stehen Sie vor vielen Entscheidungen: Soll es ein einfaches Tourenrad sein, das Sie durch urbanes Terrain begleitet? Benötigen Sie ein Trekkingrad, mit dem Sie längere Fahrradtouren, auf unwegsamem Gelände unternehmen können? Oder soll es ein spezielles, für den Radsport entwickeltes Fahrrad sein? Die Sicherheitsansprüche, die in der FV aufgelistet werden, gelten für alle Fahrräder, mit denen Sie am Straßenverkehr teilnehmen möchten. Überlegen Sie daher genau, für welchen Zweck Sie Ihr Fahrrad schließlich verwenden möchten.

Einstellungen für ein sicheres Fahrrad

Für das sichere Fahrradfahren ist es erforderlich, dass Ihr Rad zu Ihrem Körperbau passt: Bevor Sie die erste Tour mit Ihrem Fahrrad unternehmen, sollten Sie daher auf folgende Aspekte achten: Schaltung und Bremse müssen in einer bequemen Reichweite und einfach zu bedienen sein. Wenn Sie den Lenkergriff umfassen, sollten Ihre Arme dementsprechend leicht gebeugt sein. Die Bremsengriffe müssen so eingestellt sein, dass sich die Hebelenden seitlich betrachtet in einer Linie mit den Unterarmen befinden. Den Hebel müssen Sie mit Zeige- und Mittelfinger leicht greifen können.

AchtungIn Österreich herrscht derzeit eine Helmpflicht für Kinder unter 12 Jahren (Stand Februar 2019). Ein Helm schwächt Sturzverletzungen ab oder verhindert diese sogar vollständig und sollte deswegen auch von Erwachsenen getragen werden.

AchtungIn Österreich herrscht derzeit eine Helmpflicht für Kinder unter 12 Jahren (Stand Februar 2019). Ein Helm schwächt Sturzverletzungen ab oder verhindert diese sogar vollständig und sollte deswegen auch von Erwachsenen getragen werden.

Zusätzliche Ausstattung für das verkehrssichere Fahrrad

Zusätzlich zur vorgeschriebenen und unbedingt nötigen Fahrradausrüstung gibt es noch weitere Ausstattung, die für ein komfortables und sicheres Fahrrad empfehlenswert ist. Dazu zählen unter anderem:

  • Sicherheitslenker mit verdickten und weichen Enden, die bei einem möglichen Sturz vor Verletzungen schützen.
  • Ein Kettenschutz verhindert, dass Kleidung in die Fahrradkette gelangen kann. So können gefährliche Stürze verhindert werden. Einen Kettenschutz gibt es zum Beispiel in der Form von Kettenkästen oder Kettenschutzringen.
  • Um Taschen, Rucksäcke oder anderes Gepäck zu transportieren, sollten Sie einen Gepäckträger verwenden. Für kleineres Gepäck ist auch eine Lenkertasche denkbar. Hängen Sie beispielsweise eine Tüte an eine Seite des Lenkers, bringen Sie das gesamte Fahrrad damit gefährlich aus dem Gleichgewicht. Beim Bremsen oder Ausweichen kann es so schneller zu Unfällen kommen.
  • Schutzbleche bewahren Sie vor Schmutz und Matsch, der während der Fahrt auf schlammigem Untergrund hinaufspritzen könnte.
  • Eine Gangschaltung erleichtert das Fahren bei unterschiedlichen Anforderungen. So können Sie auch bei einer plötzlichen Steigung einfach in einen leichteren Gang wechseln. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie mit dem Fahrrad nicht mehr vorankommen oder sogar umkippen können.
  • Im übertragenen Sinne zählt auch Diebstahlschutz zur Sicherheitsausrüstung Ihres Fahrrades. Dieses Fahrradzubehör bewahrt Sie zwar nicht vor Verletzungen, dafür aber vor einem deutlichen Sachschaden.
Fahrrad verkehrssicher – ein regelmäßiger Sicherheitscheck ist nötig

© iStock.com/Animaflora

Für Ihre Sicherheit ist ein passender Fahrradhelm genauso wichtig wie ein technisch einwandfreies Rad. Der Helm muss richtig passen und ordnungsgemäß getragen werden: Er muss gerade auf dem Kopf und nicht zu tief im Nacken sitzen. Die Ohren sollten sich in dem Dreieck befinden, das durch die Riemen gebildet wird. Einen passenden Helm erkennen Sie daran, dass er bei lockerem Kinngurt nicht vom Kopf rutscht. Der Kinnriemen sollte immer nur so weit zugezogen werden, dass noch zwei Finger zwischen Gurt und Hals passen. So sitzt der Helm sicher, ohne Ihnen die Luft abzuschneiden.

Viele (vor allem erwachsene) Fahrradfahrer entscheiden sich hauptsächlich aus Komfortgründen gegen einen Helm. Experten gehen allerdings davon aus, dass viele Hirnverletzungen bei Stürzen durch einen Fahrradhelm verhindert werden können oder deren Schweregrad zumindest stark gemindert wird.

Regelmäßiger Sicherheitscheck für das Fahrrad

Wenn Ihr Fahrrad über die nötige Sicherheitsausstattung verfügt, sind Sie grundsätzlich schon auf der sicheren Seite. Allerdings ist es nötig, Ihr Fahrrad regelmäßig auf Mängel und Verschleiß zu überprüfen, um sicherzustellen, dass es den Ansprüchen an ein verkehrssicheres Fahrrad auch weiterhin genügt. Nach längeren Fahrpausen sollten Sie Ihr Rad genau überprüfen, also mindestens nach den Wintermonaten.

Um mögliche Defekte leichter ausfindig machen zu können, empfehlen wir Ihnen zunächst das Fahrrad von Verschmutzungen zu befreien. Anschließend sollten Sie beim Sicherheitscheck folgende Bauteile begutachten:

  • Bremsen: Überprüfen Sie das Profil der Bremsbeläge und ersetzen Sie diese, falls sie rissig oder stark abgenutzt sind. Die Verschleißgrenze liegt meist bei 0,5 Millimetern. In den Herstellerbeschreibungen finden Sie genaue Angaben, wann der Bremsbelag gewechselt werden muss.[4] Ansonsten befreien Sie Felgen- bzw. Scheibenbremsen und Bremsbeläge von Dreck und Öl mit Hilfe von Bremsenreiniger. Diese Teile dürfen auf keinen Fall geölt werden.
  • Reifen: Prüfen und korrigieren Sie den Reifendruck. Auf der Reifenflanke finden Sie Angaben zu den empfohlenen Luftdruckwerten. Diese liegen meist zwischen 2 und 4,5 bar.
  • Beleuchtung: Stellen Sie sicher, dass die Fahrradbeleuchtung funktioniert insbesondere, wenn Sie öfter im Dunklen unterwegs sind. Falls Sie einen Defekt bemerken, können Sie zunächst bei Birnen, Kabeln und Steckverbindungen nach der Ursache suchen. Überprüfen Sie auch, ob die Energiequelle intakt ist und gegebenenfalls aufgeladen werden muss. Alle weiteren reflektierenden Teile müssen zudem frei von Schmutz sein.
  • Schraubverbindungen: Kontrollieren Sie alle verbauten Schrauben und ziehen Sie lockere Schrauben fest.
  • Schaltung: Alle Gänge sollten sich problemlos schalten lassen. Wenn die Kette schleift oder springt, muss in den meisten Fällen die Zugspannung an der Spannschraube neu justiert werden.
  • Bewegliche Teile: Säubern Sie alle beweglichen Teile des Fahrrads (z.B. Kette, Schaltung, Pedale). Anschließend sollten Sie die betreffenden Teile ölen, damit sie weiterhin geschmeidig funktionieren und vor Rost geschützt bleiben.

Eine detaillierte Übersicht über die wichtigsten Punkte beim Sicherheitscheck finden Sie in unserer PDF-Checkliste. So können Sie die einzelnen Teile Ihres Fahrrads der Reihe nach überprüfen und dabei nötige Ausbesserungen kenntlich machen. Eine gründliche und zuverlässige Inspektion des Rads gehört auch zum Service von Fahrradwerkstätten und Händlern. Dort können Sie den Sicherheitscheck in die Hände von Experten legen, die eventuell auch gleich die notwendigen Reparaturen durchführen können.

Fazit – Diese Ausstattung braucht ein verkehrssicheres Fahrrad

Um zur Benutzung im Straßenverkehr zugelassen zu werden, muss ein Fahrrad eine Reihe an Sicherheitsvorgaben erfüllen. Zur vorgeschriebenen Ausstattung gehören eine Klingel, zwei voneinander unabhängig funktionierende Bremsen und zahlreiche reflektierende Elemente. Achten Sie bereits beim Fahrradkauf darauf, dass Ihr zukünftiges Rad diesen Standards entspricht. Wenn Ihr Fahrrad eine längere Zeit nicht benutzt wurde, sollten Sie alle wichtigen Bauteile auf Verschleiß und Defekte überprüfen. Somit steht Sicherheit und Fahrvergnügen nichts im Weg.

Quellen

[1] https://www.vienna.at/was-duerfen-fahrradfahrer-zehn-mythen-und-fakten/4027421

[2] https://www.jusline.at/gesetz/fv/paragraf/1

[3] https://www.radlobby.at/fahrradbeleuchtung

[4] https://www.radladen.at/dein-service/tipps-tricks/90-die-scheibenbremse-am-fahrrad