shop.global.1
Klassisches Yoga – Hatha Yoga

Klassisches Yoga – Hatha Yoga

Yoga hat seinen Ursprung vor rund 3.500 bis 5.000 Jahren in Indien[1]. Über die Jahrtausende haben sich zahlreiche Arten und Wege des Yoga herausgebildet, die im Kern die Vereinigung von Geist, Körper und Seele haben. Das traditionelle Yoga bezieht sich nicht nur auf körperliche Übungen, sondern ist vielmehr ein Lebensweg der Selbsterkenntnis und Harmonie.

In unserer heutigen, westlichen Kultur werden vor allem die körperlichen Übungen, die Asanas gelehrt. Mitte des 19. Jahrhunderts brachten westlich-ausgebildete Inder die Lebenseinstellung mit Übungen und Meditationen in den Westen. In den 1920ern eröffneten die ersten Yoga-Schulen in Berlin und Budapest. In den 90ern erkannten die Fitness-Gurus der USA das körperliche und gesundheitliche Potential von Yoga. Mit der Entwicklung der zahlreichen Arten von Yoga und wissenschaftlichen Studien als zunehmender Beweis seiner gesundheitlichen Wirkung wurde Yoga auch in Deutschland zum festen Bestandteil der Gesellschaft.

Hatha Yoga

Unser Begriff von Yoga bezieht sich vor allem auf die Yoga Art Hatha. Hierbei stehen Körper, Atemübungen und Meditation im Vordergrund. Hatha wurde erstmals im 15. Jahrhundert als Teil des Raja Yoga aufgezeichnet. Raja Yoga ist einer der 4 Yoga Wege zur Erleuchtung.

Hatha ist aus dem alten Sanskrit (altindisch) und bedeutet Kraft, Ausdauer und Energie[2]. Die Bestandteile des Wortes „Ha“ und „Tha“ bezeichnen Sonne und Mond. Symbolisch verbindet das Wort die gegensätzlichen Kräfte des Himmels zu einer Einheit.[3]

Die 3 Komponenten des klassischen Yogas

Das Hatha Yoga besteht aus den Asanas (Körperübungen), den Pranayamas (Atemübungen) und dem Shavasana (Tiefenentspannung, Meditation). Jeder Teil trägt seine eigene Wirkung zum Gesamtkonzept der Reinigung und Balancefindung bei.

Die Asanas

Die Asanas kräftigen deine Muskeln, Sehnen und Bänder. Sie lösen Verspannungen und setzen Energie frei. Es gibt verschiedene Übungen für spezielle Körperregionen. Einige Positionen wie der „herabschauende Hund“ strecken deine gesamte Wirbelsäule und die Schulterblätter[4]. Andere Übungen wie Pavanamuktasana („das was von Wind befreit“) wirken positiv auf Verdauung und die Organe[5]. Forscher der Wayne State University Detroit fanden heraus, dass sich 20 Minuten Hatha Yoga positiver auf unsere Hirnleistung auswirken als 20 Minuten Ausdauertraining. Übungen wie das Talasana (Palmenstellung) öffnen deinen Brustkorb, die Atmung wird freier und das Gehirn wird mit viel Sauerstoff versorgt.

Die Pranayamas

Die Pranayamas helfen dir deine natürliche Atmung zu finden. Dadurch wird mehr Sauerstoff in deinem Körper umgesetzt und die Lebensenergie, das Prana, wird frei. Atmen nehmen wir als selbstverständlich hin und denken oft nicht weiter darüber nach. Dadurch atmen wir in unserem Alltag flach und unbewusst. Wir ermüden viel schneller und fühlen uns erschöpft, weil das Gehirn und die Organe zu wenig mit dem wichtigen Sauerstoff versorgt werden. Atemübungen reinigen deine Lunge und beleben deinen Körper.

Das Shavasana

Am Ende deiner Yoga Session solltest du 10 bis 15 Minuten dem Shavasana widmen. Das sind spezielle Entspannungsübungen. Sie sorgen für den Abbau von Stresshormonen, stärken das Immunsystem und bringen Geist, Körper und Seele in den Zustand völliger Entspannung. Hast du weniger Zeit für deine Übungen, solltest du lieber ein Asana weniger durchführen, als die Tiefenentspannung zu vernachlässigen. Das Shavasana ist für Anfänger mit ein wenig Geduld verbunden, da nicht jeder sofort in den Zustand der Entspannung eintaucht. Aber von Mal zu Mal ist der Effekt der Erholung intensiver zu spüren.[6]

ein Paar beim Yoga

Andere Formen von Hatha Yoga

Aus dem Hatha Yoga haben sich über die Jahrzehnte viele neue Formen herausgebildet. Das macht die Übungen vielfältig. So findet sowohl der Anfänger als auch der langjährige Yogi seine Übungen. Egal, wie deine Fitness und mentale Kraft gerade sind – die Übungen lassen sich den eigenen Bedürfnissen anpassen und sorgen so für die richtige Balance.

Iyengar Yoga

Der Yogameister B.S.K. Iyengar wandelte das Hatha Yoga für seine Bedürfnisse ab. Er legte viel Wert auf die Asanas und die richtige Körperhaltung. Die Übungen werden mit Hilfe von Gurten, Blöcken und Decken ausgeführt. Sie sind gut geeignet für Einsteiger und weniger Gelenkige.[7]

Die Berliner Charité hat in einer Studie nachgewiesen, dass nur 90 Minuten Iyengar Yoga pro Woche chronische Nackenschmerzen besser lindern als die bekannten, standardisierten Nackenübungen. Es verbessert zudem emotionale Faktoren wie Angst, Depression und Lebensqualität.[8]

Tao Yin Yoga

Tao Yin ist die chinesische Version des Hatha Yoga. Es stärkt die Beweglichkeit, unseren Atem, die Wirbelsäule, streckt unsere Bänder und betont die Tiefenentspannung. Diese Yoga Art ist eine besonders gute Grundlage für Tai-Chi, Qigong und tiefe, lange Meditation.[9]

Dein Yoga Kurs

Yoga Kurse findest du auch in deiner Nähe. Über 70% der Sportstudios bieten es als Teil ihres Kursprogrammes an und es gibt rund 6.000 traditionelle Yoga Schulen in Deutschland.

Aufgrund der vielen positiven wissenschaftlichen Studien zum Hatha Yoga bieten einige Krankenkassen finanzielle Zuschüsse oder ganze Kostenübernahmen für entsprechende Kurse als vorbeugende Therapie an. Erkundige dich bei deiner Krankenkasse, ob sie dich auf deinem neuen Weg zum gesünderen Ich unterstützen kann.

Für Yoga brauchst du nicht viel: eine offene Einstellung zur Erkundung dieser neuen, spirituell angehauchten Welt, eine Yoga Matte und ein bequemes Sportoutfit.

Am Ende sowie am Anfang deiner Yogastunde wird der Yogalehrer seine Hände vor seine Brust führen, den Blick senken und dich mit „Namasté“ begrüßen. Viele Menschen verbinden diese Geste mit religiösen Gedanken, doch es handelt sich lediglich um eine Geste von Respekt. Zwei Seelen, die sich unabhängig von Ort, Zeit und Ego begrüßen und anerkennen. In diesem Sinne – Namasté.

ein Paar beim Yoga