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Wegweiser auf einem Berg

Umweltbewusstes Verhalten

Naturschutz beim Wandern, Klettern und Mountainbiken

Wandern auf Waldwegen, mit dem Mountainbike über Stock und Stein oder eine Klettertour in den Bergen - die Natur ist für Menschen ein unverzichtbarer Erholungsraum und Ruhepol zum hektischen Alltag.

Doch Wälder, Wiesen und Seen sind mehr als nur ein Ort der Entspannung für uns Menschen. Vor allem sind sie Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Damit das empfindliche Ökosystem nicht gestört wird, ist es wichtig, die Umwelt zu schützen und respektvoll mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen. In unserem Ratgeber findest Du daher Tipps und Regeln für ein umweltbewusstes Verhalten in der Natur.

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Grössere Mengen Brennholz dürfen nur mit Genehmigung aus dem Wald entwendet werden.

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Die Brut- und Setzzeit vieler Waldtiere ist von April bis Juli.

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Eine leere Mülltüte passt in jeden Rucksack und sorgt für eine saubere Natur.

Umweltbewusstes Verhalten im Wald

Parken und Fortbewegen im Wald

Viele Waldbesucher stellen ihr Fahrzeug nicht ordnungsgemäss ab, parken am Wegesrand oder sogar mitten im Wald. Dabei können besonders im Sommer heiss gelaufene Katalysatoren Waldbrände verursachen. Ausserdem kannst Du mit Deinem Fahrzeug erheblichen Schaden am Boden anrichten und beispielsweise die Fruchtbarkeit oder den Wasserhaushalt stören. Zum anderen versperrst Du möglicherweise Zufahrtswege für Forstfahrzeuge.

Im Wald gilt daher ein allgemeines Fahrverbot: Stelle Dein Fahrzeug also nur auf gekennzeichneten Parkplätzen ausserhalb des Waldes ab. Diese werden durch die Waldgesetze der Kantone geregelt und müssen durch Schilder explizit ausgewiesen sein. Das Parkverbot gilt übrigens auch für Waldwege, die in den meisten Kantonen ausschliesslich forstwirtschaftlich genutzt werden dürfen. Fahrradfahrer und Reiter haben Zugang zum Wald, aber müssen sich auf befestigte Waldwege beschränken.

Als Fussgänger darfst Du den Wald meist auch abseits der Wege betreten. Allerdings solltest Du das nur mit erhöhter Vorsicht tun, damit keine Tiere oder Pflanzen zu Schaden kommen. Bei besonders geschützten und sensiblen Flächen gilt sogar ein generelles Verbot für das Verlassen der vorgeschriebenen Wege. Dazu zählen zum Beispiel bepflanzte Forstkulturen, Holzeinschläge und jagdliche Einrichtungen. In Naturschutzgebieten gilt grundsätzlich, dass die gekennzeichneten Pfade nicht verlassen werden dürfen.

Pflanzen, Pilze und Holz sammeln

Die bunten Früchte des Waldes verführen regelmässig Wanderer zum Pflücken und Sammeln. Jedoch dürfen Blumen, Beeren, Pilze und Co. nicht einfach so mit nach Hause genommen werden.

Generell gilt in der Natur der allgemeine Artenschutz für sämtliche wildlebende Arten. Jedoch gibt es auch eine entscheidende Ausnahme. So darfst Du Waldprodukte laut Zivilgesetzbuch „in ortsüblichem Umfange“, also in kleinen Mengen und zu nicht kommerziellem Zweck, von ihrem Standort entfernen. Das gilt beispielweise für Beeren, Pilze und Kräuter. Diese darfst Du mit Mass und für den Eigengebrauch ernten und verzehren.[1]

Vom Plücken ausgenommen sind die bekannten Frühjahrsblüher, die wichtige Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten sind. Darunter fallen zum Beispiel auch die beliebten Weidenkätzchen.

Vollkommene Verbote gelten für besonders schützenswerte Arten. Diese dürfen auch nicht in kleinen Mengen abgeschnitten oder geerntet werden. Beispiele für diese Arten sind Gladiolen, Enzian, Orchideen, Alpen-Mohn und Tulpen. Auch einige Pilzsorten fallen unter diese Regelung. Steinpilze, Schweinsohren, Brätlinge, Pfifferlinge, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln können hingegen bedenkenlos geerntet werden.

Ebenfalls nicht erlaubt ist das Fällen von Bäumen und das Abschneiden von Ästen. Durch die Schnittwunden können Krankheitserreger den Baum befallen und diesen nachhaltig schädigen. Für den Eigenbedarf darfst Du eine geringe Menge an Rinden, Ästen und Holz vom Boden aufsammeln.

Wald- und Wildtiere respektieren

Bewegst Du Dich in der Natur, betrittst Du damit gleichzeitig den Lebensraum von vielen Tieren. Daher solltest Du Dich vor allem rücksichtsvoll und ruhig bewegen, da Dein Verhalten Einfluss auf den Stresslevel der Wald- und Wildtiere hat. Zu laute Geräusche oder achtlose Bewegungen können Tiere aufscheuchen oder gar deren Behausung zerstören. Besonders Felder und Wiesen mit hohem Wuchs sowie Dickicht solltest Du meiden. Und auch beim Picknicken ist es ratsam, auf Ameisenhügel, Nester oder kleine Höhlen zu achten und sich gegebenenfalls einen neuen Pausenplatz zu suchen.

Erhöhte Vorsicht gilt in der Brut- und Setzzeit (April bis Juli) sowie im Winter. Zu dieser Zeit sind viele Tiere aus eigenem Schutztrieb besonders empfindlich und oft auch aggressiver. Wie Du Dich am besten verhältst, wenn Dir ein Wildtier zu nah kommt, erfährst Du in unserem Beitrag Begegnung mit Wildtieren.

Erhöhte Aufmerksamkeit gilt auch, wenn Du selbst mit einem Tier unterwegs bist. Dein Hund sollte daher immer angeleint sein. Auch wenn Du ihn unter Kontrolle hast – ein schnell flüchtendes Tier kann dennoch eine ungewollte Verfolgungsjagd auslösen.

Beachte zum Leinenpflicht die Regelungen des jeweiligen Kantons.

Umweltbewusstes Verhalten
Umweltbewusstes Verhalten
Umweltbewusstes Verhalten
Umweltbewusstes Verhalten

Richtig mit offenem Feuer umgehen

In den warmen Sommermonaten ist das Grillen in der Natur ein beliebter Freizeitvertreib. Jedoch geht nicht jeder achtsam mit Feuer um und hält sich an die Gesetze. So gab es in der Schweiz in den letzten 20 Jahren durchschnittlich 90 Waldbrände pro Jahr. Hauptursache ist menschliches Handeln.[2] Obwohl das Feuern im Freien in der Schweiz laut Bundesgesetz nicht generell verboten ist, solltest Du stets mit äusserster Vorsicht vorgehen. Benutze die festeingerichteten Feuerstellen im Wald und lösche Feuer und Glut beim Verlassen sorgfältig. Achte vor allem bei trockenem Wetter auf die aktuellen Gefahrenmeldungen und befolge die möglichen Feuerverbote strikt. Bei starken Winden solltest Du auf das Feuermachen verzichten. In Nationalparks ist Feuer meist komplett untersagt. Allerdings solltest Du hier unbedingt die aktuell gültigen Richtlinien in den Kantonen beachten.[3]

Müll vermeiden und mitnehmen

Lass Deinen Müll nicht im Wald liegen. Er stört nicht nur die Ästhetik, sondern ist vor allem eine Gefahr für die tierischen und pflanzlichen Bewohner des Waldes. Mit den folgenden Tipps kannst Du Müll vermeiden bzw. reduzieren:

  • Verwende nachfüllbare Trinkflaschen.
  • Kaufe unverpacktes Obst und Gemüse.
  • Verwende Brotdosen und andere wiederverwendbare Verpackungen.
  • Nimm Stoffbeutel statt Plastiktüten.
  • Verwende gebrauchte Akkus für Deine elektronischen Outdoorgeräte anstelle von Batterien.
  • Verwende elektronische Reisetickets.

Nicht immer lässt sich Müll gänzlich vermeiden. Tipp: Eine leere Mülltüte passt in jeden noch so vollen Rucksack. So hast Du sie immer griffbereit und kannst Deinen Müll problemlos bis zum nächsten Abfallbehälter transportieren.

Naturschutz bei Outdoor-Aktivitäten

Die Natur bietet nicht nur Erholung, sondern auch vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Besonders Bäume verleiten Kinder wie Erwachsene oftmals zum Klettern. Dabei ist das nicht in jedem Fall gestattet und kann auch schnell gefährlich werden. Achte daher unbedingt auf die regionalen Bestimmungen und halte nach Verbots-Schildern Ausschau. Generell solltest Du auch vor allem alte Bäume meiden. Diese sind oft durch Naturschutzgesetze geschützt. Klettere ausserdem nur auf Bäume, wenn dort keine Vögel brüten. Tipp: In sicherer Umgebung kannst Du Dich zum Beispiel auch in einem Seilpark austoben. So gefährdest Du weder Dich, noch die Waldbewohner.

Eine weitere beliebte Outdoor-Aktivität ist das Angeln. Im Wald ist das jedoch nur mit einem Fischereipatent erlaubt. Ausserdem solltest Du zusätzlich den Waldbesitzer oder Forstarbeiter um Erlaubnis bitten.

Naturverträgliches Klettern

Das Naturerlebnis ist ein fester Bestandteil des Klettersports. In der Schweiz können unzählige Klettergärten und Kletterrouten erkundet werden. Da der Sport äusserst beliebt und für den Tourismus zentral ist, sollte die Schonung der Felsnatur ein festes Element des Kletterns sein.

Auch wenn Felsen auf den ersten Blick nicht den Eindruck des blühenden Lebens vermitteln, so sind sie doch essentieller Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen. Streifenfarne und immergrüne Felsenblümchen schlagen ihre Wurzeln. Fledermäuse, Siebenschläfer, Mauereidechse und Wanderfalken ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Daher ist es wichtig, die örtlichen Kletterregeln einzuhalten. So bleiben die Natur- und Lebensräume lange intakt – ebenso das Klettergebiet mit all seinen Möglichkeiten.

Die Kletterregeln des Clean Climbing sollen sicherstellen, dass das Gestein nicht sichtbar verändert wird.[2] Deswegen verzichtet diese Art des Kletterns auf Bohrhaken. Mobile Sicherungsmittel wie Keile und Schlingen werden vom vorsteigenden Kletterer angebracht und vom nachsteigenden Kletterer entfernt. Nach Beendigung der Klettertour soll der Fels möglichst keine Spuren menschlicher Aktivitäten aufweisen. Im Allgemeinen solltest Du bei jeder Klettertechnik folgende Regeln beachten:

  • Nutze bereits bestehende Zu- und Abstiege.
  • Schone Pflanzen und Nistplätze.
  • Halte das Klettergebiet sauber.
  • Benutze nur bestehende Feuerstellen.

In jedem Klettergebiet und jedem Gebirge gelten jedoch andere Bestimmungen. Informiere Dich also vorab über die jeweiligen Regelungen. Diese erfährst Du am besten über:

Drei junge Kolkraben sitzen auf einem Felsen in ihrem Nest

Einen besonderen Schwerpunkt bei den Vorgaben zum Klettern bildet zudem der Vogelschutz. Alpenkrähen, Bartgeier, Steinadler, Wanderfalken und Uhus sind bekannte felsbrütende Vögel. In manchen Kantonen wird während der tatsächlichen Brutzeit das Klettern an sensiblen Standorten eingeschränkt. Am jeweiligen Fels befindet sich dann eine Informationstafel zur Kennzeichnung der Sperrung.

Auch was die Anreise anbelangt, kannst Du nachhaltig handeln und Deine Umwelt schützen. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, fahre mit dem Rad oder bilde Fahrgemeinschaften. Auf dem direkten Weg zum Felsen solltest Du Pfade und Wege nutzen. Am Felsen siehst Du oft Hinweisschilder, die Dir die Richtung zum Zustieg weisen.

Neben den Kletterregeln gelten selbstverständlich die allgemeinen Regeln zum Naturschutz.

Naturschutz und Mountainbiken

Auch das Mountainbiken ist eng mit der Natur verbunden. Du bewegst Dich mit Deinem Bike über Stock und Stein. Abgeleitet von den Trail Rules der International Mountain Bicycling Association gibt es einige Verhaltensregeln, die Du für umweltverträgliches Mountainbiking in der Schweiz beachten solltest. Sie lauten:

  • Fahre nur auf Wegen!
  • Hinterlasse keine Spuren! Mit blockierenden Rädern nur im Notfall bremsen!
  • Halte Dein Mountainbike unter Kontrolle! Passe die Geschwindigkeit der Situation an!
  • Respektiere andere Naturnutzer! Vermindere die Geschwindigkeit beim Passieren!
  • Nimm Rücksicht auf Tiere! Verlasse zur Dämmerung den Wald und lass den Tieren ihre Ruhe!
  • Plane im Voraus! Denke an Schutzkleidung, Proviant und Werkzeug!

Wenn Du mit dem Mountainbike unterwegs bist, gelten zudem natürlich auch die üblichen Regeln zum Verhalten im Wald und in der Natur, wie Müll vermeiden und richtig mit offenem Feuer umgehen. So kannst Du schon mit einfachen Schritten zum richtigen Verhalten in der Natur beitragen und Deine Umwelt schützen.

Fazit: Auf umweltbewusstes Verhalten achten ist nicht schwer

Schon mit kleinen Taten kannst Du erheblich Deine Umwelt schützen. Müll vermeiden erfordert nur ein wenig Umdenken und das richtige Verhalten in der Natur sichert den Lebensraum der Wildpflanzen und -tiere. Schliesslich nutzen wir das Wohnzimmer der Waldbewohner als Erholungsraum und Ruhepol für unsere Freizeitaktivitäten.

Quellen:

[1] https://www.waldschweiz.ch/schweizer-wald/zu-gast-im-wald/wald-knigge/sammeln.html

[2] http://www.waldbrandgefahr.ch/de/waldbrand/waldbrandursachen-verhaltensregeln

[3] http://www.waldbrandgefahr.ch/de/waldbrand/waldbrandgefahr/aktuelle-lage/

[4] https://mountainwilderness.ch/it/bergsport/projekte/keepwild-climbs/clean-climbing/

Bildquellen:

istock.com/BrianAJackson

istock.com/WilliamSherman