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Familie beim Skifahren in den Bergen

Sicheres Verhalten auf der Skipiste

In der Winterzeit zieht es wieder tausende Schweizer auf die Ski-Hänge. Auf die schöne klare Luft, die fantastische Aussicht und das sportliche Vergnügen im Schnee freuen sich viele das ganze Jahr. Leider passieren beim Skifahren aber auch immer wieder Unfälle. Diese entstehen zumeist aus Unerfahrenheit, Unwissenheit oder mangelnder Selbstreflexion.

Wir geben einfache Verhaltenstipps für die Skipiste und einige Hinweise für eine gute Ausrüstung, mit denen Du sicherer unterwegs bist.

Verhalten beim Skifahren

Auch beim Skifahren solltest Du auf Dein Bauchgefühl hören und Dich nicht überschätzen. Es ist besser, sich nach und nach heran zu tasten, als sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen. Steigere Dich schrittweise und schätze Deine Fähigkeiten realistisch ein.

Bevor es richtig losgeht, ein paar Grundvoraussetzungen, die Du erfüllen solltest:

  • Fitness – Du musst wach, ausdauernd und in guter körperlicher Verfassung sein.
  • Technik – Musst Du beherrschen, um sauber, kontrolliert und kraftsparend zu fahren.

Unmittelbar vor dem Start solltest Du:

  • Aufwärmübungen machen – Dehne Deine Muskeln, um das Verletzungsrisiko zu mindern.
  • Deine Ausrüstung überprüfen – Wachsen und Schleifen der Ski gehört ebenso dazu wie ein Check der Bindungseinstellung. Servicepersonal kann Dir dabei helfen.

Das Wetter ist auch ein nicht unerheblicher Faktor beim Thema Sicherheit. Durch schlechte Sicht und Schneeverhältnisse wird die Abfahrt gefährlicher.

Ganz wichtig ist, dass Du aufmerksam auf der Piste unterwegs bist. Du solltest keine Kopfhörer tragen, da Du sonst herannahende Skifahrer zu spät oder gar nicht wahrnimmst. Ausserdem können sie Deinen Gleichgewichtssinn beeinflussen. Auch Alkohol hat auf der Piste nichts verloren. Auch wenn der Glühwein zum Aufwärmen in der Skihütte verlockend ist, beeinträchtigt Alkohol stark Deine Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit. Zur Sicherheit aller solltest Du daher beim Skifahren komplett auf Alkohol verzichten. Der alkoholfreie Punsch wärmt Dich genauso gut auf und wirkt sich nicht negativ auf Deine Leistungsfähigkeit aus.

Attention

Um sowohl Deine eigene Sicherheit als auch die der anderen Fahrer nicht zu gefährden, solltest Du mit den Markierungen und der Signalisation vertraut sein.

Die FIS-Verhaltensregeln für Wintersportler

Die Fédération Internationale de Ski hat zehn Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder aufgestellt, die das Miteinander auf der Piste regeln und als Grundlage zur Bewertung von Unfällen dienen.[1] Sie sind die absolute Basis des wintersportlichen Miteinanders (für Langläufer gibt es gesonderte Regeln). Der Inhalt lautet wie folgt:

  • FIS Regel 1: Rücksicht – Verhalte Dich so, dass Du niemanden gefährdest oder schädigst. Gegenseitige Rücksichtnahme ist die oberste Regel auf der Skipiste.

  • FIS Regel 2: Geschwindigkeit – Fahre nur so schnell, wie Du verantworten kannst. Passe Dein Tempo den Wetter- und Sichtbedingungen sowie der Verkehrsdichte auf der Piste an.

  • FIS Regel 3: Fahrspur – Wähle Deine Fahrspur so, dass Du andere Fahrer nicht gefährdest. Das gilt vor allem, wenn Du Dich von hinten einem anderen Skifahrer näherst.

  • FIS Regel 4: Überholen – Beim Überholen anderer Skifahrer musst Du genügend Abstand zum Fahrer einplanen. Achte dabei auch auf nachfolgende Skifahrer.

  • FIS Regel 5: Einfahren und Anfahren – Wenn Du in eine Piste einfahren oder nach einem Halt wieder starten willst, musst Du besonders auf andere Skifahrer achten.

  • FIS Regel 6: Anhalten – An engen oder unübersichtlichen Stellen solltest Du nicht anhalten. Wenn Du gestürzt bist, räume diese Bereiche unverzüglich.

  • FIS Regel 7: Aufstieg – Für den Aufstieg oder den Abstieg zu Fuss solltest Du am Rand der Abfahrt bleiben.

  • FIS Regel 8: Signale – Beachte die Markierungen und Signale auf der Piste.

  • FIS Regel 9: Hilfeleistung – Wenn Du einen Unfall bemerkst, bist Du verpflichtet Hilfe zu leisten.

  • FIS Regel 10: Ausweispflicht – Als Unfallbeteiligter oder Zeuge bist Du dazu verpflichtet, Deine Personalien anzugeben.

Schwierigkeitsgrade der Skipisten

Aus dem Gefälle ergibt sich eine farbliche Codierung der Pisten. Pauschal kann man sagen, je höher das Gefälle, umso riskanter ist die Piste. Festgelegt ist das in den Normen DIN 32912 und ÖNORM S 4610 f.

  • Blau: Die Skipiste hat nicht mehr als 25 % Längs- und Quergefälle, mit Ausnahme kurzer Teilstücke im offenen Gelände. Diese Pisten sind auch für Anfänger geeignet.
  • Rot: Die Skipiste hat nicht mehr als 40 % Längs- und Quergefälle, mit Ausnahme kurzer Teilstücke im offenen Gelände. Diese Pisten sollten nur von fortgeschrittenen Skifahrern befahren werden.
  • Schwarz: Die Skipiste hat mehr als 40 % Längs- und Quergefälle. Diese Pisten erfordern sehr gute Technik und viel Erfahrung. Sie sollten nur von sehr guten Skifahrern befahren werden.

In Nordamerika und Neuseeland sowie Schweden und Norwegen sind die Pisten anders markiert. Dennoch ist meist grün die einfachste Stufe und schwarz die schwierigste.[2]

Sessellift und eine Skipiste in den Bergen

Des Weiteren gilt: Bleib auf der Piste und überschreite die Markierungen nicht. Ab Lawinenwarnstufe 3 darfst Du nie über den Pistenrand hinausfahren. Lawinen- oder Gletschersperrgebiete dürfen niemals durchfahren werden, das gleiche gilt für gesperrte oder geschlossene Pisten. Beachte die Warnleuchten auf den Gebiets- oder Panoramatafeln im Tal oder an der Bergstation.

Ruhezonen beachten

Bei allem Spass auf der Piste darf man eines nicht vergessen: Wenn man sich in den Bergen sportlich betätigt, dringt man in den Lebensraum von Tieren ein. Um diese zu schützen, gibt es sogenannte Wildruhezonen und Wildschutzgebiete. In bestimmten Jahreszeiten, und in Ausnahmefällen auch das ganze Jahr, ist es in Wildruhezonen verboten Freizeitaktivitäten auszuüben. Dies ist besonders im Winter wichtig, denn zur Flucht gezwungene Tiere verbrennen Fettreserven, die zum Überleben notwendig sind. Wildschutzgebiete schränken sowohl die Jagd als auch Freizeitaktivitäten ein. [3]

Richtiges Verhalten an Sesselliften und Schleppliften

Es gibt zwei verschiedene Grundarten von Liften, den Schlepplift und den Sessellift. Mit ein wenig Übung sind beide Liftvarianten einfach für jeden Skifahrer nutzbar. Es gibt einige Verhaltensregeln, die den sicheren und reibungslosen Ablauf gewährleisten.[4] Wir können Dir an dieser Stelle nur allgemeingültige Hinweise geben – über besondere Regeln informierst Du Dich am besten beim Betreiber selbst.

Sichere Benutzung von Schleppliften:

  1. Stell Dich geordnet an und drängele Dich nicht vor. Ordne Dich bei Tellerliften idealerweise einzeln und bei Doppelbügeln paarweise ein, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden.

  2. Zum Einsteigen, nimm die Stöcke in die äussere Hand und tritt zügig an die Einstiegsstelle heran. Dann wende Dich nach innen und greif mit der freien Hand nach dem Schleppbügel.

  3. Setz Dich nicht auf den Bügel, sondern bleib aufrecht stehen, lehn Dich leicht dagegen und lass Dich ziehen.

  4. Halte während der Fahrt das Gleichgewicht. Bei Doppelbügeln solltest Du Dich weder nach aussen noch in Richtung Deines Bügelpartners lehnen.

  5. Bleib auf der Liftstrasse und fahre gleichmässig geradeaus.

  6. Wenn Du stürzt, solltest Du unverzüglich die Liftstrasse räumen.

  7. Sobald der Ausstieg naht, bereite Dich darauf vor. Achte darauf, dass Deine Kleidung nicht im Schleppbügel hängt.

  8. Der Ausstieg sollte zügig, aber nicht hektisch, in Richtung der vorgeschriebenen Seite erfolgen. Lass die Bügel einfach los und wirf sie nicht durch die Gegend.

  9. Verlasse sofort den Ausstiegsbereich, damit nachfolgende Fahrer Platz haben.

Sichere Benutzung von Sesselliften:

  1. Auch hier solltest Du beim Anstellen Disziplin bewahren. Kinder müssen eine Mindestgrösse erreichen, bevor sie mitfahren dürfen. Nutze jeden freien Platz, um unnötiges Warten zu vermeiden.

  2. Beim Einsteigen solltest Du Dich schnell zum Förderband oder an die Einstiegsstelle bewegen und die Stöcke in eine Hand nehmen. Dein Blick sollte nach hinten auf den herannahenden Lift gerichtet sein. Sobald Du Dich hingesetzt hast, wird der Bügel mit Rücksicht auf den Sesselpartner geschlossen. Deine Skier stellst Du auf das Raster und hältst sie ruhig.

  3. Während der Fahrt solltest Du auch ruhig bleiben und vor allem nicht schaukeln. Wirf keine Gegenstände nach unten. Das Rauchen ist im Liftbereich untersagt.

  4. Sollte der Lift unterwegs zum Stillstand kommen, bleib ruhig und beruhige auch Deinen Sesselpartner, falls das nötig sein sollte. Warte ab, bis Du Informationen bekommst und handle nicht auf eigene Faust. Spring niemals ab, die Höhe täuscht und das ist lebensgefährlich.

  5. Richte Dich auf den nahenden Ausstieg ein. Der Sicherungsbügel darf erst beim Erreichen des Hinweisschilds geöffnet werden. Direkt vor der Ankunft solltest Du die Skispitzen anheben.

  6. Steig zur vorgeschriebenen Seite aus und verlassen den Ausstiegsbereich unverzüglich.

Idee

Im März 2016 wurde der aktuelle Geschwindigkeitsrekord auf Skiern von 255 km/h aufgestellt.

Schutzausrüstung beim Skifahren

Wie für alle Sportarten gilt auch fürs Skifahren: Die richtige Ausrüstung ist eine wichtige Grundlage für das sichere Ausführen. Nachfolgend findest Du wichtige Informationen zur Skiausrüstung kurz zusammengefasst, damit Du weisst, worauf Du beim Kauf achten musst. Neben der Schutzausrüstung ist natürlich auch warme und wasserabweisende Kleidung, wie Skihosen und Skijacken, wichtig. Zur besseren Sichtbarkeit auf der Piste eignen sich auffallende Farben und Skikleidung mit eingearbeiteten Reflektoren. Die Skibekleidung muss nicht unnötig teuer sein. Wichtig sind ein guter Sitz, ausreichend Bewegungsfreiheit und wärmende Eigenschaften. C&A hat ein grosses Sortiment an Skikleidung für Damen und Herren. Informationen zur Skibekleidung für Kinder findest Du hier.

Skihelm ist ein Muss für Jedermann

Auch wenn es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, solltest Du zum eigenen Schutz einen Helm tragen. Er schützt Deinen Kopf und verhindert Schädelfrakturen oder Schlimmeres. Beim Kauf musst Du nicht zwingend auf teure Markenware zurückgreifen. Viel wichtiger sind die entsprechenden Merkmale eines guten Skihelms.

Schutzausrüstung für Skifahrer: Ski-Helm, Ski-Brille, Handschuhe sowie Rückenprotektor

Die europäische Norm EN1077 gewährt Steifigkeit und Schutz gegen das Eindringen von spitzen Gegenständen. Bedeutende Prüfsiegel sind zum Beispiel CE, TÜV oder GS.[5]

Wichtig ist die richtige Passform und Grösse: Der Helm darf auch ohne Kinnriemen keineswegs rutschen. Das prüfst Du am besten, indem Du den Kopf zügig hin und her bewegst. Wenn sich die Kopfhaut mitbewegt, hast Du die richtige Grösse gefunden.

Der Skihelm sollte, auch ohne Sturz, alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden, um Materialermüdung zu vermeiden.

Die richtige Skibrille

Die Brille sollte stabil sein und ohne Druckstellen gut sitzen. Zwischen der Aussparung des Helms und der Brille darf keine Zugluft eindringen. Deshalb ist es am besten, den Helm zuerst zu kaufen und für die Anprobe der Brille mitzunehmen.

Das Brillenglas wiederum muss vor UV-Strahlung schützen und bei verschiedenen Lichtverhältnissen optimale Sicht gewähren. Dafür gibt es auch Brillen mit Wechselscheiben. Unbedingt erforderlich ist hier auch Bruch- und Stossfestigkeit, damit Du beim Sturz keine Splitter ins Auge bekommst.

Moderne Skibrillen haben obendrein eine Beschichtung, die das Anlaufen der Brille verhindert, «Fogstop» genannt. Es werden alternativ auch Varianten mit Ventilatoren und Belüftungsschlitzen angeboten. Nach dem Ausflug auf die Piste muss die Brille natürlich trocknen können.

Brillenträger können auf spezielle Modelle verschiedener Hersteller zurückgreifen, die das kombinierte Tragen der sehkorrigierenden Brille mit der Skibrille zulässt. Alternativ fertigen auch viele Optiker Skibrillen mit Sehstärke an.

Skihandschuhe

In erster Linie schützen Handschuhe Deine Hände vor Schürfwunden und Kälte. Daher sollten sie aus strapazierfähigem, windabweisendem und wasserdichtem Material bestehen. Achte darauf, Skihandschuhe nie zu klein zu kaufen, da die Blutzirkulation sonst beeinträchtigt wird und Du schneller kalte Hände bekommst. Einige Skihandschuhe haben im Bereich der Handgelenke zusätzliche Protektoren eingearbeitet, um im Falle eines Sturzes den Aufprall abzufangen.

Astuce

Für den Nachwuchs gibt es zahlreiche Übungspisten, die den Einstieg in das Skifahren erleichtern sollen.

Rückenprotektoren

Vor allem aus dem Profisport bekannt, tragen mittlerweile auch immer mehr Amateure diesen Rückenschutz. Er soll verhindern, dass spitze Gegenstände zum Rücken durchdringen und zudem die Aufprallkräfte bei einem Sturz dämpfen. Es gibt die Rückenprotektoren zum Umschnallen oder integriert in eine Weste, als sehr sichere Hard- oder komfortablere Softshellvariante. Egal, für welche Variante Du Dich entscheidest: Der Protektor muss gut sitzen und Deine Wirbelsäule vollständig bedecken. Du solltest auf die Zertifizierung nach DIN EN 1621-2 achten, diese garantiert jeweiligen Schutz vor festgelegten Kräften.[6] Ausserdem sollte der Protektor möglichst temperatur- und feuchtigkeitsbeständig sein sowie eine Mindestschutzzone haben. Ebenso gilt hier, dass Du ihn nach ca. fünf Jahren oder bei Beschädigungen tauschen solltest.

Der richtige Skischuh

Ein Skischuh erfüllt mehrere Aufgaben. Er muss vor Verletzungen, insbesondere des Sprunggelenks, schützen und die Kraft aus dem Gelenk auf den Ski übertragen. Da jeder Fuss individuell geformt ist, kann keine generelle Empfehlung zur Form des Schuhs gegeben werden. Im Fachgeschäft kannst Du Dir oft die Füsse mit einem Scanner vermessen lassen. Spätestens nach acht Jahren solltest Du Skischuhe ersetzen: Die Sohle trägt sich ab und das Material wird spröde. Gelagert werden sie am besten trocken und mit geschlossenen Schnallen.

Fazit: Sicherer Spass auf den Pisten

Skifahren soll vordergründig Spass machen. Wenn Du die allgemeinen Verhaltensregeln beachtest und Deine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzt, steht dem auch nichts im Wege. Vor allem gegenseitige Rücksichtnahme ist auf der Skipiste oberstes Gebot. Eine wichtige Grundvoraussetzung für sicheres Ski-Vergnügen ist auch die richtige Ausrüstung. Diese muss nicht zwangsläufig teuer sein, aber bestimmte Normen erfüllen und Dir vor allem perfekt passen. Am besten lässt Du Dich hierzu beraten.

Viel Spass auf der Piste!

Alle Infos für das sichere Verhalten auf der Skipiste als PDF zum Ausdrucken.

[1] https://www.seilbahnen.org/de/Branche/Sicherheit-Qualitaet/Sicherheitstipps/FIS-Regeln

[2] file:///C:/Users/Anwender/Downloads/Verkehrssicherungspflicht_2015.pdf

[3] https://www.respektiere-Deine-grenzen.ch/wildruhezonen/

[4] https://www.ski-online.de/stiftung-sicherheit/fis-verhaltensregeln/dsv-tipps/dsv-tipps-fuer-schleppliftfahrer.html

[5] http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/wintersport-augen-auf-beim-skihelm-kauf-13994639.html

[6] https://www.sport-fachhandel.com/de,de/fachhandel/besser-verkaufen/verkaufsberatung-mit-rueckenprotektoren-sicher-Durch-den-winter,article00005576@0.html