shop.global.1
Frauen im Yogakurs

Dynamisches Yoga für die Fitness

Im Jahr 2016 besuchten mehr als 6 Millionen Deutsche mehrmals pro Woche ein Fitness Studio [1]. Viele dieser Studios haben Kurse als festen Bestandteil ihres Angebots. Yoga gehört zusammen mit Pilates in das Standardprogramm. Besonders verbreitet sind hier die dynamischen, also kraftvolle und körperlich fördernde Yoga Stile, da die Teilnehmer eher den Fitnesseffekt im Sinn haben, als die ursprünglich damit verbundene spirituelle Hingabe.

Aus der Flut von Angeboten und Nachfrage haben sich über die letzten 2 Jahrzehnte immer mehr Interpretationsstile des klassischen Hatha und des alten dynamischen Ashtanga Yoga entwickelt. Die Trainierenden wollen zunehmend Grenzen testen und ihren Körper genau kennenlernen. In einem dynamischen Yoga Kurs findest du weniger Meditation, sondern fließende Bewegungen und präzise ausgeführte Übungen, die deinen Körper und Kreislauf fördern.

Dynamische Yoga Richtungen

Ashtanga Yoga

Neben dem klassischen Hatha Yoga zählt das Ashtanga zu den bekanntesten Yoga Arten. Tirumalai Krishnamacharya entwickelte die dynamische Abfolge von Übungen in seiner Yogashala (Yogaschule) für die Jungen der königlichen Arasu-Kaste in Indien. Die Jungen waren unruhig und sehnten sich nach mehr Herausforderung im Yoga. Sein Meisterschüler Pattabhi Jois brachte den Stil in den Sechzigern in unsere westliche Welt und unterrichtete viele bekannte Yoga Trainer und Prominente.

Ashtanga Yoga unterscheidet sich durch seine strikte Abfolge von Übungen, die jeder Schüler in seinem Tempo absolviert, stark von den anderen Yoga-Arten. Der Lehrer zeigt die Abfolge, auch Flow genannt, seinen Schülern und diese üben den Flow dann in ständiger Wiederholung in ihrem eigenen Atemrhythmus. Der Yogalehrer geht von Schüler zu Schüler und hilft ihm individuell. Der bekannteste Flow ist der Sonnengruß aus der ersten Serie des traditionellen Ashtanga Yoga von Pattabhi.

Die Asanas (Übungen) werden immer exakt 5 Atemzüge gehalten, bevor sie in einer fließenden Bewegung in die nächste gewechselt werden. Durch diesen schnellen Rhythmus und die anspruchsvollen Haltungen kommt der Kreislauf stark in Schwung und der Körper schnell an seine Grenzen.

Ashtanga Yoga hat keine meditativen oder spirituellen Einheiten, sondern ist rein körperlich. Dennoch kannst du deine Gedanken und Emotionen damit beruhigen, denn die präzise Ausführung der Übungen verlangt von dir vollste Konzentration auf dich und deinen Körper. Viele Leistungssportler praktizieren Ashtanga Yoga, um neben ihrem Körper auch ihren Kopf unter Belastung zu trainieren und die richtigen Atemtechniken für Höchstleistung zu erlernen.

Wenn du noch nie Yoga gemacht hast oder noch nicht so fit bist, solltest du nicht mit Ashtanga Yoga beginnen. Die Dehnungen in schneller Abfolge bringen dich an dein Limit und du könntest dich verletzen. Außerdem erfordert Ashtanga viel Disziplin und Willenskraft, denn die Übungen sind meist gleichförmig und der Erfolg in Form von Flexibilität, Muskelaufbau und emotionaler sowie mentaler Gelassenheit zeichnen sich erst nach einiger Zeit ab.

Männer und Frauen im Yoga Kurs

Vinyasa Yoga

Vinyasa, Vinyasa Flow, Flow oder Power Yoga, sie alle sind einander und dem Ashtanga Yoga sehr ähnlich. Der hauptsächliche Unterschied zwischen Vinyasa und Ashtanga ist die Struktur. Während du im Ashtanga immer die gleichen Übungen in stetiger Abfolge mit vollem Fokus auf dich selbst und deinen Atem praktizierst, erwartet dich im Vinyasa eine leichtere Atmosphäre. Oft sind die Kurse mit Musik untermalt, die Flows variieren zwischen den Stunden und die Rhythmen können sich verändern.

Im Vinyasa liegt der Fokus auf deinem Körper und besonders auf deiner Atmung. Es ist bekannt für seine fließenden Bewegungen und intensiven Dehnungen. Heute ist es besonders beliebt bei jungen Menschen, die gleichzeitig etwas für ihren Körper und ihre mentale Gesundheit tun wollen, ohne sich auf philosophische und spirituelle Praktiken des klassischen Yogas besinnen zu müssen.

Yogilates

Wie der Name schon sagt, verbindet Yogilates das klassische Hatha Yoga mit Pilates. Pilates wurde 1920 von Joseph H. Pilates entwickelt und verbreitete sich schnell. Heute bieten viele Yogaschulen und Fitnessstudios diese Kombination an.

Mit Yogilates trainierst du durch die zügigen Abläufe der Übungen deine Kondition, während die Dehnungs- und Muskelübungen aus dem Pilates deinen gesamten Körper stärken. Es ist ein systematisches Ganzkörpertraining, dass vor allem Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur kräftigt. Einzelne Übungen zu Beginn und Ende der Stunde entspannen zusätzlich deinen Geist und Körper.

So bietet Yogilates mental und physisch einen umfangreichen Ausgleich zum stressigen Alltag. Besonders wenn du viel im Büro am Schreibtisch sitzt, stärkst du damit deine Haltung und machst deinen Kopf frei für neue Aufgaben.

Yoga Teilnehmer im herabschauenden Hund

Bikram und Jivamukti

Die bisher genannten Yogastile sind weit verbreitet und werden in verschiedenen Yogaschulen und Fitness Studios angeboten. Zum dynamischen Yoga zählen aber auch das Bikram und Jivamukti. Diese beiden Stile sind sehr besonders und werden nur an speziellen Schulen angeboten.

Bikram Yoga oder Hot Yoga basiert auf dem klassischen Hatha Yoga, wird aber in einem auf 38°C geheizten, vollverspiegelten Studio praktiziert. Es fördert den Kreislauf extrem und durch das Schwitzen wird der Körper von Giftstoffen gereinigt. Die 26 Übungen wurden vom Inder Bikram Choudhury entwickelt. Für dieses Yoga solltest du bereits Erfahrung und einen starken Kreislauf mitbringen.

Jivamukti Yoga wurde in den 1980er Jahren vom amerikanischen Künstlerpaar Sharon Gannon und David Life entwickelt. Die Übungen ähneln stark dem Vinyasa in Flow und Dynamik. Zu den Asanas gesellen sich noch Gesang, Meditation und Musik. Oft werden wechselnde spirituelle Themen als Grundlage des Kursaufbaus genutzt und über diese auch philosophiert.

Du musst nicht spirituell sein, um die Vorteile von Yoga für dich und deine Gesundheit zu entdecken. Probiere am besten verschiedene Stile aus, dann findest du den richtigen Stil für dich oder kannst Abwechslung in deine Fitness-Routine bringen.

Namasté!