Leseförderung für Kinder: Tipps und Infos
Lesen lernen leicht gemacht
Lesen ist eine Schlüsselkompetenz, auf die Menschen ihr gesamtes Leben lang zurückgreifen. Das Ziel der Leseförderung ist es daher, die Lesefähigkeit von Kindern zu steigern. Bereits in der Vorschule eignen sich Kinder Schritt für Schritt verschiedene Fertigkeiten an, die sie später zum Lesen benötigen. Dadurch werden nicht nur geistige Fähigkeiten wie die Kreativität, Konzentration oder der Wortschatz gefördert. Lesen kann auch beim Stressabbau helfen und wirkt entspannend.
Neben der Leseförderung in der Schule sollte das Lesenlernen auch in der Freizeit unterstützt werden. Zudem gibt es zahlreiche ausserschulische Möglichkeiten, die das Lesenlernen für Kinder aufregend gestalten und sie dafür begeistern. In diesem Ratgeber sammeln wir wichtige Informationen und Hinweise rund um die Bedeutung des Lesens für Kinder, Möglichkeiten der Leseförderung im Alltag sowie konkrete Ideen, wie Kinder spielerisch Lesen lernen können.
Der Schweizer Vorlesetag
Ein wichtiger Bestandteil der Leseförderung ist das Vorlesen. Daher widmet sich der Schweizer Vorlesetag, der jedes Jahr im Mai stattfindet, diesem bedeutenden Aspekt des Lesenlernens. Mitmachen kann dabei jeder, der Spass am Vorlesen hat. Vorleseaktionen können in Kitas, Schulen oder Bibliotheken stattfinden. Natürlich können Eltern die Gelegenheit auch nutzen, um ihren Kindern am Aktionstag eine thematisch passende Geschichte zu Hause vorzulesen.
Abseits des Vorlesetags finden in regelmässigen Abständen auch Vorlesestunden in Bibliotheken, Jugendeinrichtungen, Kindergärten oder Schulen statt. Ehrenamtlich Engagierte lesen dabei Kindern Bücher vor, um sie dazu zu motivieren, auch selbst einmal zu einem Buch zu greifen. Wie das Vorlesen zu Hause klappt, verraten wir in unserem dazugehörigen Artikel.
Jeder kann vorlesen. Möchtest auch du dich als ehrenamtlicher Vorlesepate engagieren, kannst du dich unter www.schweizervorlesetag.ch über Vorleseaktionen, Leseempfehlungen und vieles mehr informieren.
Interesse am Lesen wecken durch Lese-Veranstaltungen
Um dein Kind an verschiedene Bücher heranzuführen, kann die Teilnahme an der Schweizer Erzählnacht vorteilhaft sein. Diese findet jährlich am zweiten Freitag im November unter einem bestimmten Motto statt – zum Beispiel „Unser Planet – unser Zuhause“. Bibliotheken, Buchhandlungen oder Lesezirkel inszenieren dieses Motto und stellen dazu passende Geschichten bereit. Während der Schweizer Erzählnacht können Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam Bücher lesen und vorlesen und so zusammen in andere Welten eintauchen.
Leseförderung durch Bibliotheken
Bibliotheken spielen eine zentrale Rolle bei der Leseförderung und tragen massgeblich zur Entwicklung von Lese-, Medien- und Informationskompetenzen bei. Sie ermöglichen Kindern den Zugang zu gedruckten und elektronischen Lesemedien und unterstützen somit nicht nur den Prozess des Lesenlernens, sondern fördern auch die Lesemotivation.
Spielerische und interaktive Angebote
Durch spielerische und interaktive Angebote leisten Bibliotheken einen wichtigen Beitrag dazu, Kinder zum selbstständigen Lesen anzuregen und zu motivieren. Dafür entwickeln viele Bibliotheken individuelle Angebote, die Kinder dazu anregen, sich in Bücher zu vertiefen oder selbst kreativ zu werden und eigene Geschichten zu schreiben. Einen Überblick über die Angebote, die Eltern und ihren Kindern zur Verfügung stehen, erhältst du vor Ort in den lokalen Bibliotheken.
Ein landesweites Angebot zur Leseförderung, ist das Projekt Buchstart: Neugeborene erhalten ein Paket mit zwei Pappbilderbüchern, wodurch bereits die Kleinsten spielerisch an die Welt der Bücher herangeführt werden sollen. Zusätzlich unterstützen Buchstart-Treffs in Bibliotheken Kinder in den ersten Lebensjahren durch Reime, Wort- und Fingerspiele beim Spracherwerb. Bei solchen Veranstaltungen für Kinder unter 6 Jahren sind zum Beispiel das Bilderbuchkino oder das sogenannte Kamishibai-Erzähltheater beliebte Formate.
Vorlesestunden und (thematische) Lesenächte
Ein wesentlicher Bestandteil der Leseförderung in Bibliotheken sind selbstverständlich die regelmässigen Vorlese-Aktionen und Vorlesestunden. Diese Veranstaltungen richten sich an verschiedene Altersgruppen und bieten eine interaktive und unterhaltsame Möglichkeit, Kinder an die Welt des Lesens heranzuführen. Durch das gemeinsame und interaktive Erleben von Geschichten kann nicht nur die Leselust gesteigert, sondern auch die Medienkompetenz geschult werden.
Lesenächte sind Veranstaltungen, die in einem kleineren Rahmen in Schulen oder Bibliotheken stattfinden. Die Kinder übernachten dort und verbringen den Abend damit, gemeinsam zu lesen und Geschichten zu erzählen. Dadurch wird das Lesenlernen zu einem Abenteuer, das dein Kind mit seinen Freunden zusammen erlebt. Das hilft dabei, die Inhalte der Geschichten bewusster wahrzunehmen und durch Zeichnen oder Singen eine Verbindung zur Realität herzustellen.
Autorenlesungen
Für Kinder mit fortgeschrittener Lesekompetenz eignen sich zudem Autorenlesungen. Dabei tragen Autorinnen und Autoren ihre Werke beispielsweise in einer Bibliothek oder Buchhandlung vor. Kinder haben die Möglichkeit, über die Geschichten mit den Autorinnen und Autoren selbst zu diskutieren und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Das fördert das Textverständnis deines Kindes.
Vorlesewettbewerbe als Anreiz zum Lesenlernen
Bei Lesewettbewerben können Kinder ihre Lesefähigkeit unter Beweis stellen und Urkunden, Medaillen oder Preise gewinnen. Lesewettbewerbe finden in Bibliotheken, Schulen oder Lesevereinen statt und haben das Ziel, die Freude am Lesen zu wecken. Die Kinder treten gegeneinander an und müssen in mehreren Runden Bücher oder Texte mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen vorlesen. Das Kind, das am besten vorliest, gewinnt. Neben der Lesekompetenz fördert der Lesewettbewerb auch das Selbstbewusstsein und die sprachlichen Kompetenzen der Kinder.
Kriterien bei einem Vorlesewettbewerb sind unter anderem sicheres, deutliches und flüssiges Lesen, eine sinngemässe Betonung und ein angemessenes Lesetempo.
Lesetandems
Viele Bibliotheken bieten spezielle Leseförderprogramme an, die auch für ältere Kinder geeignet sind. Ein Beispiel sind Lesetandems, bei denen Kinder gemeinsam mit einem ehrenamtlichen, erwachsenen Lesementor Bücher und Geschichten entdecken. Dabei steht vor allem der Spass am Lesen im Vordergrund. In teilnehmenden Bibliotheken können sich Kinder für ein Lesetandem anmelden und die Lesementoren kennenlernen. Anschliessend treffen sich die Lesetandems in regelmässigen Abständen in der Bibliothek, um Bücher, Zeitschriften, Comics oder andere Lektüre zu lesen und sich über die Texte auszutauschen. Was gelesen wird, können die Kinder selbst entscheiden.
Die Zeitschrift „Buch & Maus“ informiert Eltern über aktuelle Kinder- und Jugendmedien. Darin kannst du Tipps zur Leseförderung deines Kindes und Literaturvermittlung nachlesen. Ausserdem stellt die Zeitschrift neue Bücher für Kinder aller Altersstufen vor und weist auf anstehende Veranstaltungen hin.
Warum ist Lesen wichtig für Kinder?
Die Lesekompetenz wird in allen Lebensbereichen benötigt. Sie ist eine wichtige Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wenn Kinder bereits frühzeitig das Lesen üben, hat das nicht nur positive Auswirkungen auf ihre schulische Laufbahn, sondern auch auf viele weitere Bereiche ihres Lebens. Beim Lesen können Kinder unter anderem ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern, soziale Kompetenzen schulen und sogar Stress abbauen. In diesem Artikel erklären wir, warum das Lesen für Kinder so wichtig ist.
Vorlesen: Tipps für das gemeinsame Lesen
Vorlesen ist der erste Schritt, um Kinder an das Lesen heranzuführen. Beim gemeinsamen Lesen können Eltern mit ihren Kindern Geschichten zum Leben erwecken und so das Lesen als ein spannendes Abenteuer gestalten. Das Interesse an Büchern wird bei Kindern somit schon frühzeitig gefördert. Wir zeigen, wie sich Vorlesen auf Kinder auswirkt und mit welchen Tipps und Tricks das gemeinsame Lesen zum Erfolg wird.
Leseförderung im Alltag
Bei Leseübungen brauchen Kinder häufig Unterstützung und Begleitung – nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause. In einer gewohnten und ruhigen Umgebung können Eltern ihren Kindern dabei helfen, das Lesen zu lernen und Herausforderungen spielerisch zu meistern. Dabei sollten die individuellen Bedürfnisse des Kindes immer im Vordergrund stehen. Dieser Artikel erklärt, wie Eltern auch im Alltag die Lesekompetenz ihrer Kinder fördern können.
Kinder zum Lesen motivieren
Manchen Kindern fällt es leichter als anderen, sich für das Lesen zu begeistern. Für den Ausbau der Lesekompetenz ist regelmässiges Lesen allerdings von grosser Bedeutung. Wenn Kinder sich nur wenig für Bücher interessieren, können Eltern verschiedene Anreize schaffen, um sie dennoch zum Lesen zu motivieren. In diesem Artikel stellen wir verschiedene Möglichkeiten vor, wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können, die Freude am Lesen zu entdecken und ihre Lesefähigkeiten zu verbessern.
Spielerisch lesen lernen in der Vorschule
Bevor Kinder mit dem Lesen beginnen, müssen sie zunächst Laute und Buchstaben kennenlernen und ein Gefühl für Wörter entwickeln. Schon im Vorschulalter können kleine Übungen dazu beitragen, die Lesekompetenz von Kindern zu fördern und sie somit auf das Lesenlernen in der Schule vorzubereiten. Dieser Artikel verrät, wie sich Kinder spielerisch an das Lesen heranführen lassen.
Lesespiele und Lese-Apps für Primarschulkinder
Um das Lesenlernen für Kinder interessanter zu gestalten, eignen sich Lesespiele und Lese-Apps. In kleinen Gruppen oder allein können Kinder ihre Lesekompetenz auf spielerische Weise ausbauen. Gleichzeitig entwickeln sie Freude am Lesen. Wir stellen verschiedene Lesespiele und Apps vor, die Kinder beim Lesenlernen unterstützen können.
Mehrsprachige Leseförderung
Mehrsprachigkeit ist im Kita- und Schulalltag oft eine Herausforderung und Chance zugleich: Die Wertschätzung der Herkunftssprache fördert die Lesemotivation und unterstützt den Zweitspracherwerb von Kindern. Aber auch Kinder, die zuhause nur ihre Muttersprache sprechen, können vom frühen Kontakt mit anderen Sprachen profitieren. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, welche Vorteile das gemeinsame Lesen und Vorlesen in verschiedenen Sprachen für Kinder hat und wie Mehrsprachigkeit gefördert werden kann.
Leseförderung mit Comics
Comics sind ein hervorragendes Mittel zur Leseförderung. Ihre spannenden Geschichten und das einsteigerfreundliche Text-Bild-Verhältnis erleichtern Leseanfängern und Weniglesern den Zugang zu Erzählungen, fördern die Lesefreude und schulen das sinnerfassende Lesen. So können Kinder schnell Fortschritte beim selbstständigen Lesen machen und werden durch ihre Erfolge motiviert, sich schrittweise auch komplexeren Texten zuzuwenden. In diesem Artikel zeigen wir, wie Comics das Lesenlernen unterstützen können.
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Quellen und weiterführende Informationen
https://schweizervorlesetag.ch/de/
(aufgerufen am 09.09.2026)
https://sikjm.ch/lesen-foerdern/projekte/erzahlnacht/
(aufgerufen am 09.09.2026)
https://sikjm.ch/lesen-foerdern/projekte/buchstart/
(aufgerufen am 09.09.2026)
https://web0.fhnw.ch/plattformen/zl/wp-content/uploads/2019/09/Lesen%C3%A4chte-in-Schulen-oder-Bibliotheken.pdf
(aufgerufen am 09.09.2026)
https://stadtbibliothek-burgdorf.ch/lesetandems
(aufgerufen am 09.09.2026)
Bildquellen in chronologischer Reihenfolge im Text
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10. Bild im Text: Drobot Dean – stock.adobe.com


















