Strickkleidung pflegen: Pullover waschen, entfusseln oder flicken
Strickkleidung ordentlich zu pflegen, kann ganz schön knifflig sein. Je nach Material und Beschaffenheit der Maschen verzeiht Strick meist kaum Fehler bei der Pflege. Damit deine Strickkleidung lange frisch aussieht und perfekt passt, haben wir hier für dich ein paar einfache Tipps und Tricks zusammengestellt, wie du Strickpullover waschen und lagern kannst. Hat dein Lieblingspullover bereits einen kleinen Makel? Dann erfährst du hier auch, wie du Pilling entfernst und Löcher flickst.
Pullover aufbewahren: Strickpullover ordentlich und platzsparend verstauen
Damit dich deine Strickkleidung lange begleitet, solltest du sie möglichst schonend behandeln. Die optimale Wäschepflege beginnt daher bereits bei der Aufbewahrung: Strickkleidung bewahrst du am besten liegend auf. Falte die Kleidung dabei nicht zu klein und straff, sondern schön locker und ordentlich. So behalten die Fasern ihre Form und leiern nicht aus. Zudem ist es wichtig, dass du deine Strickkleidung vor direkter Sonneneinstrahlung schützt.
Um im Frühling Platz für deine T-Shirts und Tops zu schaffen, müssen Strickpullover oder Cardigans erstmal weichen. Damit ihnen während der langen Lagerungszeit nichts passiert, gibt es ein paar grundlegende Tipps zu beachten:
Auch im Sommerquartier sollten deine Strickpullis dunkel und im Liegen gelagert werden. Ein praktisches Hilfsmittel, um Pullover platzsparend aufzubewahren, sind Vakuumbeutel. Hier kannst du die Luft mit einer Pumpe oder einem Aufsatz für den Staubsauger einfach aus dem Beutel ziehen und so deine frischgewaschenen Pullover platzsparend lagern. Allerdings solltest du diesen Trick nicht bei Strickkleidung aus (druck-)empfindlichen Fasern wie Merino oder Kaschmir anwenden.
Aber auch in Kisten oder Unterbettkommoden ist deine Winterkleidung im Sommer gut aufgehoben. Um deine Pullover und Cardigans zusätzlich vor Verschmutzung zu schützen, kannst du sie auch einzeln in Seiden- oder Zeitungspapier einwickeln.
Tipp: Um zu verhindern, dass deine Lieblings-Wollpullover im Sommer von Motten befallen werden, solltest du sie mit Lavendelsäckchen, Zedernholz oder speziellen Mottenfallen schützen.
Besteht ein Pullover aus einem Materialmix, solltest du dich bei der Pflege und Wäsche nach dem empfindlichsten Bestandteil richten. Besteht dein Pullover zum Beispiel aus Wolle und Baumwolle, ist Wolle das empfindlichere Material. Der Pullover darf so nur bei höchstens 30°C gewaschen werden.
Pullover waschen und trocknen: Dos und Don’ts bei Strickkleidung
Strickkleidung kann je nach Material ziemlich anspruchsvoll sein, wenn es um das Waschen und Trocknen geht. Viele Strickstücke sind aus Wolle gefertigt, die höhere Ansprüche an die Reinigung stellt. Damit sich deine wertvollen Lieblingsstücke aus empfindlichen Materialien nicht verziehen oder sogar einlaufen, haben wir die wichtigsten Pflegetipps für sensible Fasern hier noch einmal für dich zusammengefasst:
Merinowolle waschen und pflegen
Zudem gibt es einige Dos & Don’ts, die du im Allgemeinen beachten solltest, wenn du Pullover waschen und schonend trocknen möchtest:
Pullover waschen und trocknen: Dos
Strickkleidung vor dem Waschen auf links drehen, um Pilling vorzubeugen
Fein- bzw. Wollwaschmittel und das Schon- oder Handwaschprogramm nutzen (v. a. bei sensiblen Fasern)
Pullover direkt nach dem Waschen vorsichtig in Form ziehen
Strickpullover liegend trocknen
Pullover waschen und trocknen: Don’ts
Nicht zu häufig waschen: Oft genügt es, Strickkleidung an der frischen Luft auszulüften.
Nicht zu lange in der Waschmaschine liegen lassen.
Nach dem Waschen nicht auswringen.
Nicht zum Trocknen aufhängen: Aber auch nicht in die Sonne oder nah an die Heizung legen.
Um Strickkleidung schneller und schonend zu trocknen, kannst du sie in ein großes Handtuch einrollen und leicht pressen. So kann das Handtuch überschüssiges Wasser aufnehmen, ohne das die Fasern zu sehr strapaziert werden.
Pilling entfernen: Pullover entfusseln leicht gemacht
Pilling gehört zu Strickwaren einfach dazu. Egal, ob es ein hochwertiger Strickpullover aus Kaschmir oder ein kuscheliger Cardigan aus Wolle ist – die kleinen Knötchen und Fusseln bilden sich auf jedem Naturmaterial.
Pilling entsteht immer dort, wo der Stoff einer starken Reibung ausgesetzt ist. Dadurch lösen sich kleine Fasern vom Gewebe und verfilzen sich zu kleinen Knötchen und Fusseln. Besonders anfällig für Pilling sind die Stellen unter den Armen und an der Hüfte. Die kleinen Verknotungen sehen nicht nur unansehnlich aus, sie können im schlimmsten Fall auch zu kleinen Löchern führen.
Jedoch kannst du die Knötchen leicht von deinem Pullover entfernen und so Schäden am Gewebe vorbeugen. Um Pilling zu entfernen, kannst du entweder einen Stoffrasierer oder bei empfindlicheren Materialien wie Kaschmir auch einen speziellen Pilling-Kamm verwenden. Auch ein einfacher Einwegrasierer kann dir helfen, deinen Pullover zu entfusseln. Dafür rasierst du die lästigen Knötchen ganz vorsichtig weg und schaffst eine schöne glatte Oberfläche.
Tipp: Wenn du einen neuen Wollpullover, einen Cardigan oder ein Strickkleid gekauft hast, kannst du Pilling vorbeugen, indem du das Kleidungsstück direkt mit einer Fusselrolle behandelst. So kannst du lose Fasern direkt einfangen. Auch schonendes Waschen hilft natürlich dabei, die Knötchenbildung zu vermeiden.
Schluss mit kratziger Strickkleidung: So kannst du Pullover wieder weich bekommen
Wenn du deinen Lieblingspullover schon häufiger waschen musstest, kann es passieren, dass er seine Flauschigkeit verliert. Jedoch gibt es drei einfache Methoden, mit denen du Pullover wieder weich bekommst:
Pullover einfrieren: Pullover aus Kaschmir und Wolle kannst du nach dem Waschen schockgefrieren. Lege den feuchten Pullover dazu einfach in einen Gefrierbeutel und dann ins Gefrierfach. Nach ein bis zwei Stunden kannst du ihn dann (wie bereits beschrieben) mit der Handtuch-Methode trocknen. Durch den Frost stellen sich die Fasern des Pullis wieder auf und schon lässt er sich wieder angenehm tragen.
Pullover in Essig einweichen: Wasche den Pullover in einem Essig-Bad. Essig kann Verschmutzungen, aber auch Kalkablagerungen aus den Fasern lösen und dadurch helfen, Pullover wieder flauschiger zu machen. Lege deinen Pullover dazu in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser und gib einen Schuss Essig hinzu. Lass ihn für etwa eine Stunde einweichen, spüle ihn anschließend vorsichtig aus und lass ihn wie beschrieben trocknen.
Pullover mit Wollwachs behandeln: Löse einen Teelöffel Wollwachs (auch Wollfett oder Lanolin genannt) mit einem Teelöffel Spülmittel in einer Schüssel mit heißem Wasser auf. Wenn das Wasser sich auf unter 30°C abgekühlt hat, weichst du den kratzigen Pullover über Nacht darin ein. Am nächsten Morgen kannst du ihn mit einem Handtuch trocknen. Das Wollwachs macht die Fasern schön geschmeidig und den Pullover wieder weich.
Pullover reparieren: Faden gezogen, Loch im Pullover stopfen & mehr
Gerade bei Strickkleidung kannst du dir schnell einen Faden ziehen – oder du hattest Pech und Motten haben ein Loch in deinen Wollpullover gefressen. Das ist jedoch kein Grund, dich von deinem Lieblingsteil zu verabschieden. Wir geben dir Tipps, wie du gezogene Fäden am Pullover wieder einfädelst und Löcher flicken kannst.
Faden gezogen: Was kann ich tun?
Es kann schnell passieren, dass du mit deinem Pullover an einem rauen oder spitzen Gegenstand hängenbleibst und sich ein Faden löst. Das ist zwar erstmal ärgerlich, aber nicht tragisch. Ist der Faden noch intakt, kannst du das Gewebe rund um den gezogenen Faden vorsichtig nach oben und unten ziehen. Wenn du den Faden nur ein kleines Stück herausgezogen hast, kannst du ihn so ganz leicht wieder in seine Position bringen.
Hat das Ziehen am Stoff noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht, dann drehe den Pullover auf links und ziehe die überhängende Schlaufe auf die Innenseite. Mithilfe einer Nadel kannst du nun den Weg des Fadens in die linke und rechte Richtung nachvollziehen. Folge dem Faden mit der Nadel und lockere die einzelnen Maschen auf dem Weg auf, bis sich der herausgezogene Faden wieder im Gewebe verteilt hat. Dafür brauchst du ein bisschen Geduld, aber am Ende ist der Ziehfaden verschwunden und dein Wollpullover sieht wie neu aus.
Loch im Strickpullover flicken: Wie geht das?
Auch ein Loch im Strickkleidung ist keine große Katastrophe. Mithilfe dieser kleinen Nähanleitung kannst du Löcher in Strickpullovern flicken:
Suche dir einen Faden in der Farbe des kaputten Kleidungsstücks.
Fädle den Faden in eine Nadel ein und nimm ihn doppelt.
Drehe den Pullover auf links und lege das Loch über ein Stopfei bzw. einen Stopfpilz. Alternativ kannst du auch eine Wasserflasche nehmen.
Nähe nun einmal um das Loch herum. Dafür kannst du die Stiche nutzen, die in dem Strickpullover schon vorhanden sind. Führe den Faden so immer abwechselnd von oben nach unten um das Loch herum.
Bist du an der Ausgangsstelle angelangt, nähst du einmal quer zur anderen Seite des Lochs und wieder zurück, bis das Loch geschlossen ist. Der Faden sollte wie eine Schlängellinie geführt werden, um das Loch zu verschließen.
Nutze die vorgegebenen Stiche noch einmal, um von unten nach oben und anschließend von oben nach unten zu nähen. Schon ist das Loch fest verschlossen.
Faden gerissen: Was soll ich tun?
Zunächst kannst du versuchen, den Faden wieder an beiden Enden zu verknoten. Das kann etwas knifflig sein, ist aber die beste Methode, um deinen Strickpullover zu reparieren. Gelingt dir das nicht, kannst du die gerissenen Enden auf der Innenseite mit Sekundenkleber oder Nagellack festkleben. Dies ist allerdings nur eine Notlösung und muss nach jedem Waschgang wiederholt werden. Möchtest du lieber eine dauerhafte Lösung, dann kannst du der Anleitung zum Flicken von Löchern auch in diesem Fall folgen.
Fazit: Pflegetipps für langlebige Strickkleidung – Pullover richtig waschen, Pilling entfernen und Löcher flicken
Strickkleidung ist zwar bei der Pflege anspruchsvoll, dafür aber ein kuschlig-warmes Must-have im Winter, das dich über viele Jahre begleiten kann. Wenn du unsere Tipps und Tricks nutzt, hast du lange Freude an deiner Strickkleidung und musst dich auch über Pilling und gezogene Fäden nicht mehr ärgern.
- Wäschepflege-Guide
- Pflege- & Waschsymbole erklärt
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