Bergwandern – Schmale Pfade führen auf die Berggipfel hinauf

Bergwandern als Hobby

Die frische Bergluft, der Duft der Almwiesen, das Läuten der Kuhglocken in der Ferne und eine atemberaubende Sicht über Berge und Täler: Das alles kannst Du beim Bergwandern erleben und genießen. Die Bewegung in den luftigen Höhen hält Dich fit, stärkt Dein Immunsystem und spricht all Deine Sinne an. Damit Deine nächste oder vielleicht auch Deine erste Bergwandertour gut gelingt, haben wir hier Informationen und Sicherheitshinweise für Dich zusammengetragen.

Bergwandern als Hobby – Informationen und Voraussetzungen

Beim Wandern in den Bergen triffst Du auf Deinem Weg oft auf Gleichgesinnte, die genau wie Du die Natur genießen und sich sportlich an der frischen Luft betätigen möchten. Hier hast Du die Möglichkeit, nette Gespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen. Natürlich kannst Du auch ganz für Dich allein die Verbundenheit mit der Natur genießen und Deine Auszeit fernab des Alltags auskosten.

Beim Wandersport gibt es verschiedene Disziplinen, die sich durch die sportlichen Ziele und die zurückgelegte Distanz unterscheiden:

  • Wandern: Wird im Flachland und in den Mittelgebirgen betrieben. Die sportlichen Ambitionen sind eher gering, wichtiger sind hier kulturelle und landschaftliche Aspekte.
  • Bergwandern: Im Voralpenland und im Hochgebirge ist diese Disziplin zuhause. Trittsicherheit und eine gute Kondition sind hier wichtig.
  • Fernwandern: Auf den Fernwanderwegen der ganzen Welt werden längere Strecken zurückgelegt, die mitunter mehrere Tage dauern können.

Ein großer Vorteil des Wandersports ist, dass dafür nur wenig Ausrüstung im Vergleich zu Sportarten wie zum Beispiel Klettern gebraucht wird und Du kein technisches Wissen anwenden musst. Deshalb ist das Bergwandern ein schöner Ausgleich zu anderen Bergsportarten wie dem Klettern und Bouldern oder dem Bergsteigen.

Um sicher beim Wandern in den Hochgebirgen oder beim Bergwandern in den Alpen unterwegs zu sein, solltest Du folgende Eigenschaften und körperliche Voraussetzungen besitzen:

  • Schwindelfreiheit: In den luftigen Höhen der Bergwanderwege sind die Pfade oft schmal und führen an Abhängen entlang. Damit Du nicht das Gleichgewicht verlierst oder Angst bekommst, solltest Du keine Höhenangst haben.
  • Trittsicherheit: Die Pfade in den Bergen sind oft mit Geröll und Steinen bedeckt, sodass Du mit Deinem guten Wanderschuhwerk auch trittsicher sein und schnell reagieren können musst, falls Du wegrutschen solltest.
  • Gute Kondition: Steile Auf- und Abstiege verlangen viel Beinkraft und eine gute Ausdauer. Schätze daher Deine Stärke und Kondition realistisch ein. Wähle im Zweifelsfall lieber eine etwas leichtere Tour.
  • Orientierungssinn & Kartenlesefähigkeiten: In den Bergen existiert kein oder nur sehr schwacher Mobilfunkempfang. Damit Du Dich immer orientieren und Alternativrouten heraussuchen kannst, solltest Du über einen guten Orientierungssinn verfügen und (Wander)karten lesen können.

HinweisDamit Dir der Einstieg in das Bergwandern besser gelingt, solltest Du mit einfachen Touren starten und die Schwierigkeit langsam erhöhen. Auch ein Bergwanderkurs, wie ihn örtliche Kletter-, Wander- und Sportvereine, der Deutsche Alpenverein e. V. und Volkshochschulen anbieten, vermittelt Bergwander-Anfängern wichtige Kenntnisse und Erfahrungen.

HinweisDamit Dir der Einstieg in das Bergwandern besser gelingt, solltest Du mit einfachen Touren starten und die Schwierigkeit langsam erhöhen. Auch ein Bergwanderkurs, wie ihn örtliche Kletter-, Wander- und Sportvereine, der Deutsche Alpenverein e. V. und Volkshochschulen anbieten, vermittelt Bergwander-Anfängern wichtige Kenntnisse und Erfahrungen.

Die richtige Bergwander-Ausrüstung

Wie bei allen Outdoor-Sportarten solltest Du auch beim Bergwandern gut vorbereitet sein, um verschiedene Situationen souverän meistern zu können. Wichtig ist, sich vorab über die Wetterbedingungen und die Wanderstrecke zu informieren und sich Wissen zur Ersten Hilfe anzueignen.

Um Deine Bergwander-Ausrüstung sicher verstauen zu können, brauchst Du einen großen Rucksack, der rückenfreundlich ist und Gurte zur sicheren Befestigung besitzt. Für eine ausgedehnte Bergwandertour benötigst Du zudem folgende Ausrüstung:

  • Stabile Bergwanderschuhe/Bergstiefel mit einer rutschfesten Sohle, einem guten Profil und einem wasserabweisenden Obermaterial
  • Wetterfeste Kleidung am besten im Zwiebelsystem mit einem luftigen Hemd, einer dünnen Fleecejacke und einer wasserfesten Regenjacke
  • Leichte Ersatzwäsche zum Wechseln bei längeren Touren
  • Strümpfe mit einem verstärkten Fußbett
  • Ausreichend Verpflegung und Wasser (min. 2 l am Tag pro Person)
  • Erste-Hilfe-Set mit Rettungsdecke und Notfallhandy
  • Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor
  • Taschenlampe und Taschenmesser
  • Schlafsack/Biwaksack bei längeren Routen

CheckAchte beim Packen Deines Rucksacks auf das richtige System. Lege die Bergwander-Ausrüstung, die Du weniger häufig benutzen wirst, ganz unten in den Rucksack und den Proviant sowie das Erste-Hilfe-Set obendrauf, damit Du es gleich zur Hand hast. Schwere Dinge packst Du am besten körpernah in den Rucksack.

CheckAchte beim Packen Deines Rucksacks auf das richtige System. Lege die Bergwander-Ausrüstung, die Du weniger häufig benutzen wirst, ganz unten in den Rucksack und den Proviant sowie das Erste-Hilfe-Set obendrauf, damit Du es gleich zur Hand hast. Schwere Dinge packst Du am besten körpernah in den Rucksack.

Tipps für eine gelungene Routenplanung

Eine sorgfältige Planung der Route mit Pausen und Übernachtungsmöglichkeiten bei mehrtägigen Bergwanderungen erspart Dir auf Deiner Wanderung Stress und unliebsame Überraschungen. Um herauszufinden, ob eine Tour zu Dir passt, solltest Du Dir das Höhenprofil vorab anschauen, Dich über die Länge der Tour informieren und mögliche Übernachtungsmöglichkeiten (Almhütten, Wirtshäuser, Ferienwohnungen usw.) heraussuchen. Zudem solltest Du stets Pausen zu den Gehzeiten dazu rechnen und frühzeitig die Startzeit und den Rückweg planen, damit Du nicht im Dunkeln wandern musst.

Über geeignete Wander-, Fernwander- und Bergwanderstrecken kannst Du Dich bei den örtlichen Tourismusseiten oder auf Outdoor-Sport-Portalen wie komoot.de oder outdooractive.com informieren. Zudem kannst Du natürlich einen klassischen Wanderführer kaufen oder die Einheimischen nach geeigneten Strecken und vielleicht Geheimtipps fragen.

Bergwandern Ausrüstung – Für Bergwanderungen brauchst Du gute Bergwanderschuhe

Sicherheitshinweise für sicheres Bergwandern

Damit Du Deine Bergwanderung eigenverantwortlich durchführen kannst, gibt es einige Sicherheitsregeln, die Du beachten musst, damit Du sicher und ohne Unfälle an Dein Ziel und zurück gelangst. Das Wichtigste ist eine gute, wetterfeste Ausrüstung zum Bergwandern und eine sorgfältige Planung der Wanderung. Informiere Dich im Vorfeld gut über das Gelände, das Wetter und schätze Deine eigene Kondition realistisch ein, damit Dir die Tour gut gelingt und Du die Bergwanderung genießen kannst.

Zur besseren Übersicht sind Wanderwege mit einem bestimmten Schwierigkeitsgrad versehen. So kannst Du besser einschätzen, ob Du bereit für diese Tour bist oder ob Du eine andere wählen solltest. Für Bergwanderwege gibt es drei Schwierigkeitsgrade, die vom Deutschen Alpenverein e.V.[1] festgelegt wurden:

  • Einfache Bergwege (blau markiert): schmale Wege, steile Anstiege, keine Absturzgefahr
  • Mittelschwere Bergwege (rot markiert): schmale Wege, steile Anstiege, absturzgefährliche Abschnitte und kurze versicherte Gehpassagen (Abschnitte mit einem Drahtseil zum Festhalten)
  • Schwere Bergwege (schwarz markiert): schmale Wege, steile Anstiege, absturzgefährliche Abschnitte und viele versicherte Gehpassagen, einfache Kletterstellen

Wenn Du eine Bergwanderung im Ausland planst, solltest Du Dich vorher über die dort geläufigen Markierungen der Schwierigkeitsgrade informieren. Hier findest Du Die Markierungen für Österreich und für die Schweiz.

Weitere Sicherheitstipps, die Du beachten solltest, sind:

  • Brich nur zu einer Bergwanderung auf, wenn Du Dich fit und gesund fühlst.
  • Nimm immer eine aktuelle Karte der Region mit. Auch wenn Du eine digitale Karte nutzt, ist es immer am sichersten eine in gedruckter Form dabeizuhaben. Sie sind nicht schwer und helfen Dir, wenn Dein Gerät verloren geht oder Du eine neue Route heraussuchen musst.
  • Informiere Deine Angehörigen oder, wenn Du im Wanderurlaub bist, Deine Unterkunft über Deine Wandertour und teile Ihnen das Ziel und die ungefähre Ankunftszeit mit. Auch eventuelle Routenänderungen solltest Du kommunizieren. So können sie im Notfall durch die längere Kontaktstille reagieren und Deinen ungefähren Aufenthaltsort melden. Die Bergrettung ist unter dem europaweiten Notruf 112 erreichbar.
  • Konzentriere Dich auf den Weg, insbesondere wenn der Pfad sehr schmal ist, und verlasse die vorgesehenen Bergwanderwege nicht.
  • Begegnest Du einem Wildtier, dann bleibe ruhig und ziehe Dich langsam zurück.

In den Höhen der Berge wird die Luft dünner und die Sonneneinstrahlung immer intensiver. Gewöhne Dich daher am Anfang Deines Urlaubs zuerst langsam an die Bergluft und achte auf den richtigen Sonnenschutz. Packe dazu eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz ein.

AchtungAuf einer Bergwanderung kann es vorkommen, dass Du Viehweiden durchqueren musst. Schließe hinter Dir wieder das Gatter, damit das Almvieh nicht ausbrechen kann.

AchtungAuf einer Bergwanderung kann es vorkommen, dass Du Viehweiden durchqueren musst. Schließe hinter Dir wieder das Gatter, damit das Almvieh nicht ausbrechen kann.

Bergwandern mit Kindern – Informationen und Tipps zur Planung und Sicherheit

Bergwandern mit Kindern – Einfache Bergwanderwege sind besonders für Familien geeignet

Eine Wanderung mit Kind in den Bergen ermöglicht den Jüngsten ein spannendes Naturerlebnis und gesunde Bewegung an der frischen Bergluft. Damit Deine Familien-Bergwanderung ein Erfolg wird, solltest Du die Route natürlich gut planen und einige Dinge beachten, damit Dein Kind an der Wanderung Spaß hat und gut mithalten kann.

Je nach Alter Deines Kindes solltest Du immer genügend Pausen und Spielzeiten einplanen, damit sich alle von der Wanderung erholen können. Zudem solltest Du eine Route wählen, die an die Kondition Deines Kindes angepasst ist und die Du, wenn nötig, verlängern oder verkürzen kannst. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Strecken Dein Kind schafft, gibt der Deutsche Alpenverein e. V. Empfehlungen[2]:

  • 1 - 3 Jahre: Mitnahme in einer Kindertrage möglich, Pausen zur freien Bewegung ermöglichen
  • 3 - 6 Jahre: 3 bis 4 Stunden Gehzeit möglich, einfache Bergwege wählen
  • 6 - 10 Jahre: bis zu 5 Stunden Gehzeit möglich, steilere Wege und einfache Kletterstiege möglich
  • 10 - 14 Jahre: bis zu 6 bis 7 Stunden Gehzeit möglich

Diese Empfehlungen geben Dir eine Orientierung, jedoch kennst Du Dein Kind am besten und kannst dessen Kondition realistisch einschätzen. Auch hier empfiehlt es sich, anfangs einfache Bergwanderungen mit Deinen Kindern zu unternehmen und die Schwierigkeit und Länge langsam zu steigern. Möchtest Du mittelschwere bis schwere Bergwanderungen mit Deinem Kind unternehmen, dann musst Du Deinem Kind die richtige Sicherung beim Klettern am Fels erklären, damit die kurzen Kletterpassagen von allen sicher gemeistert werden können.

Damit alle sicher unterwegs sind, solltest Du während der Wanderung mit Deinem Kind folgende Sicherheitshinweise beachten[3]:

  • Vor der Tour über Gefahren und die richtigen Verhaltensweisen aufklären und in den Pausen, wenn nötig, daran erinnern
  • Kinder nur in überschaubaren und sicheren Bereichen vorrausgehen lassen
  • Laufe beim Aufstieg hinter Deinem Kind, um es abzusichern
  • Halte beim Abstieg Dein Kind an der Hand
  • Schwierige Passagen einzeln begehen und danach dem Kind Hilfestellung geben
  • Bei schweren Bergwegen Kinder mit einem Seil (ca. 10 m Länge) absichern

Wenn Du ab und zu stehen bleibst, um die Natur mit Deinen Kindern zu beobachten, lockerst Du die Gehzeit auf und bietest Deinen Kindern tolle Erlebnisse. Mach dabei Deine Kinder auf besondere Pflanzen oder auf Tiere aufmerksam. Verhaltet Euch allerdings ruhig, um die Tiere nicht zu stören, und beachtet die Regeln zum umweltbewussten Verhalten in der Natur.

Fazit

Bergwandern ist eine Outdoor-Sportart, die den ganzen Körper trainiert und es Dir ermöglicht, die Bewegung an der frischen Luft zu genießen. Achte darauf, dass Du Deine Bergwanderung vorher sorgfältig planst, Dich über die Strecken informierst und die richtige Bergwander-Ausrüstung mitnimmst. Möchtest Du eine Bergwanderung mit Kindern unternehmen, dann sollte die Tour an die Kondition der Kinder angepasst und sicher sein sowie viele Pausen und Spielzeiten enthalten. So wird Deine Bergwanderung ein voller Erfolg.

Quellen und weiterführende Literatur:

[1]https://www.alpenverein.de/bergsport/aktiv-sein/bergwandercard/schwierigkeitsgrade-von-bergwegen_aid_28820.html
(abgerufen am 18.12.2019)

[2]https://www.alpenverein.de/bergsport/familie/wandern-bergsteigen-mit-kindern/wandern-mit-kindern_aid_10485.htmll
(abgerufen am 18.12.2019)

[3]https://www.alpenverein.de/chameleon/public/5d83ea6c-c2d0-b4cb-2bf0-13b021ef59ab/Bergsteigen-mit-Kindern_18222.pdf
(abgerufen am 18.12.2019)

Bildquellen:

iStock.com/Uwe Moser

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