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Mutter und Baby genießen die Nähe beim Babyschwimmen

Wasserspaß trifft Förderung – Babyschwimmen

Unter den zahlreichen Babykurs-Angeboten steht Babyschwimmen bei vielen Eltern ganz vorne auf der Liste. Den Säuglingen macht das Planschen im Wasser riesigen Spaß, ganz nebenbei werden auch noch Motorik und Muskulatur trainiert.

Dieser Artikel gibt einen Überblick, wie du den richtigen Schwimmkurs für dich und dein Baby findest, wie ein solcher Kurs aufgebaut ist und welche Zielsetzung er verfolgt. Außerdem erfährst du, ab welchem Alter dein Baby den Umgang mit dem Element Wasser sicher erlernen kann.

Ab wann können wir mit dem Babyschwimmen beginnen?

Experten empfehlen, mit dem Babyschwimmen frühestens zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat zu beginnen[1], erst dann ist eine ausreichende Kopf-Nacken-Kontrolle beim Baby vorhanden. Auch sollte der Säugling schon in der Lage sein, seine Körpertemperatur weitgehend selbstständig zu regulieren. Wann dies der Fall ist, ist bei Babys individuell sehr verschieden. Deshalb solltest du dies vor Kursbeginn unbedingt von eurer Hebamme oder eurem Kinderarzt abklären.

Was passiert beim Babyschwimmen?

Anders als der Name vermuten lässt, ist das Schwimmenlernen nicht Ziel des Babyschwimmens. Vielmehr handelt es sich beim Babyschwimmen um eine Art Wassergymnastik. Das Baby soll Spaß haben, das Element Wasser spielerisch kennenlernen und seinen natürlichen Bewegungsdrang entfalten. Beim Babyschwimmen gelingen Bewegungen, die „an Land“ noch gar nicht möglich wären, weil dort die Muskeln noch an der Schwerkraft scheitern. Durch den Auftrieb im Wasser fällt die Bewegung leichter und die Babys können sich und ihren Körper intensiv entdecken.

Als Eltern bekommt ihr beim Babyschwimmen wichtige Handgriffe und Techniken vermittelt, wie ihr euer Baby sicher im Wasser halten und unterstützen könnt. So kann es die Bewegungsmöglichkeiten im Wasser optimal nutzen und sich dabei behütet und geborgen fühlen.

Verschiedene Wasserspiele und der Einsatz vielfältigen Spielzeugs ermöglichen dem Baby einen unbeschwerten Zugang zum Element Wasser. Die meisten Babyschwimmkurse arbeiten zudem mit Musik. Es gilt als wissenschaftlich belegt, dass das Singen der Sprachförderung dient[2]. Die Wiederholung der Lieder festigt Rituale. Meist werden ein Begrüßungs- und ein Abschiedslied gesungen, einige weitere ergänzen die Spiele und Bewegungsübungen begleitend.

Baby schwimmt im Wasser und wird von Mutter mit speziellem Griff gehalten

Das Babyschwimmen umfasst in der Regel zehn Kurseinheiten. Einzelne verpasste Stunden - wegen Krankheit oder Impfungen - können bei vielen Anbietern nachgeholt werden.

Welche Vorteile bringt das Babyschwimmen für mich und mein Kind?

Babyschwimmen stärkt nicht nur die Muskeln und das Immunsystem deines Babys, es leistet außerdem einen wichtigen Beitrag zur anatomischen und organischen Entwicklung. Haltung, Motorik, Koordination und Gleichgewicht verbessern sich[3]. Durch die bessere Beweglichkeit im Wasser erfahren Selbstwahrnehmung und Körpergefühl eine positive Entwicklung. Für das Baby ist der Kontakt mit dem Wasser eine richtige Sinnesdusche. Der intensive Kontakt von Eltern und Baby im Wasser, die körperliche Nähe und das gemeinsame Erleben stärken das Vertrauen und die emotionale Bindung. Dein Baby entwickelt so schon frühzeitig ein gesundes Selbstvertrauen und Sozialverhalten.

Baby tauchen: Ja oder nein?

In dieser Frage herrscht nicht nur viel Uneinigkeit, sondern vor allem eine immense Unsicherheit bei den Eltern. Zwar ist der angeborene Atemanhalte-Reflex, der gern als Argument für das Tauchen bemüht wird, kein Mythos: Tatsächlich halten Babys automatisch die Luft an, wenn ihr Gesicht mit Wasser in Kontakt kommt. Allerdings verschwindet dieser Reflex in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt[4]. Wann genau das passiert, ist von Baby zu Baby verschieden. Kinderärzte und andere Experten raten deshalb von Untertauchübungen beim Babyschwimmen ab.

Grundsätzlich gilt: Tauchen ist nicht das Hauptanliegen und auch nicht Ziel des Babyschwimmens. Ob solche Tauchübungen befürwortet werden, hängt meist von der Leitung des Kurses ab. Sollte das Untertauchen der Babys Teil des Kursprogramms sein: Behalte die Bedürfnisse deines Babys klar im Blick. Das Baby sollte zum Tauchen bereit sein und Freude daran haben. Wenn du nicht sicher bist oder kein gutes Gefühl dabei hast, ist es völlig in Ordnung, bei dieser Übung auszusetzen. Auch dann, wenn alle anderen mitmachen.

Wie finde ich einen guten Babyschwimmkurs?

Die Kursleitung sollte neben einer entsprechenden Qualifikation als Grundvoraussetzung auch pädagogisch geschult sein und ein gewisses Einfühlungsvermögen mitbringen. Viele Kurse bieten auch die Möglichkeit einer Schnupperstunde an. Hier könnt ihr euch direkt selbst ein Bild machen, wie die Kursleitung arbeitet, wie die Gruppe miteinander umgeht und ob es menschlich zwischen euch passt.

Wichtig ist: Der Kurs soll sowohl den Eltern als dem Baby Freude machen. Bei allem Spaß -ein bisschen Anstrengung ist natürlich dabei: Badetasche packen, zum Schwimmbad fahren, Umziehen, der eigentliche Kurs, Duschen. Der Anfahrtsweg sollte deshalb nicht zu weit sein. So könnt ihr entspannt in den Kurs starten und habt keine lange Rückfahrt, wenn eure kleine Wasserratte nach dem Planschen müde ist.

Was brauchen wir zum Babyschwimmen?

Wenn du dich auf den Weg ins Schwimmbad machst, achte darauf, dass dein Baby bei Kursbeginn ausgeschlafen und satt ist. Außerdem dürfen einige Dinge in der Badetasche auf keinen Fall fehlen:

  • Aqua-Windel: Eine spezielle Schwimmwindel verhindert unliebsame Überraschungen und schützt den Po eures Babys vor Unebenheiten auf der Sitzfläche. Sie ist in den meisten Schwimmbädern Pflicht für Babys und Kleinkinder. Für den Heimweg solltet ihr außerdem auch eine frische, trockene Windel dabeihaben.
  • Badespielzeug: Der Einsatz von Wasserspielsachen ist Teil des Kurses. Einige Lieblingsspielzeuge gehören also in die Badetasche.
  • Bademantel: Damit sich das Baby nach dem Schwimmen nicht erkältet, sollte ein Babybademantel dabei sein. Die Kapuze wärmt zusätzlich das empfindliche Köpfchen.
  • Babycreme: Nach dem langen Aufenthalt im Wasser und der anschließenden Dusche freut sich die Babyhaut über eine Extraportion Feuchtigkeit.

Fröhliches Baby wird von Mutter im Schwimmbecken gehalten

Vorbereitung auf den Kurs

Bevor ihr euch das erste Mal ins Schwimmbecken wagt, kannst du dein Baby auf den Kurs vorbereiten, etwa durch gemeinsames Planschen in der Badewanne. Durch dauerhaften Körperkontakt, Vorsingen und Erzählen gibst du ihm ein sicheres Gefühl und die Chance, sich behutsam an das Wasser zu gewöhnen. Auch die Wassertemperatur lässt sich nach und nach auf 33 Grad senken. Das entspricht der Temperatur in den meisten Hallenbädern.

Was ist sonst noch wichtig?

Das Baby darf immer mitentscheiden. Wie aktiv und intensiv es beim Kurs mitmachen möchte, wird es dir durch sein Verhalten zeigen. Hat es auf einzelne Übungen keine Lust, ist das auch in Ordnung. Nicht selten ist das einfach eine Frage der Tagesform. Wenn du schon zu Hause merkst, dass heute ein „Nörgeltag“ wird, gönnt euch lieber einen ruhigen Nachmittag ohne die Aufregung im Hallenbad.

Gelegentlich kann es vorkommen, dass sich während des laufenden Kurses der Tagesrhythmus eines Babys ändert. Dann kann es passieren, dass es zu der geplanten Uhrzeit keinen Spaß mehr am Schwimmen hat, sondern Hunger hat oder müde ist. Anstatt den Badespaß ganz abzubrechen, könnt ihr in Absprache mit der Kursleitung eventuell in einen anderen Kurs wechseln.

Verweise

[1] http://www.familie.de/baby/babyschwimmen-510755.html

[2] https://www.familie-und-tipps.de/Kinder/Erziehung/Sprachentwicklung/Musik-Bewegung.html

[3] http://www.mathias-spital.com/institute-zentren-fachpraxen/igf-institut-zur-gesundheitsfoerderung/wasserspass-fuer-babys/

[4] http://www.familie.de/baby/wichtige-angeborene-reflexe-beim-baby-510899.html