Gruppe von Kindern mit ihrer Trainerin beim Schwimmkurs im Hallenbad

Frühschwimmer bis Allroundschimmer – Überblick über die wichtigsten Schwimmerabzeichen

Mit etwa fünf Jahren verfügen Kinder über die notwendigen körperlichen Voraussetzungen, um zu lernen, wie sie sich im Wasser sicher und richtig fortbewegen.[1] Die meisten Schwimmbäder bieten Schwimmkurse an, in denen die Kinder das Schwimmen erlernen und auch schrittweise die Schwimmerabzeichen erwerben können. Hier erfährst Du, welche Schwimmerabzeichen es für Kinder und Jugendliche gibt und was in den jeweiligen Prüfungen verlangt wird.

Kinder- und Jugendschwimmabzeichen der ARGE ÖWRW

In Österreich werden die Schwimmerabzeichen von der Arbeitsgemeinschaft Österreichisches Wasserrettungswesen (ARGE ÖWRW) herausgegeben. Wer die Prüfung für ein Schwimmerabzeichen erfolgreich besteht, bekommt ein Schwimmerabzeichen aus Stoff oder als Pin, das auf dem Badeanzug oder der Badehose befestigt werde kann. So kann jeder sehen, welche Erfolge das Kind beim Schwimmenlernen bereits erreicht hat.

Welche Fähigkeiten Dein Kind für die einzelnen Abzeichen nachweisen muss, ist in den Prüfungsbestimmungen für die „Österreichischen Schwimmerabzeichen“ (ÖSA) festgelegt.[2] Die Anforderungen an die Leistungen steigern sich mit jedem Abzeichen.

Mädchen taucht in Schwimmbecken nach einem Reifen für die Schwimmabzeichen-Prüfung

Der Frühschwimmer (Schwimmerabzeichen Pinguin)

Symbolbild Schwimmabzeichen Level 1

Das Frühschwimmerabzeichen kennst Du vielleicht auch unter dem Namen „Pinguin“, da dieses Tier auf dem Abzeichen abgebildet ist. Wenn Dein Kind dieses erste Abzeichen erreicht hat, kann es sich selbstständig frei und relativ souverän im Wasser bewegen. Allerdings weist der Frühschwimmer noch keine sicheren Schwimmfähigkeiten nach. Eine intensive Beaufsichtigung beim Schwimmen ist weiterhin nötig. Das „Seepferdchen“ wird vielmehr als eine Vorbereitung auf die weiteren Abzeichen angesehen. Um die Prüfung zu bestehen, sollte Dein Kind folgendes schaffen:

  • 25 m in beliebigem Schwimmstil schwimmen
  • Vom Beckenrand ins Wasser springen
  • 5 Baderegeln kennen und benennen können

Für den Erwerb dieses ersten Schwimmerabzeichens gibt es keine Altersgrenze.[3] Für Erwachsene klingen diese Anforderungen vielleicht recht simpel, für Schwimmanfänger stellen sie aber bereits eine bemerkenswerte Leistung dar. 25 Meter können für Kinder bereits eine recht lange Strecke sein. Noch dazu soll die Strecke in einer bestimmten, wenn auch nicht unbedingt perfekten Schwimmtechnik gemeistert werden.

Das Schwimmerabzeichen „Freischwimmer“

Symbolbild Schwimmabzeichen Level 2

Das Freischwimmer-Abzeichen ist die nächste Stufe nach dem Frühschwimmer. Die Anforderungen für dieses Schwimmerabzeichen sind schon deutlich höher als beim Frühschwimmer. Die Prüfung kann ab Vollendung des 7. Lebensjahrs abgelegt werden. Wenn Dein Kind nach dem Freischwimmer-Abzeichen weiter regelmäßig zum Schwimmunterricht kommt, erwirbt es mit der Zeit die nötigen Fähigkeiten. Für den Freischwimmer muss Dein Kind folgende Schwimmfähigkeiten[4] unter Beweis stellen:

  • 15 Minuten am Stück in beliebigem Stil schwimmen
  • Aus etwa 1 m Höhe ins Wasser springen
  • Kenntnis der 10 Baderegeln nachweisen

Das Schwimmerabzeichen „Fahrtenschwimmer“

Symbolbild Schwimmabzeichen Level 3

Für den Fahrtenschwimmer steigern sich die Anforderungen nochmal um einiges. Dein Kind kann die Prüfung ablegen, sobald es das 9. Lebensjahr vollendet hat. Um sich das Fahrtenschwimmer-Abzeichen zu verdienen, müssen Prüflinge folgende Aufgaben[5] bewältigen:

  • 15 Minuten am Stück schwimmen in beliebigem Stil
  • 10 m Streckentauchen
  • Einmal einen ca. 2,5 kg schweren Gegenstand aus etwa 2 m Tiefe heraufholen
  • 50 m Rückenschwimmen (ohne Armtätigkeit)
  • Kopfsprung aus etwa 1 m Höhe oder beliebigen Sprung ins Wasser aus 3 m Höhe
  • Kenntnis der 10 Baderegeln nachweisen

Das Schwimmerabzeichen „Allroundschwimmer“

Symbolbild Schwimmabzeichen Level 4

Beim Allroundschwimmer-Abzeichen werden umfangreiche Anforderungen aufgestellt, wodurch sich auch die körperlichen Voraussetzungen erhöhen. Für die Teilnahme an der Prüfung zum Allroundschwimmer muss Dein Kind daher das 11. Lebensjahr bereits vollendet haben. Für das Allroundschwimmer-Abzeichen muss Dein Kind verschiedene Schwimmtechniken beherrschen und seine Vielseitigkeit im Wasser zeigen. Um fortgeschrittene Schwimmfähigkeiten zu beweisen und die Prüfung zu bestehen, müssen folgende Anforderungen[6] erfüllt werden:

  • 200 m schwimmen (100 m Brustschwimmen und 100 m Rückenschwimmen)
  • In weniger als 2:30 Minuten 100 m schwimmen (in beliebigem Stil)
  • Streckentauchen über eine Distanz von 10 m
  • Einmal ca. 2,5 kg schweren Gegenstand aus etwa 2 m Tiefe heraufholen
  • 25 Meter Transportschwimmen (gleich schwere Person ziehen)
  • Kenntnisse der Selbstrettung besitzen
  • Kenntnis der 10 Baderegeln nachweisen

Rettungsschwimmerabzeichen für Jugendliche und junge Erwachsene

Nach dem Allroundschwimmerabzeichen können noch weitere Schwimmerabzeichen erworben werden. Mit den Rettungsschwimmerabzeichen möchte die ARGE die Bereitschaft zum Retten von Leben stärken und vermittelt dafür spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten. Ab dem vollendeten 13. Lebensjahr kann die Prüfung für das erste Rettungsschwimmerabzeichen „Helfer“ abgelegt werden.[7] Bis hin zum Rettungsschwimmlehrer-Abzeichen können nach Alter gestaffelt insgesamt 5 Abzeichen erreicht werden. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen, wird ebenfalls in den Bestimmungen für die Österreichischen Schwimmerabzeichen und die Österreichischen Rettungsschwimmerabzeichen festgeschrieben.[8]

Fazit

Wie jede Sportart muss auch das Schwimmen zuerst erlernt und trainiert werden. Die Österreichischen Schwimmerabzeichen gewährleisten dabei nicht nur einen einheitlichen Standard, sondern sind gleichzeitig auch eine Möglichkeit zur Motivation. Die Aufnäher oder Pins, die die Kinder nach erfolgreich abgelegter Prüfung erhalten können, belohnen für die Mühen der Trainingsstunden und motivieren sie, auch das nächste Schwimmerabzeichen zu schaffen. Trotzdem sollte immer der Spaß an der Bewegung und die Verbesserung der sicheren Schwimmfähigkeiten im Vordergrund stehen. Die Leistungen kommen dann fast von selbst.

Die wichtigsten Baderegeln und Schwimmabzeichen im Überblick findest Du hier noch einmal als übersichtliches PDF zum Download zusammengefasst.

Quellen und weiterführende Literatur:

[1]https://www.rund-ums-baby.de/tipps-vom-kinderarzt/ab-wann-koennen-kinder-schwimmen-lernen.htm
(abgerufen am 30.04.2020)

[2]http://www.owr.at/user/download/schwimmen/OesterreichischeSchwimmabzeichen_Bestimmungen.pdf
(abgerufen am 05.05.2020)

[3]https://www.schwimmabzeichen.at/de/schwimmerabzeichen/fruehschwimmer
(abgerufen am 05.05.2020)

[4]https://www.schwimmabzeichen.at/de/schwimmerabzeichen/freischwimmer
(abgerufen am 05.05.2020)

[5]https://www.schwimmabzeichen.at/de/schwimmerabzeichen/fahrtenschwimmer
(abgerufen am 05.05.2020)

[6]https://www.schwimmabzeichen.at/de/schwimmerabzeichen/allroundschwimmer
(abgerufen am 05.05.2020)

[7]https://www.schwimmabzeichen.at/de/rettungsschwimmerabzeichen/helfer
(abgerufen am 05.05.2020)

[8]https://www.jugendrotkreuz.at/fileadmin/NOE/Formulare_allgemein/oesaoersabestimmungen.pdf
(abgerufen am 05.05.2020)

Bildquellen:

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