Leseförderung Teil 1: Tipps bei Problemen mit der Lesetechnik
Fällt es deinem Kind auch nach längerer Zeit noch schwer, bestimmte Wörter zu entziffern und Silben aneinanderzureihen, bestehen grundlegende Schwierigkeiten mit der Lesetechnik. Dadurch liest es vermutlich sehr langsam und stockend.
In diesem Fall solltest du zu Texten mit einem weniger anspruchsvollen Leseniveau greifen. Manchmal gelingt der Übergang zu einem höheren Leseniveau einfach langsamer. Weiterhin kannst du folgende Anpassungen bei der Leseförderung zu Hause vornehmen:
Nutze Lesehilfen, um deinem Kind die Leseübungen zu erleichtern. Die Hilfsmittel sorgen dafür, dass es die Orientierung beim Lesen nicht so leicht verliert und nicht in der Zeile verrutscht.
Lesepfeil oder ein Leselineal: Dank dieser Hilfsmittel sieht dein Kind immer nur die Textzeile, die gerade gelesen werden soll. Der Text darunter wird bedeckt und kann nicht mehr ablenken.
Lesefolie: Manchen Kindern kann auch eine farbige, durchsichtige Folie helfen, die über den Text gelegt wird. Der Farbkontrast kann die Wahrnehmung des Textes erleichtern und die Konzentration beim Lesen fördern.
Beschränke die Lesezeiten auf kürzere Intervalle, die du z. B. mit einer Eieruhr oder dem Handy-Timer einteilst. Läuft die Zeit ab, kann dein Kind eine Pause machen und sich anderweitig beschäftigen. Das kann mitunter hilfreicher sein als starre Lesezeiten.
Lautes Lesen ist zwar hilfreich für die Festigung der Lesekompetenz, kann für leseschwache Kinder jedoch eine Herausforderung darstellen. Wenn Kinder nur stockend lesen können, macht ihnen das laute Vorlesen wahrscheinlich wenig Spaß und ist eher unangenehm.
Damit Eltern dennoch die Fortschritte ihres Kindes kontrollieren können, bietet sich gemeinsames Lesen an. Beim Lesen im Tandem liest ein Elternteil leise mit und springt ein, sobald das Kind beim Vorlesen ins Stocken gerät. Ist die Hürde überwunden, liest das Kind selbst weiter.
Weiterhin können Kinder ab der 2. oder 3. Klasse auch allein laut vorlesen und sich dabei aufnehmen (z. B. mit einer Voice-Recorder-App). Anschließend können sie sich (eventuell auch gemeinsam mit ihren Eltern) die Aufnahme anhören und beim leisen Mitlesen nach Fehlern oder schwierigen Stellen suchen.