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Panoramablick auf die Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz

Sächsische Schweiz

Südöstlich der Landeshauptstadt Dresden am Rande von Sachsen liegt die Sächsische Schweiz. Sie umfasst den deutschen Teil des Elbsandsteingebirges sowie Teile des Elbtals. Die Region, die sich beiderseits der Elbe zwischen Pirna und der tschechischen Stadt Děčín (deutsch: Tetschen) erstreckt, bietet optimale Voraussetzungen für Erholung und Abenteuer inmitten urwüchsiger Landschaft.

Tafelberge wie der Lilien- und der Königsstein wechseln sich mit zerklüfteten und bereits bewaldeten Felsformationen ab, langgezogene Grate und einzelne Felsnadeln wie die bekannte Barbarine ragen aus dem Boden empor. Hier im Elbsandsteingebirge sind auf engem Raum Höhenunterschiede von bis zu 450 Metern möglich. Die höchste Erhebung des deutschen Elbsandsteingebirges ist der Große Zschirnstein mit 561 Metern.[1]

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Die Region war Inspiration für viele namhafte romantische Künstler. Aus diesem Grund heißt der Hauptwanderweg Malerweg.

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Wenn Du in der Sächsischen Schweiz klettern bist, solltest Du Dir das Boofen (Übernachten unter einem Felsvorsprung) nicht entgehen lassen.

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Für Stiegen und Klettersteige solltest Du schwindelfrei und trittsicher sein!

Seit 1990 ist der Teil der Sächsischen Schweiz rechts der Elbe mit seiner ursprünglichen Landschaft als Nationalparkregion ausgewiesen. Diese wilde Natur war einst Inspiration für namhafte romantische Künstler – wie für Caspar David Friedrichs Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Der bekannte 112 km lange Hauptwanderweg, der in acht Etappen eingeteilt wird, trägt aus diesem Grund den Namen Malerweg.[2]

Wandern in der Sächsischen Schweiz: Über 1.000 km markierte Wanderwege

Die Sächsische Schweiz bietet Dir ein weit verzweigtes, markiertes Wandernetz, das sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist. So kommst Du auch ohne Auto bequem mit Bus, Bahn und Fähre an die jeweiligen Ausgangspunkte. Die Wanderwege sind vielfältig und weisen verschiedenste Schwierigkeitsstufen auf. Du kannst gemütlich spazieren gehen oder über anspruchsvolle Stiegen die Gipfel erklimmen. Neben eintägigen Rundwanderungen gibt es auch eine Trekkingtour auf dem Malerweg in acht Etappen. Wir haben zwei abwechslungsreiche Routen für Dich herausgesucht:

Rundwanderung 1: Lilienstien – Auf den bekanntesten Tafelberg der Sächsischen Schweiz

Ausgangs- und Zielpunkt: Kurort Rathen

Länge: 13,3 km

Dauer: ca. 4 Stunden

Schwierigkeit: mittel

Verlauf: Kurort Rathen – Kottesteig – Lottersteig – Lilienstein – Ebenheit – Halbestadt – Schulhainbrüche – Kottesteig – Kurort Rathen

  • in Rathen Wanderweg mit Markierung „blauer Strich“ folgen
  • dieser führt vom Kottesteig auf den Lottersteig zum Lilienstein
  • Nordaufstieg auf den Gipfel des Liliensteins (415 m) nehmen
  • über den Südabstieg (blauer Strich) bis nach Ebenheit gehen
  • Wanderweg hinunter nach Halbestadt / Fähre nehmen
  • an der Elbe flussabwärts laufen
  • aufwärts durch den Wald an den Schulhainbrüchen vorbei
  • ab Kottesteig zurück nach Rathen

Vom Kurort Rathen aus führt Dich die Rundwanderung über den Kotte- und den Lottersteig auf den Lilienstein – den bekanntesten Tafelberg der Sächsischen Schweiz und zugleich Symbol des Nationalparks. Auf dem Plateau erwartet Dich ein beeindruckender Panoramablick über das Elbtal. Auf dem Gipfel kannst Du in der Felsenbaude auf dem Lilienstein einkehren. Da die Baude in den kalten Wintermonaten geschlossen ist, solltest Du in dieser Jahreszeit Verpflegung im Rucksack haben. Wanderst Du mit Kindern, so besteht besonders auf dem Gipfel erhöhte Aufsichtspflicht.

Blick auf den vom Nebel umhüllten Lilienstein

Rundwanderung 2: Zu Fuß und mit dem Kahn durchs Kirnitzschtal

Ausgangs- und Zielpunkt: Hinterhermsdorf, Parkplatz Buchenparkhalle

Länge: ca. 8 km

Dauer: ca. 4 Stunden

Schwierigkeit: mittel

Hinterhermsdorf Buchenparkhalle – Hohweg – Dachslöcher – Obere Schleuse mit Kahnfahrt – Hermannseck – Wettinplatz – Hinteres Schweinsloch – Tunnelweg – Königsplatz – Königsplatzweg – Hohweg – Hinterhermsdorf Buchenparkhalle

Kahn auf der Kirnitzsch
  • blauem Wegweiser „Obere Schleuse“ folgen
  • über den Hohweg und die Dachslöcher (Stufen) ins Tal absteigen
  • an der Kahnfahrtstation an der Kirnitzschklamm Kahn nehmen (Saison Ostern – Oktober, letzte Fahrt 16 Uhr)
  • am Schleusentor zur Aussicht Hermannseck über Stufen oder einen Felsspalt (rote Markierung) aus der Klamm heraussteigen
  • ebenerdigem Forstweg bis zum Wettinplatz folgen
  • roten Wegweiser Richtung Königsplatz nehmen
  • Hinteres Schweinsloch durchqueren und den Tunnelweg (Stufen) aufsteigen
  • zum Aussichtspunkt Königsplatz (437 m) gehen
  • über den Königsplatzweg (rote Markierung) zurück nach Hinterhermsdorf

Dieser beliebte Rundweg verbindet eine Wanderung durch die urige Landschaft des Kirnitzschtals mit einer Kahnfahrt durch die Kirnitzschklamm. Der Ausguck Hermannseck gewährt Dir tiefe Einblicke von oben in die Klamm. Vom Aussichtspunkt Königsplatz kannst Du Deinen Blick über die Schrammsteine und die Berge der Böhmischen Schweiz schweifen lassen. Die Kahnfahrten durch die Kirnitzschklamm werden von Ostern bis Ende Oktober angeboten. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder bis 16 Jahre 4 Euro. Kinder bis 6 Jahre können kostenlos mitfahren.

Erweiterung Rundwanderung 2: Sachsens höchsten Baum im Kirnitzschtal bestaunen

Bäume erreichen in einer Schlucht durch das Streben nach Licht oft Rekordhöhen. So kannst Du tief in der Wolfsschlucht im Kirnitzschtal Sachsens größten Baum bestaunen. Die 60 Meter hohe Gemeine Fichte ist etwa 400 Jahre alt und weist auf Brusthöhe einen Umfang von etwa 5 Metern auf.

Den pflanzlichen Riesen erreichst Du über einen Abstecher auf unserer Rundwanderung 2:

  • am Aufstieg zum Hermannseck der blauen Markierung in die Kirnitzschklamm folgen
  • auf dem Terrassenweg weiter flussabwärts in die Wolfsschlucht laufen
  • bis zur Talsohle der Kirnitzsch absteigen
  • die Fichte befindet sich direkt auf der rechten Seite des Wanderweges

Für Mutige und Geübte: Stiegen und Klettersteige im Elbsandsteingebirge

Für fortgeschrittene Wanderer gibt es in der Sächsischen Schweiz viele Stiegen und Klettersteige. Hölzerne Trittleitern, enge Felsspalten und knifflige metallische Stufen laden zum Abenteuer ein, das auf den Gipfel führt. Du solltest für die Stiegentouren festes Schuhwerk anhaben, Dich trittsicher fühlen und schwindelfrei sein. Zu den beliebtesten Stiegen in der Sächsischen Schweiz gehören:

  • Häntzschelstiege (Affensteine)
  • Zwillingsstiege (Affensteine)
  • Rübezahlstiege (Reitsteig unterhalb des Großen Winterberges)
  • Rotkehlchenstiege (Schrammsteine)

Den Mutigen, die gern Unterstützung bei den Klettersteigen und zudem Anekdoten über die Stiegen hören wollen, sei eine geführte Stiegentour ans Herz gelegt. Buchen können Sie eine solche Tour beispielsweise bei folgenden Anbietern:

Klettern Sächsische Schweiz

Über 1.100 Gipfel nach den Sächsischen Kletterregeln erklimmen

Mit ihren 1.134 freistehenden Sandsteinfelsen und über 21.000 Kletterwegen[3] bietet die Sächsische Schweiz auch für Kletterer viele spannende Herausforderungen. Im Elbsandsteingebirge findest Du eine ganz besondere Kletterregion mit eigener Schwierigkeitsskala und eigenen Kletterregeln. In der Geburtsstätte des Freeclimbings sind die Wege – nach Schwierigkeit aufsteigend – mit den Nummern I bis XII ausgewiesen. So kannst Du Dir je nach eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen die passende Route heraussuchen. Eingeteilt wird die Region in verschiedene Gebiete. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. bietet eine Übersicht der Klettergebiete.

Da der Sandstein ein relativ weiches und empfindliches Gestein ist, wird zum Schutz des Gebirges nach den Sächsischen Kletterregeln geklettert. Das heißt:

  • Ringe und Seile nur zum Sichern nutzen, nicht zum Fortbewegen
  • Magnesia und metallene Sicherungsmittel wie Klemmkeile und Friends sind nicht erlaubt
  • verwendet werden Knoten und Bandschlinge
Kletterer auf dem Gipfel des Höllenhundes

Dadurch ist das Anbringen von Sicherungen eine besondere Kunst und das Erklimmen der Gipfel eine anspruchsvolle Herausforderung. Grundsätzlich besteht aus Gründen des Naturschutzes zudem Kletterverbot an nassen und brüchigen Felsen. Das komplette Regelwerk findest Du auf der Seite vom Sächsischen Bergsteigerbund e.V. In unserem Artikel Umweltbewusstes Verhalten erfährst Du zudem etwas über das Thema „Naturverträgliches Klettern“.

Für Interessierte und Anfänger gibt es eine Vielzahl an Kletterschulen in der Sächsischen Schweiz. So kannst Du in Schnupper- und Grundkursen von Profis direkt am Felsen in der freien Natur die Kniffe erlernen und ausprobieren, ob das Klettern etwas für Dich ist:

Boofen – Schlafen unterm Felsvorsprung

Du willst zwischen zwei Klettertagen gleich in der Region übernachten? Dann hast Du in der Sächsischen Schweiz die Möglichkeit zu boofen! Das umgangssprachlich-sächsische Wort bedeutet Übernachten in der freien Natur. Du suchst Dir im Elbsandsteingebirge einfach einen Felsvorsprung oder eine Felshöhle (Boofe) und breitest Dein Lager aus. Boofen besitzen oft Feuerstellen für das abendliche Mahl oder die nächtliche Wärme. Achtung: Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist das Nächtigen in freier Natur nur an gekennzeichneten Stellen erlaubt und Feuer generell verboten![4] Der Nationalpark Sächsische Schweiz bietet Dir eine Übersicht der offiziellen Boofen.

Sächsische Schweiz: Sehenswürdigkeiten

Neben den geologischen Highlights wie Felstoren und -nadeln, hat die Sächsische Schweiz auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Burganlagen boten früher Schutz für Handelswege. Einige davon sind auch heute noch erhalten, so die Festung Königstein und die Burg Hohnstein. Andere sind nur noch als Ruine, aber nicht weniger beeindruckend, erlebbar. Im Elbsandsteingebirge kannst Du Deine Wanderung mit der Besichtigung einer Festung oder einem Besuch der Felsenbühne Rathen kombinieren. Eine Fahrt mit der historischen Überlandstraßenbahn kann ein weiteres Highlight Deiner Tour sein.

Sächsische Schweiz: Sehenswürdigkeiten im Überblick

  • Bastei mit Ruine Felsenburg Neurathen
  • Burg Stolpen, tägl. von 10 - 18 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten bis 16 Uhr
  • Burgruine Wehlen
  • Felsenbühne Rathen (Spielplan)
  • Festung Königstein, tägl. von 9 - 18 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten bis 17 Uhr
  • Kirnitzschtalbahn (Fahrplan)

Kontaktdaten zum Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. hält Broschüren zu zahlreichen Themen bereit. Hier kannst Du Dich vor Deinem Besuch in der Sächsischen Schweiz informieren und beraten lassen.

Außerdem bekommst Du Informationen zu weiteren Outdooraktivitäten wie Rad- und Kanutouren. In der Sächsischen Schweiz findest Du vor Ort an vielen Stellen Tourist-Informationen mit Kartenmaterial und Angeboten. Typisch für die Sächsische Schweiz sind die Wanderkarten von Rolf Böhm. Die Detailkarten mit einem Maßstab von 1:10.000 sorgen für eine lückenlose Orientierung – sogar Einzelheiten wie Höhlen und Forstmarkierungen sind kartographiert. Zudem sind die Karten künstlerische Meisterwerke mit Kultstatus und eignen sich nach der Auszeit im Grünen bestens als Souvenir.

Empfehlenswert ist auch der Besuch des Nationalpark Zentrums in Bad Schandau. In dem Besucher- und Informationszentrum erwarten Dich Ausstellungen, Multivisionsshows, verschiedene Veranstaltungen sowie ein regionales kulinarisches Angebot. Für Besuche mit der ganzen Familie ist das Zentrum bestens geeignet.

Fazit: Die Sächsische Schweiz – Ein romantisches Outdoor-Erlebnis

Wandern in der Sächsischen Schweiz kann sehr vielfältig sein. Auf über 1.000 km markierten Wegen kommt hier jeder auf seine Kosten – beim gemütlichen Spaziergang, auf abenteuerlichen Stiegen oder bei einer mehrtägigen Tour auf dem Malerweg. Auf den Spuren der romantischen Maler erlebst Du viele geologische Highlights und atemberaubende Aussichten. Auch das Thema „Klettern Sächsische Schweiz“ birgt durch die eigene Schwierigkeitsskala und die Sächsischen Kletterregeln besondere Herausforderungen. Wer lieber mit dem Rad oder dem Kanu unterwegs ist, hat ebenfalls die Möglichkeit, die Sächsische Schweiz auf diese Weise zu erkunden.

Quellen:

[1] http://www.boehmwanderkarten.de/redaktion/hintergrund/it_ssgberge300_kurz.html

[2] https://www.wanderkompass.de/Deutschland/Malerweg.html

[3] https://www.saechsische-schweiz.de/urlaubsthemen/aktivurlaub/klettern.html

[4] http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/besucherinformation/sonstiges/freiuebernachten/

Bildquellen:

© Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V., Foto: Frank Richter

© Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V., Foto: Frank Exß

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