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Blick in den Nationalpark Harz

Der Harz – Aktivsein im höchsten Gebirge Norddeutschlands

Am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt der sagenumwobene Harz. Er ist ein Mittelgebirge und zugleich das höchste Gebirge Norddeutschlands. Der Begriff Harz leitet sich vom mittelalterlichen Wort „Hart“ ab, das für Bergwald steht. Dichte Wälder sind ebenso typisch für den Harz wie landwirtschaftlich genutzte Hochflächen und Täler mit wilden Flussläufen und Stauseen. Der bekannte Brocken ist mit 1.141 Metern der höchste Berg des Harzes.[1]

Flora und Fauna im Harz sind artenreich und schützenswert. So umfasst die Region um den Harz den Nationalpark Harz, drei Naturparks sowie das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Zudem ist die Region geprägt und umgeben von UNESCO-Weltkulturerbestätten wie Quedlinburg, der Altstadt von Goslar, dem Bergwerk Rammelsberg und der Oberharzer Wasserwirtschaft.

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Im Harz gibt es rund 8.000 km markierte Wanderwege. Der Harzer-Hexen-Stieg zählt sogar zu den „Top Trails of Germany“.

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Im Bodetal besteht an manchen Stellen auf Grund zerklüfteter Granitfelsen Steinschlaggefahr. Beachte die Hinweisschilder!

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Die Harzer Wandernadel – Kinder bekommen bereits ab 11 gesammelten Stempeln die Auszeichnung Wanderprinz und Wanderprinzessin.

Wandern im Harz

Der Harz zählt zu den beliebtesten Wanderregionen Deutschlands. Auf rund 8.000 km ausgeschilderten Wanderwegen kannst Du die Region zu Fuß erkunden.[2] Dabei kannst Du wählen zwischen entspannten Spazierrunden und anspruchsvollen Touren wie dem Harzer-Hexen-Stieg, der zu den „Top Trails of Germany“[3] zählt und den der Tourismusverband als „teuflisch schön und höllisch spannend“[4] beschreibt. Im Folgenden stellen wir Dir das Prinzip der Harzer Wandernadel sowie zwei Rundwanderungen vor:

Wandern im Harz: Die Harzer Wandernadel

Folgst Du den Wegen der Harzer Wandernadel, so kannst Du den kompletten Harz erwandern – mit all seinen bekannten Ecken und verborgenen Winkeln. Mit einem Stempelheft steuerst Du verschiedene Stempelstellen an, die im Harz verteilt sind. Für eine bestimmte Anzahl von Stempeln erhältst Du dann eine Auszeichnung in Form der Harzer Wandernadel. Insgesamt gibt es Stempelstellen an 222 Plätzen. Diese liegen zumeist in der Nähe von Schutzhütten, Waldgaststätten, Aussichtspunkten, Bergwerken und Burgruinen. Das Prinzip ist nicht neu, aber in dieser Größenordnung einmalig in Deutschland.

Hast Du alle 222 Stempel gesammelt, darfst Du Dich „Harzer Wanderkaiser“ nennen. Diese Auszeichnung wurde seit 2007 bereits über 1.000 Mal verliehen.[5] Eine Auszeichnung gibt es aber nicht erst, wenn Du alle Stationen erwandert hast. Ab 8 Stempeln gibt es schon die Harzer Wandernadel in Bronze. Kinder erhalten zum Beispiel bereits ab elf gesammelten Stempeln die Auszeichnungen Wanderprinz und Wanderprinzessin.

Wandern im Harz – Blick zum Brocken vom Torfhaus

Das Stempelheft kannst Du online auf der offiziellen Webseite der Harzer Wandernadel bestellen oder in einer Tourist-Information vor Ort kaufen. Es kostet 3 Euro, wird auf Deinen Namen ausgestellt und ist nicht übertragbar. Das Schöne daran ist: Das Stempelheft ist nicht zeitlich gebunden. Aufgrund der unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen ist es auch für alle geeignet – vom ambitionierten Wanderer bis zur gemütlichen Familienrunde.

Rundwanderung 1: Auf Goethes Spuren zum Gipfel des Brockens

Ausgangs- und Zielpunkt: Torfhaus, Parkplatz „Brockenblick“ (801 m)

Länge: ca. 20 km

Dauer: ca. 6 Stunden

Schwierigkeit: schwer

  • entlang der B4 Richtung Süden laufen
  • vorbei am Nationalpark-Zentrum und Ausflugslokalen
  • nach den letzten Häusern links abbiegen
  • Gabelung rechts in den Nationalpark Harz nehmen
  • ausgeschildertem Goetheweg entlang des Abbegrabens durch den Nadelwald folgen
  • linkerhand Blick aufs Torfmoor genießen
  • weiter geradeaus wandern, Abbe überqueren, an der Kreuzung Kaiserweg folgen
  • linkerhand wieder Goetheweg (Forstweg) nehmen
  • an den Hängen des Quitschenberges bis zum höchsten Punkt entlangwandern
  • Goetheweg leicht bergab folgen, Eckersprung passieren
  • an der nächsten T-Kreuzung links abbiegen
  • entlang der Gleise der Harzer Schmalspurbahn bergauf gehen
  • an der nächsten Kreuzung links abbiegen
  • Schutzhütte passieren und dem steilen Hauptweg zum Gipfel (1142 m) folgen
  • Rückweg über bekannten Goetheweg bis zum Eckersprung
  • an der Schutzhütte rechts halten, entlang der Ecker Richtung Norden gehen
  • an der Gabelung links halten, den Bach kreuzen und am östlichen Hang des Quitschenberges zurückwandern
  • den rechten Weg an der nächsten Gabelung nehmen
  • auf dem Hauptweg durch die moorige Landschaft wandern
  • links in den Ulmer Weg biegen
  • links abbiegen auf den Kaiserweg bis zur Brücke über den Abbe-Arm
  • über die Brücke gehen und Rodelbahnanlagen passieren
  • linken Weg Richtung B4 nehmen
Wandern im Harz – Blick ins Bodetal

Highlights dieser Rundwanderung sind der Blick auf das Torfmoor und der Gipfel des Brockens. Auf diesem weitläufigen Gipfel kannst Du eine 1,5 km lange Rundwanderung am Rande des Plateaus machen und Dich in der „Hexenklause“ stärken. Zu Beginn der Wanderung kommst Du direkt am Nationalparkzentrum TorfHaus vorbei. Ein Besuch lohnt sich. Eine Ausstellung auf zwei Etagen gewährt Dir kostenlos spannende Einblicke in den Nationalpark. Die Öffnungszeiten findest Du auf der Webseite des Nationalparkzentrums Harz.

Tipp: Wenn es Dir möglich ist, wandere diese Tour in der Woche. Am Wochenende ist der Goetheweg oft stark frequentiert.

Rundwanderung 2: Durch das Bodetal über Treseburg auf den Hexentanzplatz

Ausgangs- und Zielpunkt: Thale, großer Parkplatz nahe des Bahnhofs (171 m)

Länge: ca. 18 km

Dauer: ca. 6 Stunden

Schwierigkeit: mittel

  • auf der Steinbachstraße Richtung Süden laufen
  • an der Walther-Rathenau-Straße rechts abbiegen
  • nach links in den Goetheweg gehen
  • Hochseilgarten und Seilbahn-Talstation passieren
  • in das Bodetal wandern
  • Höhle auf der rechten Seite erkunden und hinter sich lassen
  • Jugendherberge und Lokal „Kleiner Waldkater“ passieren
  • schmaler und felsiger werdendem Weg folgen, vorbei am Goethefelsen
  • am Gasthaus „Königsruhe“ mit Biergarten vorbeilaufen
  • Teufelsbrücke queren und weiter bis zum Bodekessel (Wasserfall) wandern
  • weiter bis nach Treseburg, hinter der Tourist-Info links halten
  • links nach der Gaststätte „Zur Luppbode“ kleinen Pfad mit rotem Punkt nehmen
  • Aufstieg bis zur Aussicht „Weißer Hirsch“ (414 m)
  • Pfad mit rotem Punkt weiter folgen und an breitem Weg links abbiegen
  • linksseitigen Abzweig zum Pfeil-Denkmal mit Picknickplatz folgen
  • roter Markierung folgen, vorbei am Tierpark Thale bis zum Hexentanzplatz
  • Abstieg und Rückweg über blaue Markierung nach Thale

Das Besondere an dieser Tour sind die zerklüfteten Granitfelsen, die an den Seiten der Bode steil emporragen. Achtung: Beachte die Hinweisschilder für Steinschlaggefahr. Auf dieser beliebten Rundwanderung kannst Du zudem an vielen Stellen den Blick in das wilde Bodetal genießen. Die Aussichtspunkte „Weißer Hirsch“ und der Hexentanzplatz bieten Dir außerdem weite Aussichten in die Umgebung.

Tipp: Im Nieselregen Regenjacke an und los – die Wege sind dann fast menschenleer und die Wahrscheinlichkeit unzähligen Feuersalamandern zu begegnen, steigt um ein Vielfaches.

Mountainbiken im Harz

Auch Mountainbiker kommen im Harz ganz auf ihre Kosten. Der Harz gilt als beliebtestes Bike-Paradies Norddeutschlands und hat viele gut ausgeschilderte, facettenreiche Routen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu bieten. Von Downhill über Freeride bis hin zu Dirt ist hier alles möglich.

Mountainbike Harz: Die Volksbank Arena Harz

Besonders beliebt sind die markierten 74 Mountainbike-Routen der Volksbank Arena Harz in drei Schwierigkeitsgraden und mit insgesamt 59.000 Höhenmetern. Auf der Webseite der Volksbank Arena findest Du Infos zur Ausschilderung, Routenklassifizierung sowie die verschiedenen Touren – sortiert nach Ausgangsorten oder Level, wie „Das schwerste Dutzend“ und „Die leichtesten Zehn“.

Mountainbike Harz – Mountainbiker an den Hahnenkleeklippen im Harz
UNESCO Welterbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“: Hirschler-Pfauenteich-Kaskade

Mountainbike Harz: Die Bodetal-Routen

Die sieben Bodetal-Routen mit sagenhaften Namen wie „Rübchen und Steinköpfe“ und „Der Großvater an der Teufelsmauer“ führen Dich durch das schroffste Felsental nördlich der Alpen. Hier findest Du abwechslungsreiche Trails durch dichte Wälder, über wurzelreiche Pfade hinauf zu beeindruckenden Aussichtspunkten. Besonders spektakulär ist die Tour „Über die Viktorshöhe“. Auf 51 km Strecke gilt es hier 1.186 Höhenmeter zu überwinden. Die Routen mit Übersicht, Höhenprofil und genauer Beschreibung findest Du auf der Webseite des Harzer Tourismusverbandes.

In fünf Bikeparks Mountainbiken im Harz

Der Harz hat gleich fünf Bikeparks zu bieten, in denen Du Dich neuen Herausforderungen stellen kannst. Die Öffnungszeiten und Preise für Eintritt und Ausleihe von Bikes und Schutzbekleidung erfährst Du auf der jeweiligen Webseite.

Du willst gern Radwandern oder lieber Rennrad fahren? Im Harz findest Du auch dafür optimale Voraussetzungen. Der Tourismusverband Harz e.V. hält Informationsmaterial mit Tourenvorschlägen bereit.

Kontaktdaten Harzer Toursimusverband e.V.

Klettern im Harz

Im Harz finden Kletterer besonders durch die verschiedenen Gesteine wie Sandstein, Kalk, Granit und Grauwacke Abwechslung. Ein beliebtes Klettergebiet mit Granitfelsen ist zum Beispiel das Okertal. Hier erwarten Dich bis zu 50 m hohe Felsen und bis zu 160 m lange Grate. Auf Felsinfo DAV sind über 100 Felsen im Okertal verzeichnet, die Kletterrouten aller Schwierigkeitsgrade aufweisen. Manche liegen nur fünf Minuten von den Parkplätzen entlang des Tales entfernt, zu anderen Felsen musst Du eine kleine Wanderung von bis zu 30 Minuten einplanen. Dafür sind die Felsen nicht überfüllt. Die bekanntesten Kletterfelsen im Okertal sind neben der Marienwand die Treppenstein-, Adler- und Kästeklippen.

Eine Übersicht zum Verhalten am Felsen bieten Dir die Regeln zum Klettern im Harz auf der Webseite des Tourismusverbandes Harz e.V. In unserem Artikel „Umweltbewusstes Verhalten“ findest Du zudem zusätzliche Infos zum Thema „Naturverträgliches Klettern“. Die konkreten Regeln für die bestimmten Felsen und Gesteinsarten erfährst Du in den jeweiligen Kletterführern, an den Informationstafeln vor Ort oder auf Felsinfo DAV.

Fazit: Der Harz – Eine sagenumwobene und facettenreiche Outdoor-Region

Wandern im Harz kann auf den rund 8.000 km markierten Wanderwegen sehr abwechslungsreich sein. Von familienfreundlichen Spazierrunden bis hin zum anspruchsvollen Harzer-Hexenstieg ist für jeden Wandertyp etwas dabei. Wenn Du vorhast, öfter im Harz zu wandern, kann Dich die Stempeljagd nach der Harzer Wanderwandel zu allen geologischen Highlights und Besonderheiten des Harzes führen. Auch Kletterbegeisterte kommen beim Klettern im Harz auf ihre Kosten und können sich der Herausforderung der verschiedenen Gesteinsarten von Sandstein über Grauwacke bis hin zu Granit stellen. Zum Thema „Mountainbike Harz“ hat die beliebteste Bike-Region Norddeutschlands neben unzähligen markierten Routen auch fünf Bikeparks zu bieten.

Quellen:

[1] https://www.harzinfo.de/der-brocken-im-harz.html

[2] https://www.reiseland-niedersachsen.de/erleben/wandern/wanderregionen/wanderlandschaft-harz

[3] http://www.top-trails-of-germany.de/de/top-trails/harzer-hexen-stieg.html

[4] https://www.harzinfo.de/erlebnisse/wandern/harzer-hexen-stieg.html

[5] https://www.harzinfo.de/erlebnisse/wandern/die-harzer-wandernadel.html

Bildquellen:

istock.com/GesturGislason

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