Der teure Start ins Familienleben: Was Eltern 2026 für die Baby-Erstausstattung zahlen
Bis zu 3.350 Euro im Schnitt: Wo die Erstausstattung wirklich teuer wird und wo Sparpotenzial liegt
Ein Baby zu bekommen, ist für viele Paare ein Herzenswunsch. Gleichzeitig kann es in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten finanziell jedoch auch für Unsicherheit sorgen. Denn noch bevor das Kind geboren wird, fallen zahlreiche, teils hohe Ausgaben an: vom Babybett über den Kinderwagen bis hin zu Kleidung und Pflegeprodukten.
Allein die Baby-Erstausstattung kostet 2026 im Durchschnitt zwischen 2.770 und 3.350 Euro, wenn Eltern Möbel, Kleidung und Zubehör neu kaufen. Besonders stark ins Gewicht fallen dabei größere Anschaffungen wie Kinderwagen und Möbel. Je nach Ausstattung, Kaufverhalten und Produktwahl können die Kosten jedoch deutlich variieren. [1]
Die nachfolgende Übersicht zeigt, wie sich die Kosten zusammensetzen können, welche Anschaffungen für den Start wirklich notwendig sind und wo Eltern besonders viel sparen können, ohne auf Sicherheit oder Qualität zu verzichten.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
Die Baby-Erstausstattung kostet 2026 durchschnittlich zwischen 2.770 und 3.350 Euro.
Über die Hälfte der Kosten entfällt auf Kinderwagen, Möbel und Schlafausstattung.
Viele Anschaffungen sind vor der Geburt noch nicht notwendig.
Durch gezielte Planung können viele unnötige Kosten eingespart werden.
Was zählt zur Baby-Erstausstattung?
Wenn von der „Baby-Erstausstattung“ die Rede ist, geht es nicht um eine möglichst umfassende oder besonders hochwertige Ausstattung, sondern um die grundlegenden Dinge, die Eltern für den Start ins Familienleben wirklich benötigen.
Schlafbereich & weitere Möbel: Alles für einen sicheren Schlafplatz und eine praktikable Wickelmöglichkeit für die ersten Wochen (z. B. Beistellbett, Babydecke, Wickelmöglichkeit, Wiege).
Kleidung & Textilien: Eine überschaubare Grundausstattung an Kleidung für die erste Zeit (z. B. Bodys, Strampler, Schlafanzüge, Oberteile, Hosen).
Pflege & Hygiene: Produkte für die tägliche Versorgung, die von Beginn an regelmäßig benötigt werden (z. B. Windeln, Feuchttücher, Pflegeprodukte).
Mobilität & Sicherheit: Ausstattung für unterwegs (z. B. Kinderwagen, Babyschale fürs Auto, Trage, Wickeltasche).
Sonstiger Grundbedarf: Ergänzende Produkte, die den Alltag erleichtern können, deren Nutzung aber individuell ist (z. B. Babyphon, erste Spielzeuge, Still- und Flaschenausstattung).
Eine vollständige Auflistung aller berücksichtigten Produkte finden Eltern in dieser PDF-Checkliste:
Was bewusst nicht berücksichtigt wurde
In der Checkliste sowie der Kostenaufstellung sind Premium-Designprodukte oder Smart-Home-Gadgets bewusst nicht enthalten. Ebenso unberücksichtigt blieben Lifestyle-Artikel oder dekorative Extras, die über eine funktionale Grundausstattung für junge Familien hinausgehen.
So viel kostet die Baby-Erstausstattung 2026
Ein Kind zu bekommen, ist für viele Familien nicht nur eine tief persönliche Entscheidung, sondern erfordert auch eine vorausschauende finanzielle Planung. Vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten und anhaltender Preissteigerungen stellt sich für werdende Eltern zunehmend die Frage, welche Ausgaben mit einem Baby auf sie zukommen werden.
Aktuelle Marktanalysen und -untersuchungen zeigen dabei tatsächlich eine große Preisspanne: Wer alle Produkte neu anschafft, muss Anfang 2026 zwischen 2.770 und 3.350 Euro für die Baby-Erstausstattung einplanen. Je nach Lebenssituation, vorhandener Ausstattung und Kaufverhalten können die tatsächlichen Kosten deutlich niedriger oder höher ausfallen. [1]
Kostenverteilung: Kinderwagen und Möbel verschlingen den größten Teil des Budgets
Die Ausgaben für die Baby-Erstausstattung verteilen sich auf mehrere Produktbereiche, die sich sowohl in ihrer Funktion als auch in ihrer Kostenhöhe deutlich unterscheiden. Ein großer Teil des Budgets entfällt auf wenige zentrale Kategorien, in denen Eltern häufig besonders bewusst auswählen.
Besonders ins Gewicht fallen die Bereiche Mobilität sowie Schlafen und Möbel. Dazu zählen unter anderem Kinderwagen, Babyschale, Babybett und Wickelmöglichkeiten – also Anschaffungen, die sicherheitsrelevant sind und über einen längeren Zeitraum genutzt werden. Zusammengenommen machen diese beiden Kategorien etwa 60 Prozent der Gesamtkosten aus.
Auch Kleidung und Textilien stellen mit ca. 20 Prozent der Ausgaben einen relevanten Kostenblock dar. Trotz der kurzen Nutzungsdauer entstehen hier vergleichsweise hohe Ausgaben, da Kleidung für verschiedene Situationen benötigt wird und auch der saisonale Wechsel eine Rolle spielt.
Die Fixkosten für Pflege und Hygiene (ca. 11 Prozent) sowie für Füttern und Stillen (ca. 9 Prozent) fallen im Vergleich geringer aus, verursachen jedoch laufende Ausgaben, die sich im Alltag regelmäßig bemerkbar machen.
Die prozentuale Kostenverteilung zeigt deutlich, wo die finanziellen Schwerpunkte der Erstausstattung liegen. Sie geben allerdings auch Hinweise, an welchen Stellen Eltern durch Planung, Priorisierung oder alternative Kaufentscheidungen Einfluss auf die Gesamtkosten nehmen können.
Einordnung: Einmalige Kosten statt dauerhafte Belastung
Die Baby-Erstausstattung unterscheidet sich von späteren Ausgaben vor allem durch den knapp bemessenen Zeitrahmen und stellt für viele Familien eine finanzielle Anfangshürde dar. Ein Großteil der Kosten fällt gebündelt vor oder unmittelbar rund um den Geburtstermin an. Möbel, Kinderwagen oder Babyschale werden in der Regel einmalig angeschafft und unterscheiden sich damit von späteren, regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben. [2]
Diese einmaligen Anschaffungen sind nicht mit den laufenden Kosten für ein Kind gleichzusetzen, die sich erst nach und nach entwickeln. Während sich Ausgaben für Kleidung, Pflege oder Alltag allmählich verteilen, konzentriert sich die Baby-Erstausstattung auf eine klar abgegrenzte Startphase.
Gerade diese zeitliche Bündelung macht die Erstausstattung für viele Familien zur größten finanziellen Herausforderung rund um den Beginn des Familienlebens. Hinzu kommt, dass sich das verfügbare Haushaltseinkommen in dieser Phase häufig verändert. Gründe dafür sind unter anderem Elternzeit oder eine reduzierte Arbeitszeit für die Kinderbetreuung.
Die gute Nachricht: Viele Kosten der Baby-Erstausstattung sind planbar und beeinflussbar. Wer Prioritäten setzt, Anschaffungen bewusst auswählt und den tatsächlichen Bedarf realistisch einschätzt, kann die finanzielle Belastung deutlich reduzieren. Welche Anschaffungen für den Start wirklich notwendig sind und wo Eltern sparen können, zeigen die folgenden Abschnitte.
Was braucht man wirklich – und was nicht?
Gerade beim ersten Kind ist es schwierig einzuschätzen, welche Anschaffungen tatsächlich notwendig sind und welche erst später relevant werden oder sich im Alltag als verzichtbar erweisen. Oft werden Produkte vor der Geburt gekauft, obwohl sie erst Monate später oder gar nicht zum Einsatz kommen.
Die folgende Einordnung bietet eine praxisnahe Orientierung. Sie basiert auf Erfahrungswerten und typischen Nutzungsmustern in den ersten Lebensmonaten.
Unverzichtbare Ausstattung für die erste Zeit
Diese Produkte gehören zur Grundausstattung und werden in den ersten Wochen und Monaten nach der Entbindung regelmäßig benötigt:
Fester, sicherer Schlafplatz
Autokindersitz (Babyschale) für sichere Fahrten
Kinderwagen und/oder Tragehilfe, um im Alltag mobil zu bleiben
Grundausstattung an Kleidung
Windeln und grundlegende Pflegeprodukte für die tägliche Versorgung
Wickelmöglichkeit, entweder als Wickelkommode oder flexible Lösung auf vorhandenen Möbeln
Bei der Wahl dieser Produkte sollte der Fokus auf Sicherheit, Funktionalität und Alltagstauglichkeit liegen.
Nice-to-have (erleichtern den Alltag, sind aber nicht zwingend nötig)
Diese Produkte können den Alltag komfortabler machen, sind aber keine Voraussetzung für einen guten Start ins Familienleben:
Babyphon (wenn das Baby in einem anderen Raum schläft.)
Wickeltasche, um unterwegs alles griffbereit zu haben. Alternativ reicht allerdings oft eine normale Tasche.
Stillkissen, das beim Stillen oder Füttern entlasten kann.
Baby-Badewanne, die das Baden erleichtert, aber häufig nur für kurze Zeit genutzt wird. Alternativ nutzen viele Eltern einen Wäschekorb.
Spieluhr und/oder Nachtlicht, die eine beruhigende Atmosphäre schaffen können.
Mehrere Decken oder Krabbeldecken, von denen oft weniger benötigt werden als gedacht.
Wiege, die für manche Babys beruhigend wirkt, aber meist nur ergänzend genutzt wird.
Ob diese Anschaffungen sinnvoll sind, hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem Alltag der Familie ab.
Später relevant (nicht unbedingt vor der Geburt nötig)
Einige Produkte werden häufig früh gekauft, kommen jedoch erst mit zunehmendem Alter des Kindes zum Einsatz:
Hochstuhl, meist erst relevant mit Beginn der Beikost.
Babywippe, die vor allem dann genutzt wird, wenn das Baby längere Wachphasen hat.
Laufgitter, sobald das Kind mobiler wird.
Größeres Spielzeug, das häufig erst nach mehreren Monaten interessant wird.
Ausstattung zum Füttern, da sich erst nach der Geburt zeigt, ob und in welchem Umfang sie tatsächlich benötigt wird.
Hier lohnt es sich, den tatsächlichen Bedarf abzuwarten bzw. Anschaffungen bewusst zu verschieben.
Nicht jede Familie benötigt jede dieser Anschaffungen, da hier der ganz individuelle Alltag, die Wohnsituation und individuelle Bedürfnisse entscheidend sind. Daher ist es sinnvoll, die Erstausstattung schrittweise in den ersten sechs bis zwölf Monaten zu ergänzen, statt alles bereits am Anfang zu kaufen.
Typische Fehlkäufe – und wie man sie vermeidet
Viele Eltern berichten rückblickend, dass sie vor der Geburt Dinge gekauft haben, die sie kaum oder gar nicht genutzt haben. Das liegt weniger an schlechter Planung als an Unsicherheit: Wer zum ersten Mal ein Baby erwartet, möchte gut vorbereitet sein und greift deshalb schnell zu Produkten, die im Alltag später nur selten oder gar nicht benötigt wurden.
Die folgenden Beispiele gehören laut Erfahrungswerten vieler Eltern zu den häufigsten Fehlkäufen bei der Baby-Erstausstattung:
Wickelkommode: Eine sichere und bequeme Wickelmöglichkeit ist wichtiger als das Möbelstück selbst. Viele Eltern wickeln ihr Baby später auf dem Bett, dem Sofa oder auf einer bereits vorhandenen Kommode. Eine breite, gepolsterte Wickelauflage mit erhöhten Rändern ist eine kostengünstige Alternative und kann flexibel auf jeder stabilen Fläche genutzt werden.
Stubenwagen oder Wiege: In den ersten Wochen schlafen viele Babys ohnehin im Beistellbett oder im Kinderwagen. Stubenwagen werden häufig nur kurz genutzt.
Windeleimer: Spezielle Windeleimer sind meist teurer und verursachen durch die speziellen Nachfüllkassetten höhere Folgekosten. Viele Familien nutzen einen normalen, gut schließenden Mülleimer und entleeren ihn häufiger.
Babyflaschen & Sterilisator: Nicht alle Babys werden mit der Flasche ernährt. Die Ausstattung zum Füttern wird oft sicherheitshalber angeschafft, bevor klar ist, ob sie überhaupt gebraucht wird. Hier ist es finanziell sinnvoller abzuwarten, ob ein tatsächlicher Bedarf entsteht.
Baby-Badewanne: Sie wird häufig nur wenige Wochen genutzt.Viele Eltern baden mit ihrem Baby später gemeinsam in der Badewanne und nutzen am Anfang z. B. einen Wäschekorb.
Heizstrahler: In warmen Monaten oder gut beheizten Wohnungen wird ein Heizstrahler selten benötigt.
Wickeltasche: Teure Wickeltaschen sind ein Nice-to-have. Große Taschen oder Rucksäcke mit verschiedenen Fächern eignen sich genauso gut und können später im Alltag noch genutzt werden.
Die größten Spartipps für die Baby-Erstausstattung
Die Kosten für die Baby-Erstausstattung sind nicht fest vorgegeben, sondern hängen auch von den getroffenen Kaufentscheidungen ab. Während sich bei manchen Produkten nur wenige Euro sparen lassen, sind bei kostenintensiveren Anschaffungen wie beim Kinderwagen, bei Beistellbetten, Wickelkommoden oder Wiegen größere Einsparungen möglich, wenn gebrauchte, noch gut erhaltene Produkte gekauft werden.
Die folgenden Spartipps zeigen, wo Eltern den größten Einfluss auf die Gesamtkosten der Baby-Erstausstattung haben:
1. Große Anschaffungen gebraucht kaufen oder leihen
Kinderwagen, Beistellbett oder Wickelkommode sind gebraucht oft deutlich günstiger als neu. Da viele dieser Produkte nur wenige Monate genutzt werden, ist der Zustand häufig noch sehr gut. Zudem ist es sinnvoll, sich im Freundes- oder Familienkreis zu erkundigen, ob Möbel oder andere Ausstattung ausgeliehen werden können.
2. Kleidung gezielt und bedarfsgerecht kaufen
Babys wachsen schnell. Daher werden viele Kleidungsstücke nur kurz getragen. Wer frühzeitig plant und sich auf eine überschaubare Grundausstattung pro Größe beschränkt, vermeidet unnötige Ausgaben.
Gerade bei Kleidung zeigt sich zudem ein hohes Sparpotenzial: Da Babys die Größen rasch wechseln, ist ein Teil der Kleidung oft kaum getragen.
Spartipps für Babykleidung
So lässt sich bei Babykleidung gezielt sparen:
Eine klare Liste pro Kleidergröße erstellen, statt auf Vorrat zu kaufen
Basics wählen, die sich gut kombinieren lassen
Neutrale Farben bevorzugen, da sie vielseitig kombinierbar sind und sich bei mehreren Geschwisterkindern problemlos weiterverwenden lassen
Multipacks kaufen (z. B. Bodys oder Socken), da sie pro Teil meist günstiger sind
Nicht auf teure Marken setzen: Anbieter aus dem mittleren Preissegment bieten Qualität zu bezahlbaren Preisen und ermöglichen Einsparungen auch beim Neukauf.
Sales und saisonale Rabatte nutzen, insbesondere wenn bis zur Geburt noch Zeit ist
3. Anschaffungen zeitlich verteilen
Wer größere Ausgaben über mehrere Monate verteilt, belastet die Haushaltskasse weniger und kann Fehlkäufe vermeiden.
Gerade bei kostenintensiven Produkten wie Kinderwagen, Babybett, Wickelkommode oder Tragehilfen lohnt es sich, vor dem Kauf Zeit in die Recherche und den Produktvergleich zu investieren. Erfahrungsberichte anderer Eltern, unabhängige Tests oder Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld helfen dabei, die Alltagstauglichkeit der Produkte besser einzuschätzen.
4. Wunschlisten für Geschenke nutzen
Viele Eltern erhalten zur Geburt Unterstützung aus dem Freundes- und Familienkreis. Eine frühzeitig aufgestellte Wunschliste hilft dabei, diese Unterstützung sinnvoll zu lenken und Doppelkäufe oder unpassende Geschenke zu vermeiden.
Es ist sinnvoll, auf der Wunschliste Produkte aus unterschiedlichen Preiskategorien zu berücksichtigen. So finden Schenkende passende Wünsche für jedes Budget.
5. Marken bewusst vergleichen – Qualität ist nicht immer eine Frage des Preises
Bekannte Marken stehen häufig für Verlässlichkeit, haben jedoch oft auch einen höheren Preis. In vielen Produktkategorien zeigen jedoch preisgünstigere Alternativen, dass Qualität nicht zwangsläufig teuer sein muss. Das gilt für Pflege- und Verbrauchsprodukte ebenso wie für Kleidung oder Alltagsausstattung. Wer Marken bewusst vergleicht, kann die Kosten der Baby-Erstausstattung deutlich senken, ohne dabei Abstriche bei der Funktionalität, Sicherheit oder Alltagstauglichkeit machen zu müssen.
Weitere Spartipps aus der Praxis
Langfristig denken: Wer plant, mehr als ein Kind zu bekommen, sollte bei größeren, langfristig nutzbaren Anschaffungen (z. B. Möbel) auf Langlebigkeit und Qualität setzen.
Selbermachen: Spucktücher aus alten Textilien oder selbst gestaltete Meilensteinkarten sparen Geld und sind schnell gemacht.
Zubehör einkalkulieren: Bei größeren Anschaffungen prüfen, welches Zubehör wirklich notwendig ist und welche Ausstattung noch nicht enthalten ist. Zusatzkäufe können den Gesamtpreis deutlich erhöhen.
Weiterverkaufen statt einlagern: Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, lassen sich viele Babyprodukte problemlos weiterverkaufen.
Pflegeprodukte reduzieren: Wenige, einfache Produkte reichen gerade am Anfang oft aus. Spezialpflege ist nicht in jedem Fall notwendig und kann auch später noch gekauft werden.
Fazit: Kosten verstehen, besser planen
Die Anschaffung der Baby-Erstausstattung stellt für viele Familien eine der ersten großen finanziellen Herausforderungen dar. Wer alle Produkte neu kauft, muss 2026 mit bis zu 3.350 Euro an Kosten rechnen. Wie hoch die tatsächlichen Ausgaben ausfallen, hängt jedoch stark von individuellen Entscheidungen, bereits vorhandener Ausstattung und dem Kaufverhalten der Eltern ab.
Gleichzeitig zeigt sich, dass ein Großteil der Kosten planbar ist und sich durch bewusste Kaufentscheidungen in vielen Bereichen beeinflussen lässt. Insbesondere bei größeren Anschaffungen lassen sich durch eine gezielte Auswahl, eine gute zeitliche Planung oder den Einsatz gebrauchter Produkte spürbare Einsparungen erzielen.
Wichtig ist dabei, die Baby-Erstausstattung als einmalige Kostenphase zu betrachten. Viele Anschaffungen müssen nur einmal getätigt werden und unterscheiden sich deutlich von den laufenden Ausgaben, die im weiteren Verlauf des Familienlebens entstehen.
[1] Quellen, Kontextdaten & Methodik
Zur Erstellung der Kostenübersicht wurden verschiedene öffentlich zugängliche Statistiken und Informationsangebote herangezogen. Sie dienen der kontextuellen Einordnung der Kosten und ersetzen keine individuelle Beratung.
Amtliche Statistik & Einkommensdaten
Statistisches Bundesamt (Destatis): Daten zu Konsumausgaben privater Haushalte nach Haushaltstyp sowie Informationen zu Lebenshaltungskosten (EVS 2023)
Mikrozensus (MZ-SILC): Tabelle AR11.0 Deutschland – Median und Durchschnitt des Haushaltseinkommens nach Haushaltstyp im Zeitvergleich
Makroökonomischer Kontext
Deutsche Bundesbank: Monthly Report, April 2025 (Vol. 77, No. 4) – wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Preisentwicklung
Markt- & Verbraucherinformationen
Statista: Aufbereitete Markt- und Vergleichsdaten zu Ausgaben für Baby- und Kinderbedarf sowie Visualisierungen auf Basis amtlicher Destatis-Daten (u. a. Verbraucherpreisindex)
https://de.statista.com/themen/12029/babybedarf/ (abgerufen: 18.03.2026)
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1453622/umfrage/kosten-fuer-die-babyerstausstattung-in-deutschland/ (abgerufen: 18.03.2026)
Verbraucherinformationen
Sparkasse: Ratgeber „Kosten für die Babyausstattung“ – Einordnung typischer Kosten, Spannbreiten und finanzieller Rahmenbedingungen für Familien.
Quelle: https://www.berliner-sparkasse.de/de/home/privatkunden/junge-kunden/we-are-family/was-kostet-ein-baby.html (abgerufen: 30.01.2026)Volksbanken Raiffeisenbanken: Ratgeber „So viel kostet die Baby-Erstausstattung“ – Übersicht der Erstausstattungskosten mit Preisspannen und Spartipps.
Quelle: https://www.vr.de/privatkunden/themenwelten/familie/kinder-jugendliche/baby-erstausstattung.html (abgerufen: 02.02.2026)
Qualitative Ergänzungen
Erfahrungsberichte von Eltern sowie Einschätzungen aus der Praxis von Hebammen und Kinderärzten
Alle genannten externen Quellen wurden zur Einordnung und Kontextualisierung der Ergebnisse genutzt.
Für jede Produktkategorie der Baby-Erstausstattung wurden außerdem die Preise von jeweils 15 neuen, standardmäßig ausgestatteten Artikeln aus mehreren Online-Shops erhoben, um aktuelle Vergleichswerte zu erhalten. Berücksichtigt wurden ausschließlich Produkte ohne Premium-, Design- oder Sondereditionen, um eine realistische Grundausstattung abzubilden.
Die ausgewiesenen Durchschnittswerte beziehen sich auf die vollständige Neuanschaffung aller betrachteten Produkte. Zusätzlich wurden für ausgewählte Produktgruppen vergleichbare gebrauchte Produkte in gutem Zustand auf der Online-Verkaufsplattform Kleinanzeigen analysiert, um relative Einsparpotenziale im Vergleich zum Neukauf darzustellen. Auch hier wurden keine Luxus- oder Premiumprodukte berücksichtigt.
[2] Exkurs
Diese einmaligen Kosten für die Erstausstattung sind nicht mit den laufenden Ausgaben für ein Kind gleichzusetzen. Laut Statistischem Bundesamt lagen die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben von Haushalten mit Kindern im Jahr 2023 bei 4.305 Euro pro Monat. In dieser Summe sind allerdings sämtliche Lebensbereiche enthalten, sodass hier auch Kosten für Wohnen und Energie, Lebensmittel oder Verkehr und Freizeit einberechnet werden.
Die Zahl beschreibt damit nicht die Kosten eines Babys, sondern die Gesamtausgaben eines Haushalts mit Kind(ern). Sie verdeutlicht jedoch, dass sich die Kosten für Kinder im Alltag vor allem als laufende Ausgaben bemerkbar machen, während die Baby-Erstausstattung eine klar abgegrenzte, einmalige Kostenphase darstellt.
Auch im Verhältnis zum Einkommen wird diese Besonderheit deutlich: Haushalte mit Kind(ern) verfügten 2024 in Deutschland im Median über ein Netto-Haushaltseinkommen von rund 58.000 Euro pro Jahr. Die Kosten für die Baby-Erstausstattung entsprechen damit zwar einem begrenzten Anteil des Jahreseinkommens, fallen jedoch zu einem Zeitpunkt an, an dem viele Familien finanziell besonders sensibel sind.
Denn ein Großteil der Ausgaben entsteht bereits vor oder unmittelbar rund um die Geburt, während Einkommensersatzleistungen wie das Elterngeld erst im Anschluss greifen. Gleichzeitig reduzieren viele Eltern ihre Arbeitszeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit. Die Baby-Erstausstattung trifft damit häufig auf eine Phase, in der sich das verfügbare Haushaltseinkommen vorübergehend verändert oder neu einpendelt.
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Bildquellen in chronologischer Reihenfolge im Text
Titelbild: Africa Studio – stock.adobe.com
1. Bild im Text: MNStudio – stock.adobe.com
2. Bild im Text: C&A


