Junge Erwachsene lernen für ihre Weiterbildung.

Berufliche Weiterbildung: Angebote und Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung

Neu erlernte Fähigkeiten und Fertigkeiten können viele Vorteile im Job bringen. Einerseits kannst du damit auf neue Entwicklungen in deiner Branche reagieren. Zum anderen bietet dir die berufliche Weiterentwicklung die Möglichkeit, in deinem Job aufzusteigen und neue Aufgaben zu übernehmen. Daher gibt es eine Vielzahl an Weiterbildungsangeboten, die du passend zu deinen individuellen Zielen und Wünschen auswählen kannst. In diesem Artikel erklären wir dir, welche Arten der beruflichen Weiterbildung dir zur Verfügung stehen und welche Bedingungen du dafür erfüllen musst. So findest du die Weiterbildung, die am besten zu dir passt.

Höhere Berufsbildung: Wissenserweiterung im Beruf

Eine Weiterbildung kann verschiedene Ziele haben: Du kannst dich beruflich vollkommen neu ausrichten oder deine beruflichen Qualifikationen in deinem bisherigen Fachgebiet erweitern. Wenn du dich innerhalb deines Berufes weiterentwickeln möchtest, kann die höhere Berufsbildung die passende Art der Weiterbildung für dich sein. Mit der höheren Berufsbildung vertiefst du dein Fachwissen mit dem Ziel, Fach- oder Führungsfunktionen übernehmen zu können.

Voraussetzung für die höhere Berufsbildung ist eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung oder ein gleichwertiger Abschluss der Sekundarstufe II und mehrjährige Berufspraxis. Je nach gewähltem Modell kann die Absolvierung der höheren Berufsbildung bis zu drei Jahre dauern.

Bei der höheren Berufsbildung wird in zwei Bereiche unterschieden:

  • Eidgenössische Prüfungen: Zu den eidgenössischen Prüfungen zählen Berufs- und höhere Fachprüfungen. Diese Art der höheren Berufsbildung übermittelt dir Fähigkeiten, die es dir ermöglichen, eine Führungsfunktion oder die Unternehmensleitung zu übernehmen. Wenn du eine Berufsprüfung ablegst, erhältst du einen eidgenössischen Fachausweis. Damit kannst du eine höhere Qualifikation in deinem Fachbereich nachweisen und somit mehr Verantwortung im Beruf übernehmen. Die höhere Fachprüfung baut auf der Berufsprüfung auf und stellt höhere Anforderungen. Wenn du sie erfolgreich absolvierst, kannst du ein eidgenössisches Diplom vorweisen. Nach dieser Prüfung giltst du als Experte oder Expertin in deinem Fachbereich und kannst sogar bis zur Unternehmensführung aufsteigen. Die Vorbereitung auf die Prüfung kannst du flexibel an deinen Alltag und deine berufliche Situation anpassen. Entweder du besuchst einen Vorbereitungskurs oder lernst im Selbststudium. Plane am besten etwa ein- bis eineinhalb Jahre für die Vorbereitung auf eine eidgenössische Prüfung ein.
  • Höhere Fachschulen: Während du dir für eine eidgenössische Prüfung dein Wissen weitgehend selbst aneignen musst, ist der Bildungsgang an einer höheren Fachschule geregelter. Du erlangst theoretisches Wissen, sammelst aber auch praktische Erfahrungen. An höheren Fachschulen kannst du selbstständiges, methodisches und vernetztes Denken trainieren. Diese Fähigkeiten bereiten dich darauf vor, anspruchsvolle Fach- oder Führungspositionen zu übernehmen. Wie du deine Weiterbildung an einer höheren Fachschule zeitlich gestaltest, bleibt dir überlassen – du kannst berufsbegleitend oder in Vollzeit lernen. In Vollzeit schliesst du deine Weiterbildung bereits nach zwei Jahren ab. Eine berufsbegleitende Weiterbildung dauert meist drei Jahre. Nach dem Abschluss erhältst du ein eidgenössisch anerkanntes Diplom mit dem Zusatz «HF».

Umschulung: eine berufliche Neuausrichtung

Eine Umschulung kann aus vielen Gründen erfolgen, beispielsweise wenn du neue berufliche Ziele verfolgen möchtest oder deinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen kannst. Die Umschulung bietet eine berufliche Neuorientierung. So hast du die Möglichkeit, durch eine erneute Berufsausbildung einen neuen Beruf zu erlernen und dir so neue Wissenshorizonte zu erschliessen. Du kannst zwischen drei Umschulungsformen wählen:

  • Schulische Umschulung: Bei einer schulischen Umschulung steht die Theorie im Vordergrund. Du lernst fast ausschliesslich in einer Berufsschule oder Berufsfachschule. Einige Praxiserfahrungen kannst du durch Praktika sammeln.
  • Betriebliche Umschulung: Die betriebliche Umschulung teilt sich gleichermassen in Theorie und Praxis auf. Den theoretischen Teil absolvierst du in der Berufsschule. Für den praktischen Teil arbeitest du in einem Ausbildungsbetrieb. Bei dieser Form der Umschulung bekommst du ausserdem ein Gehalt.
  • Überbetriebliche Umschulung: Die überbetriebliche Umschulung wird meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Dabei wird dir theoretisches und praktisches Wissen vermittelt. In einigen Fällen sind zusätzliche Praktika nötig.

Die Ausbildung ist meist verkürzt und nimmt etwa Zweidrittel der Zeit einer regulären Ausbildung in Anspruch. Die Umschulung kann sich zum Beispiel durch deine bestehenden Kenntnisse und Fähigkeiten aus vorherigen Tätigkeiten verkürzen. Für den Abschluss der Umschulung musst du eine Prüfung ablegen. Danach kannst du eine anerkannte Berufsausbildung vorweisen.

CheckVor Beginn der Umschulung kann es sich lohnen, wenn du dich bereits etwas in die neue Fachrichtung einliest. Das unterstützt dich dabei, eine Vorstellung davon zu erhalten und den Kurs erfolgreich zu meistern.

CheckVor Beginn der Umschulung kann es sich lohnen, wenn du dich bereits etwas in die neue Fachrichtung einliest. Das unterstützt dich dabei, eine Vorstellung davon zu erhalten und den Kurs erfolgreich zu meistern.

Wissenschaftliche Weiterbildung durch ein Studium

Ein Studium zur Erweiterung des Wissens und beruflichen Weiterentwicklung ist prinzipiell für jeden möglich. Voraussetzung dafür ist entweder ein abgeschlossenes Erststudium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in Kombination mit einer mehrjährigen Berufserfahrung. Eine wissenschaftliche Weiterbildung kannst du an Hochschulen, Universitäten oder Fachhochschulen absolvieren. Diese bieten je nach Bedarf einzelne Kurse oder auch mehrjährige Studiengänge an. Mögliche Abschlüsse sind beispielsweise ein Zertifikat oder ein Weiterbildungsmaster.

Berufsbegleitendes Studium: Weiterbildung neben dem Beruf

Ein berufsbegleitendes Studium bietet dir die Möglichkeit, neben dem Beruf einen akademischen Abschluss zu erlangen. Grundsätzlich gibt es Studienangebote für jeden Fachbereich, sodass du leicht ein Studienfach finden solltest, das zu deinem Beruf passt. Zudem bieten die Hochschulen flexible Studienformen an, die sich in den Berufsalltag integrieren lassen. Entscheidest du dich für ein Präsenzstudium, besuchst du Kurse am Abend oder am Wochenende. Eine weitere Möglichkeit ist ein Fernstudium. Dabei eignest du dir das Wissen vorwiegend im Selbststudium an und musst lediglich zu Prüfungen an der Hochschule erscheinen. Voraussetzungen für ein berufsbegleitendes Studium sind meist:

  • die gymnasiale Maturität
  • ein bis zwei Jahre Berufserfahrung
  • ein abgeschlossenes Erststudium (bei weiterführenden Studiengängen)

Neben den formalen Bedingungen solltest du auch einige persönliche Voraussetzungen mitbringen, denn ein berufsbegleitendes Studium ist oft eine Doppelbelastung. Durchhaltevermögen, Eigenmotivation, Zielstrebigkeit und Zeitmanagement sind daher wichtige Eigenschaften, die dir im Studium helfen. Diese kannst du unter anderem durch eine persönliche Weiterbildung trainieren.

Ein berufsbegleitendes Studium kann je nach gewählter Form einige Monate bis mehrere Jahre dauern.

Berufliche Weiterbildung: Junger Mann lernt zuhause am Schreibtisch.

AchtungBeachte bei der Wahl des Studiums immer die individuellen Voraussetzungen der Hochschulen. In einigen Fällen musst du vorher Aufnahme- oder Eignungstests ablegen. Teilweise kann auch ein Nachweis von Fremdsprachenkenntnissen oder anderen Fähigkeiten erforderlich sein. Informiere dich daher vor der Bewerbung ausführlich über die geltenden Studienvoraussetzungen.

AchtungBeachte bei der Wahl des Studiums immer die individuellen Voraussetzungen der Hochschulen. In einigen Fällen musst du vorher Aufnahme- oder Eignungstests ablegen. Teilweise kann auch ein Nachweis von Fremdsprachenkenntnissen oder anderen Fähigkeiten erforderlich sein. Informiere dich daher vor der Bewerbung ausführlich über die geltenden Studienvoraussetzungen.

Berufsintegrierendes Studium: Kombination von Theorie und Praxis

Das berufsintegrierende Studium ist eine Form der wissenschaftlichen Weiterbildung, bei der Studium und Beruf kombiniert werden. Du lernst nicht abseits deines eigentlichen Berufes, sondern verringerst deine Arbeitszeit geringfügig, sodass du Veranstaltungen an der Hochschule besuchen kannst. Die Seminare oder Vorlesungen finden an einem ganzen Tag oder in längeren Blöcken statt. Der Beruf ist ein fester Bestandteil des Studiums. Das berufsintegrierende Studium erfolgt üblicherweise in Absprache mit dem Arbeitgeber. Voraussetzung ist auch hier eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung.

Wie kann ich mich weiterbilden? Weitere Formen der Weiterbildung

Möchtest du dich zu einem bestimmten Thema weiterbilden, ohne dich für längere Zeit zu einer Fortbildung, Umschulung oder einem Studium zu verpflichten, kannst du auch andere Weiterbildungsangebote nutzen.

  • Seminare und Lehrgänge sind für alle Ausbildungsberufe verfügbar. Bei Fachhochschulen, privaten Instituten oder Kammern kannst du dich über Seminarangebote und Lehrgänge informieren. Diese können einen Tag dauern oder an mehreren Tagen stattfinden. Je nachdem, wie intensiv du dich mit einem Thema beschäftigen möchtest, gibt es unterschiedliche Kursarten. In Grundkursen werden dir grundlegende Kenntnisse in einem neuen Bereich vermittelt. In Auffrischungskursen kannst du bestehendes Wissen aktualisieren. Vertiefungskurse helfen dir dabei, dein Wissen in einem Bereich zu spezialisieren. Mit Hilfe von Erweiterungskursen entdeckst du neue Inhalte eines Themenbereiches.
  • Fernunterricht und E-Learning sind besonders flexible Wege, dich weiterzubilden. Dabei finden unter anderem Webinare statt, in denen dir das Wissen vermittelt wird. Eine andere Möglichkeit ist, dass dir Lernmaterial zugeschickt oder online zur Verfügung gestellt wird. Damit eignest du dir im Selbststudium neues Wissen an. Je nach Art des Kurses kann eine Prüfung am Ende erforderlich sein.

InformationHochschulen und Weiterbildungseinrichtungen werden vom Staat subventioniert. Die Finanzierung deiner Weiterbildung musst du allerdings selbst übernehmen. Solltest du finanzielle Unterstützung brauchen, können dir möglicherweise kantonale Stipendien und Bildungsdarlehen oder auch Darlehen von privaten Stiftungen, Hochschulen oder Institutionen weiterhelfen.

InformationHochschulen und Weiterbildungseinrichtungen werden vom Staat subventioniert. Die Finanzierung deiner Weiterbildung musst du allerdings selbst übernehmen. Solltest du finanzielle Unterstützung brauchen, können dir möglicherweise kantonale Stipendien und Bildungsdarlehen oder auch Darlehen von privaten Stiftungen, Hochschulen oder Institutionen weiterhelfen.

Fazit

Eine Weiterbildung kann dich dabei unterstützen, neue berufliche Ziele zu erreichen. Wenn du dich fragst „Welche Weiterbildung passt zu mir?“, dann solltest du zunächst darüber nachdenken, was du mit der beruflichen Weiterentwicklung erreichen möchtest. Mit einer höheren Berufsbildung kannst du deine Karriere vorantreiben. Durch eine Umschulung hast du die Möglichkeit, einen neuen Beruf auszuüben. Auch der akademische Weg steht dir durch ein berufsbegleitendes oder -integrierendes Studium offen. Die Angebote sind meist für alle Berufe oder Fachbereiche verfügbar. Somit kannst du leicht ein passendes Weiterbildungsangebot für dich finden und von den vielen Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung profitieren.

Quellen und weiterführende Informationen:

https://www.berufsbildungplus.ch/berufsbildungplus/berufsbildung/perspektiven/hoehere-berufsbildung.html
(aufgerufen am 04.08.2021)

https://www.bildung-schweiz.ch/ratgeber/zeit-fuer-eine-neue-herausforderung-so-geht-umschulung
(aufgerufen am 04.08.2021)

https://www.zentraljob.ch/ratgeber/artikel/359/ein-berufsbegleitendes-studium-moeglichkeiten-und-voraussetzungen
(aufgerufen am 04.08.2021)

Bildquellen:

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