Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr: Ehrenamt bei der Feuerwehr beginnen.

Ehrenamt bei der Feuerwehr: Engagiert im Brandschutz

Im Brandfall, bei Unfällen oder nach schweren Unwettern – die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren leisten täglich und vor allem in Ausnahmesituationen unverzichtbare Arbeit. Die Absicherung im Brand- oder Katastrophenschutz wird in Deutschland zu über 90 Prozent von ehrenamtlichen Einsatzkräften geleistet. Ohne das Engagement dieser freiwilligen Helfer wäre die schnelle Einsatzbereitschaft und flächendeckende Versorgung nicht möglich. Daher sind diese wichtigen Ehrenämter stets auf Unterstützung und Nachwuchs angewiesen. Wenn auch du dich im Ehrenamt bei der Feuerwehr einbringen und verwirklichen möchtest, findest du in diesem Artikel die wichtigsten Infos zu Voraussetzungen, Aufgaben und zur Ausbildung.

Ehrenamt bei der Feuerwehr: Welche Aufgaben hat die Freiwillige Feuerwehr?

Wenn es brennt oder ein Unfall passiert ist, rückt die Feuerwehr aus – welche Kernaufgaben die Freiwilligen Feuerwehren übernehmen, ist daher vielen Menschen von Kindestagen an bewusst. Allerdings gibt es noch weitere Einsatzgebiete, bei denen Feuerwehrleute an erster Stelle mithelfen. Diese vier Aufgaben erwarten dich potenziell bei einem Ehrenamt bei der Feuerwehr:

  • Retten: Die Rettung von Menschen (und Tieren) in Notsituationen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr. Die Einsatzkräfte retten Menschen nicht nur aus Bränden, sondern befreien auch eingeklemmte, verschüttete oder abgestürzte Personen.

  • Löschen: Diese zentrale Aufgabe der Feuerwehr umfasst alle Maßnahmen zur Brandbekämpfung, die eingesetzt werden, um ein ausgebrochenes Feuer zu löschen.

  • Bergen: Im Rahmen der Feuerwehrarbeit geht es bei der Bergung um technische Hilfeleistungen, also zum Beispiel das Bergen und Sichern von verunfallten Fahrzeugen oder Gefahrgut.

  • Schützen: Die Feuerwehr kommt auch beim Katastrophenschutz zum Einsatz und leistet außerdem wichtige Maßnahmen zum Umweltschutz, in dem die Einsatzkräfte zum Beispiel die Auswirkungen von Öl- und Chemieunfällen eindämmen.

Nimmst du ein Ehrenamt bei der Feuerwehr auf, erwarten dich viele spannende und wichtige Aufgaben, die du in Teamarbeit mit deinen Kameradinnen und Kameraden leisten kannst. Vom aktiven Einsatzdienst über die Wartung der Gerätschaften und logistische Tätigkeiten bis zur Ausbildung der Nachwuchskräfte gibt es ein breites Aufgabenspektrum, sodass du dich deinen Kompetenzen entsprechend einbringen kannst.

Ehrenamt Feuerwehr: Feuerwehrmann steht in der Umkleide mit Schutzkleidung.

Freiwillige Feuerwehr: Welche Voraussetzungen sind nötig?

Grundsätzlich kann sich jeder Mensch bei der Freiwilligen Feuerwehr bewerben und mitmachen. Die genauen Aufnahmevoraussetzungen können sich jedoch von Feuerwehr zu Feuerwehr unterscheiden und dementsprechend auch unterschiedlich streng sein. Meist kommt es darauf an, für welche Aufgaben eine bestimmte Person eingesetzt werden soll. Allgemeine Voraussetzungen, um der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten, sind zum Beispiel:

  • ein Mindestalter von 18 Jahren

  • gute körperliche Konstitution

  • psychische Belastbarkeit

  • Bereitschaft für eine langfristigere Dienstzeit

  • keine Vorstrafen

Weitere Anforderungen gelten, wenn die ehrenamtlichen Einsatzkräfte unter Atemschutz eingesetzt werden sollen. In diesem Falle muss zum Beispiel die Atemschutztauglichkeit im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung festgestellt werden. Natürlich sind für solche spezialisierten Aufgaben auch gesonderte Ausbildungen notwendig, sodass nicht jeder freiwillige Helfer unter Einsatz von Atemschutzgeräten zu Löschangriffen ausrücken kann.

Wichtig: Die Kosten für die Ausbildung und die Schutzausrüstung werden von der Feuerwehr getragen. Du musst also lediglich einen Teil deiner Freizeit investieren.

Freiwillige Feuerwehr: Ausbildung im Überblick

Wenn du der Freiwilligen Feuerwehr beitreten möchtest, musst du zunächst eine Grundausbildung absolvieren. In Deutschland wird zwischen verschiedenen Ausbildungsbereichen unterschieden, die unterschiedlich zeitintensiv sind und dich für verschiedene Bereiche qualifizieren.

Die Truppmannausbildung stellt die Grundausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr dar und ist in zwei Teile gegliedert. Die Truppmannausbildung Teil 1 umfasst eine Ausbildungszeit von mindestens 70 Stunden und befähigt dich, grundlegende Tätigkeiten bei Lösch- und Hilfeleistungseinsätzen unter Anleitung auszuführen. Die Truppmannausbildung Teil 2 baut darauf auf und vertieft die erlernten Grundlagen. Diese Ausbildung dauert mindestens 80 Stunden und erstreckt sich für gewöhnlich über 2 Jahre.

Weitere Ausbildungswege und -schwerpunkte sind die Truppführerausbildung, technische Ausbildungen (z. B. als Atemschutzgeräteträger oder Maschinist) oder Führungsausbildungen.

Freiwillige Feuerwehr Ausbildung: Einsatzkräfte rücken aus.

Ehrenamt Feuerwehr: Welche Verpflichtungen erwarten dich?

Ein Ehrenamt bei der Feuerwehr ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und dementsprechend mit einigen Verpflichtungen verbunden. Dadurch wird gewährleistet, dass die örtlichen Feuerwehrleute effizient im Team zusammenarbeiten können und im Notfall schnell bereitstehen. Zu den Verpflichtungen der Einsatzkräfte gehören folgende wichtige Punkte:

  • Die Teilnahme an Übungen und Einsätzen ist verpflichtend, wenn es keine triftigen Gründe gibt, die dies verhindern.

  • Feuerwehrleute müssen bei einem Alarm sofort erscheinen.

  • Den dienstlichen Vorschriften und den Anweisungen der Vorgesetzten ist Folge zu leisten.

  • Ein kameradschaftliches Verhalten gegenüber anderen Feuerwehrleuten wird eingehalten.

  • Die bereitgestellte Ausrüstung, die Geräte, Fahrzeuge und Einrichtungen sind pfleglich zu behandeln.

Wenn du der Freiwilligen Feuerwehr beitreten möchtest, solltest du neben diesen Verpflichtungen auch den Zeitaufwand bedenken. Neben der Ausbildungszeit solltest du Zeit für Übungen, Veranstaltungen und die tatsächlichen Einsätze einplanen. Befindet sich dein Arbeitsort im Gebiet der örtlichen Feuerwehr, kann es auch sein, dass du während der Arbeitszeit zu größeren Einsätzen antreten musst. Für diese Zeit muss dich dein Arbeitgeber in der Regel freistellen, aber natürlich ist es ratsam, im Vorhinein Absprachen für solche Situationen zu treffen.

Die Feuerwehr muss rund um die Uhr zu Einsätzen ausrücken, wenn Notsituationen eintreten – diese Einsätze können je nach Schwere des Vorfalls mehrere Stunden andauern. Zu wie vielen Einsätzen du ausrücken wirst, unterscheidet sich natürlich von der Größe des Einsatzgebietes und den auftretenden Notsituationen – daher lässt sich eine Zahl von möglichen Einsätzen nicht vorausberechnen.

Freiwillige Feuerwehr: Welche Gründe sprechen für ein Ehrenamt bei der Feuerwehr?

Die Freiwillige Feuerwehr sichert die Gefahrenabwehr in Deutschland in einem Umfang, der ohne ehrenamtliche Helfer nicht erreicht werden könnte. Allein aus diesem Grund ist es wichtig und lohnenswert, ein Ehrenamt bei der Feuerwehr aufzunehmen. Aber auch weitere Gründe sprechen dafür, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten:

  • Zusammenhalt: Kameradschaft und Teamwork sind das A und O in jeder Feuerwehr, da es wichtig ist, dass sich die Truppmitglieder stets aufeinander verlassen können. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist ein wichtiger Teil des Engagements bei der Feuerwehr.

  • Gesellschaftliches Engagement: Wenn du den Wunsch hast, anderen Menschen zu helfen, kannst du dich bei einer wichtigen Organisation wie der Feuerwehr ideal verwirklichen. Dieses Engagement ist für viele Menschen erfüllend und lohnenswert.

  • Verantwortung und Vorbildfunktion: Als Feuerwehrmitglied hilfst du Menschen in Ausnahmesituationen und sorgst für Sicherheit in anderweitig chaotischen Lagen. Für Kinder und Jugendliche übernehmen Feuerwehrleute daher auch oft eine wichtige Vorbildrolle.

  • Weiterbildung und Weiterentwicklung: Durch die Ausbildung und die Anforderungen der Tätigkeit wächst du nicht nur persönlich über dich hinaus, sondern kannst auch verschiedene neue Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen – z. B. im Umgang mit den benötigten Gerätschaften oder Fahrzeugen.

  • Anerkennung im Bewerbungsprozess: Ein wichtiges ehrenamtliches Engagement wird von vielen Arbeitgebern sehr geschätzt und kann dir daher im Bewerbungsprozess einen Vorteil verschaffen. Vor allem eine langjährige Tätigkeit bei der Feuerwehr zeugt außerdem davon, dass du technisches Verständnis besitzt, teamfähig, belastbar und verantwortungsbewusst bist.

Wenn du auf der Suche nach einer sinnstiftenden Tätigkeit bist, bei der du anderen Menschen helfen kannst, kann das Ehrenamt bei der Feuerwehr genau die richtige Wahl für dich sein.

Tipp

Info zum Katastrophenschutz in Deutschland:

Der Zivil- und Katastrophenschutz wird in Deutschland zu großen Teilen von ehrenamtlichen Helfern geleistet. Neben den Feuerwehren bildet das bundeseigene Technische Hilfswerk einen weiteren wichtigen Pfeiler. Das THW leistet zum Beispiel bei Hochwasser, nach Unwettern oder bei Problemen mit der Stromversorgung effiziente technische Hilfe und steht der Bevölkerung in Ausnahmesituationen zur Seite. Oftmals erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren. Das Technische Hilfswerk engagiert sich dabei nicht nur in Deutschland, sondern ist auch weltweit nach Katastrophen im Einsatz.

Ehrenamt Feuerwehr: Löschfahrzeug und Feuerwehrleute auf der Feuerwache.

Jugendfeuerwehr: Ab welchem Alter kannst du mithelfen?

Bereits Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Dabei werden sie oft spielerisch mit der Bedeutung, den Aufgaben und den Einsatzgebieten der Freiwilligen Feuerwehr vertraut gemacht und an spätere Einsatzarbeit herangeführt.

Kinderfeuerwehr

Ab welchem Alter man bei der Kinder- bzw. Jugendfeuerwehr mitmachen kann, ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. Vielerorts gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Kindergruppen bzw. Kinderfeuerwehren, denen bereits Kinder ab einem Alter von etwa 6 Jahren beitreten können. In diesen Kindergruppen lernen die Kinder altersgerecht und spielerisch mehr über Brandschutz und Verkehrserziehung, unternehmen Wanderungen und Tagesausflüge oder besuchen Leitstellen der Feuerwehr oder Polizei. Auch der Ausbau der Sozialkompetenzen steht hier im Mittelpunkt. Werden die Kinder älter, ist der Übergang zur Jugendfeuerwehr möglich.

Jugendfeuerwehr

Bei der Jugendfeuerwehr können sich Kinder in den meisten Bundesländern ab etwa 10 Jahren engagieren. In Berlin, Sachsen und im Saarland können bereits Kinder ab 8 Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten, in Bayern hingegen erst ab 12 Jahren. Eine weitere Ausnahme bildet Thüringen – dort gibt es keine Kinderfeuerwehr, weswegen bereits Kinder ab 6 Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten können.

In der Jugendfeuerwehr lernen ältere Kinder und Jugendliche bereits die Feuerwehrarbeit kennen und erweitern ihre Kenntnisse, die sie auf den späteren aktiven Einsatz bei der Feuerwehr vorbereiten können. Bei der Jugendfeuerwehr werden theoretische und praktische Kenntnisse unter anderem zu folgenden Bereichen und Aufgabengebieten vermittelt:

  • Fahrzeug- und Gerätekunde

  • Leiterkunde

  • Schlauchkunde

  • Knotenkunde

  • Brandschutz

  • Brandklassen

  • Vorgehen bei einem Löschangriff

  • Erste Hilfe

  • Umweltschutz

Jugendfeuerwehren übernehmen außerdem allgemeine Aufgaben der Jugendarbeit und bieten dementsprechend auch Unternehmungen außerhalb des Feuerwehrdienstes an. Gemeinsame Tagesausflüge, Zeltlager oder sportliche Wettkämpfe stärken den Zusammenhalt und die Teamarbeit innerhalb der Jugendgruppen.

Tipp

Jugendfeuerwehr im Einsatz?

In vielen Bundesländern dürfen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren bei Einsätzen mitfahren und bei bestimmten Aufgaben mithelfen. Dabei dürfen sie allerdings nur außerhalb des Gefahrenbereichs tätig werden. Sie dürfen beispielsweise bei einem Löscheinsatz nicht bis zur Brandstelle. Genauere Informationen, ab welchem Alter ein Eintritt in den aktiven Einsatzdienst möglich ist und ob beispielsweise eine Erlaubnis der Erziehungsberechtigten nötig ist, erfährst du beim zuständigen Landesverband der Jugendfeuerwehren oder bei deiner örtlichen Kreis- oder Stadtfeuerwehr.

Fazit: Freiwilliger Einsatz bei der Feuerwehr

Ein Ehrenamt bei der Feuerwehr auszuüben, hilft dir nicht nur, über dich selbst hinauszuwachsen und neue Fähigkeiten zu erlangen: Freiwillige Helfer bei der Feuerwehr leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft und helfen täglich Menschen in Not- und Ausnahmesituationen. Möchtest du dich bei der Freiwilligen Feuerwehr in deiner Region engagieren, kannst du jederzeit auf die Ansprechpartner in deiner Region zugehen und dich informieren. Erfüllst du die grundlegenden Voraussetzungen, kannst du deine Ausbildung auch im Erwachsenenalter starten und findest eine starke Gemeinschaft, an deren Seite du wichtige Arbeit leisten kannst.

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Quellen und weiterführende Informationen

https://www.mdrjump.de/thema/quicktipp/freiwillige-feuerwehr-mitglied-werden-regeln-aufgaben-100.html

(abgerufen am 13.12.2022)

https://www.malteser.de/aware/stories/einsatz-bei-der-freiwilligen-feuerwehr.html#c406627

(abgerufen am 13.12.2022)

https://www.sichere-feuerwehr.de/feuerwehr/zugehoerige-themen-fw/persoenliche-anforderungen-und-eignung-freiwilligen-feuerwehren

(abgerufen am 13.12.2022)

https://www.wirliebenfeuerwehr.de/ausbildung-bei-der-freiwilligen-feuerwehr/

(abgerufen am 13.12.2022)

https://www.feuerwehrverband.de/app/uploads/2020/01/Signet_DJF-Logo.pdf

(abgerufen am 13.12.2022)

https://jugendfeuerwehr.de/

(abgerufen am 14.12.2022)

https://www.feuerwehrverband.de/app/uploads/2020/05/2017_12_DFV-Informationen_Altersgrenzen_JF_FF_BF_WF.pdf

(abgerufen am 14.12.2022)

https://www.feuerwehrmagazin.de/wissen/unfallversicherung-sicher-ueben-mit-der-jugendfeuerwehr-59603

(abgerufen am 14.12.2022)

Bildquellen

iStock.com/AlenaPaulus

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