Lernmotivation – Vater lobt seine Tochter beim Lernen.

Lernmotivation: Spass am Lernen fördern & hilfreiche Lernmethoden

Kinder haben von klein auf viel Freude daran, Neues zu entdecken, ihre Umgebung zu erforschen und stetig dazu zu lernen. In der Primarstufe müssen sie sich jedoch langsam an andere Lernmethoden und strengere Abläufe gewöhnen. Als Elternteil kannst du dein Kind dabei unterstützen, die natürliche Freude am Lernen zu bewahren oder neu zu entfachen. Hier findest du daher viele nützliche Tipps, wie du die Lernmotivation deines Kindes steigern kannst und welche Lernmethoden den Wissenserwerb erleichtern können.

Wie kann man Kinder zum Lernen motivieren? – Lernmotivationen im Überblick

Wie erfolgreich Kinder lernen und wie viel Freude sie dabei empfinden, hängt auch davon ab, aus welchen Gründen sie lernen und Ufzgi machen. Grundsätzlich kann man zwischen zwei verschiedenen Arten von Lernmotivation unterscheiden:

  • Extrinsische Lernmotivation: Dein Kind lernt, weil es sich etwas Positives (gute Noten, eine Belohnung, etc.) davon verspricht oder negative Konsequenzen (schlechte Noten, Ärger, etc.) vermeiden möchte.

  • Intrinsische Lernmotivation: Dein Kind lernt, weil es Spass am Lernen und Interesse am Schulstoff hat, die Zusammenhänge verstehen und für das Leben dazulernen möchte.

Es ist ganz normal, dass dein Kind von beiden Arten angetrieben wird, allerdings sollte im Idealfall die intrinsische Lernmotivation überwiegen. Somit kann dein Kind selbst Begeisterung zum Lernen aufbringen, zeigt echtes Interesse am Schulstoff und erhält sich den kindlichen Wissensdrang.

Allerdings kann es passieren, dass die Freude am Lernen über die Schullaufbahn hinweg getrübt wird. Zum Beispiel empfinden manche Schüler im Laufe der Primarstufe einen gewissen Leistungsdruck, der Lernen mit Stress in Verbindung bringt. Langsam werden Schulnoten immer wichtiger, da diese über den weiteren schulischen Werdegang bestimmen. Andere Schüler können sich vielleicht für bestimmte Schulfächer nicht begeistern. Daher ist es immer hilfreich, den wahren Grund für eventuellen Lernfrust und eine passende Lösung dafür zu suchen. Häufig gibt es drei Ursachen, die die Lernmotivation beeinträchtigen können:

  • Dein Kind fühlt sich unterfordert. Es stellt sich vermutlich die Frage „Muss ich das überhaupt üben/lernen? Ich kann das schon“. In diesem Fall solltest du den tatsächlichen Lernstand deines Kindes überprüfen. Hat es das nötige Grundwissen in einem Bereich, kannst du dir eventuell Zusatzaufgaben ausdenken, die die Lernmotivation steigern können.

  • Dein Kind fühlt sich überfordert. Entweder erscheint ihm die Aufgabe zu schwer oder es hat eventuell im Unterricht etwas verpasst. Es kann helfen, wenn du die Aufgabenstellung in deinen Worten noch einmal wiederholst oder ihr gemeinsam den Schulstoff nochmal durchgeht.

  • Dein Kind stellt den Sinn des Lernens in Frage. Überlegt gemeinsam, warum der Lernstoff wichtig ist und wie er im Alltag gebraucht wird. Auf diese Weise versteht dein Kind besser, warum es lernen sollte und wie es das Wissen anwenden kann.

Zudem kann es hilfreich sein, wenn du die Hausaufgaben- und Lernzeiten fest in den Tagesplan integrierst. Solche Strukturen geben Kindern Orientierung und ermutigen sie, sich den anstehenden Aufgaben selbstständiger zu widmen.

Wie lernt man am besten? Lernzeiten & -routinen für zuhause

Routinen regeln den Tagesablauf und stimmen Kinder durch wiederkehrende Abläufe auf bestimmte Aufgaben ein. Deshalb lohnt es sich, wenn ihr zusammen festgelegte Lernzeiten und Lernroutinen in euren Alltag integriert. Wichtig dabei ist, dass dein Kind mitbestimmen sollte, wann die Lernzeiten im Kalender eingetragen werden. Das stärkt sein Selbstbewusstsein und zeigt, dass es ein Selbstbestimmungsrecht hat, was wiederum die Lernmotivation steigern kann. Ausserdem könnt ihr so die Lernzeit an die Bedürfnisse deines Kindes anpassen. Manche Kinder brauchen nach der Schule erst einmal eine Pause, während andere so früh wie möglich beginnen möchten.

Sobald ihr eine Lernzeit festgelegt habt, könnt ihr diese in drei unterschiedliche Phasen unterteilen:

  1. Die Vorbereitungsphase: Geht dafür zusammen alle Haus- und Lernaufgaben durch und erstellt zusammen einen Lernplan. Lass dein Kind hier selbst bestimmen, mit welchen Fächern es sich zuerst beschäftigen möchte. Zeige schon beim Erstellen des Lernplans Interesse für die Aufgaben und Schulfächer. Stelle zum Beispiel tiefer gehende Fragen oder lass dir die Aufgaben zeigen. Bemerkst du, dass sich dein Kind nicht so recht für eine Aufgabe begeistern kann, solltest du verdeutlichen, wie sich das neue Wissen anwenden lässt (z. B. wer gut in Mathe ist, kann später Astronaut oder Tierarzt werden) und/oder eine kleine Belohnung (z. B. gemeinsame Aktivität) in Aussicht stellen.

  2. Die eigentliche Lernzeit: Lass dein Kind weitestgehend eigenständig arbeiten und signalisiere so dein Vertrauen. Natürlich kannst du in der Nähe bleiben, falls dein Kind Fragen hat, jedoch solltest du nicht die ganze Zeit über seine Schulter schauen. Sollte dein Kind während des Lernens auf Probleme stossen oder die Lust verlieren, könnt ihr zusammen nach einer anderen, geeigneteren Lernmethode suchen.

  3. Die Schlussphase: Wenn dein Kind den Lernplan abgearbeitet hat, könnt ihr diesen noch einmal durchgehen und nachsehen, dass nichts vergessen wurde. Auch hier kannst du besondere Leistungen oder neue Fähigkeiten loben und würdigen, um die Lernmotivation und das Selbstvertrauen deines Kindes zu stärken. Räumt zusammen den Lernplatz auf und löst die eventuell versprochene Belohnung ein.



Tipp

Ein gut aufgeräumter und ausgestatteter Lernplatz ermöglicht es deinem Kind, konzentrierter zu arbeiten. Ein optisch abgetrennter Bereich im Kinderzimmer mit einem eigenen Schreibtisch etabliert diesen Bereich als Lernort und schafft ein gutes Lernklima.

Lernmotivation steigern: So kannst du dein Kind zum Lernen motivieren

Kinder, die ihre Lernmotivation zeitweise verloren haben, brauchen oft Unterstützung dabei, die Freude am Lernen wiederzuentdecken. Diese Tipps können dir dabei helfen, die Lernmotivation deines Kindes wieder zu steigern:

  • Achte darauf, dass dein Kind ausgeschlafen ist, genug Bewegung hatte und genügend gegessen und getrunken hat, bevor die Lernzeit beginnt. So ist es konzentrierter und motivierter.

  • Kurze Pausen zwischen den Lerneinheiten sorgen dafür, dass dein Kind konzentrierter weiterarbeiten kann. Plane daher kleine Pausen von 5 bis 10 Minuten ein, in denen dein Kind sich kurz bewegen kann.

  • Verstärke regelmässig die intrinsische Motivation deines Kindes, indem du es auf interessante Aspekte bestimmter Schulfächer hinweist (z. B. durch Ausstellungen im Museum, Lernvideos/Dokumentationen, Ausflüge in die Natur, Experimentierkästen, Spiele wie Stadt-Land-Fluss oder das Mitrechnen an der Kasse). Zudem kannst du verdeutlichen, welche neuen Fähigkeiten es durch den Unterricht dazugewinnt (z. B. ganze Bücher lesen, Kopfrechnen usw.) und wie es diese im Alltag anwenden kann. Auch Langzeitziele wie der Traumberuf, sportliche Ziele oder persönliche Wünsche (Klavier spielen können, sich in einer Fremdsprache unterhalten usw.) können die intrinsische Motivation befeuern.

  • Lob und Wertschätzung stärken das Selbstbewusstsein und die Lernmotivation. Achte beim Loben darauf, dass du dein Kind für etwas lobst, was es direkt beeinflussen kann (z. B. konzentriert gearbeitet, hat sich angestrengt, selbstständig mit Lernen begonnen, sauber gearbeitet, etwas nochmal versucht). So merkt dein Kind, dass es seinen Erfolg selbst in der Hand hat.

Wie lernt man am besten – Mutter und Tochter lernen zusammen.
  • Bemerke kleine und grosse Fortschritte und führe sie dabei direkt auf bestimmte Übungen und Leistungen zurück (z. B. besser Kopfrechnen als letzte Woche durch fleissiges Üben, Schulthek alleine gepackt mithilfe der selbst geschriebenen Checkliste). Auf diese Weise verknüpfst du eine Anstrengung mit einem Erfolg und dein Kind merkt, dass die Übungen einen Sinn haben. Nützlich ist es hier auch, wenn ihr euch gemeinsam kleine Lernziele ausdenkt, die dein Kind durch gezielte Übungen gut erreichen kann.

  • Lass die Schule nicht zum Hauptthema in der Familie werden. Sprecht vor und nach den Hausaufgaben- und Lernzeiten über die Schule, besprecht eventuelle Probleme aber nicht vor der ganzen Familie. So weiss dein Kind, dass du dich um es sorgst, jedoch die schulischen Leistungen nicht der Mittelpunkt des Familienlebens sind.



Tipp

Konkrete Lernziele können die Lernmotivation steigern. Überlegt euch, welche sichtbaren Erfolge es schon mit wenigen Aufgaben erreichen kann (z. B. schriftliches Multiplizieren verstehen) und welche langfristigen Erfolge es erzielen kann, wenn es in diesem Bereich weiterlernt (z. B. alle schriftlichen Rechenoperationen meistern, das nächste Mal die Zutaten für den Kuchen errechnen, besser in Mathe werden).

Kinder zum Lernen motivieren: Hilfreiche Lernmethoden & Lerntechniken für Schüler

Um die Lernmotivation neu zu entfachen, hilft es oft, Zusammenhänge herzustellen und den Lernstoff in einen neuen Kontext zu bringen. Als Elternteil kannst du gut einschätzen, welche praktischen Beispiele deinem Kind einen Sachverhalt am besten verdeutlichen würden oder wie du die Aufgaben anpassen kannst, damit dein Kind sie versteht.


Dabei kannst du auch darauf achten, welchem Lerntyp dein Kind angehört. Diese beschreiben, wie Schüler Informationen am besten aufnehmen und sich merken können. Häufig wird zwischen vier Lerntypen unterschieden:

  • auditiver Typ: lernt besser, wenn er Schulstoff hört und selbst spricht

  • visueller Typ: kann Schulstoff besser aufnehmen, wenn dieser optisch ansprechend aufgearbeitet ist

  • haptischer Typ: merkt sich Dinge besser, wenn er sie anfassen/fühlen kann (z. B. Rechenschieber oder Modelle)

  • kommunikativer Typ: arbeitet Lernstoff am besten durch Gespräche und Diskussionen auf

Oft bevorzugen Kinder mehr als einen Lerntyp bzw. eine Mischform aus mehreren Lerntypen. Dies kannst du dir zunutze machen und den Schulstoff so aufarbeiten, dass ihn dein Kind gut aufnehmen kann. Diese Lernmethoden können dir dabei helfen:

  • Rollenwechsel: Du bist der Schüler und dein Kind der Lehrer. Lass dir den Schulstoff erklären und stelle tiefer gehende Fragen, die es deinem Kind erlauben, den Schulstoff besser zu durchdenken.

  • Digitale Medien: Kinder sind fasziniert von Apps, Filmen und Podcasts. Nutze diese Begeisterung, um den Schulstoff durch verschiedene Lernmedien zu vermitteln.

  • Visuelle Aufarbeitung: Mindmaps, Listen und auch Bilder erleichtern visuellen Lerntypen die Wissensaufnahme.

  • Lernen und Bewegung: Verknüpfe Übungen und Lernaufgaben mit Bewegung. Zum Beispiel könnt ihr bei Matheübungen Treppen steigen oder hüpfen, um das richtige Ergebnis auszurechnen (z. B. 3 – 2 = ? – dafür steigt dein Kind 3 Treppen hoch und 2 zurück).

Lerntechniken für Schüler – Junge ordnet Nahrungsmitteln Buchstaben zu.
  • Zettel verteilen: Bringe Klebezettel mit Fakten oder Vokabeln überall in der Wohnung an. So wiederholt dein Kind ganz nebenbei seinen Schulstoff und kann ihn sich besser merken.

  • Aktiv lesen: Bei komplexen Texten oder Aufgabenstellungen kann sich dein Kind die Informationen neu erarbeiten, indem es Textstellen markiert, Stellen mit Fragenzeichen oder Kommentaren versieht und wichtige Punkte einkreist. Zudem kann es jeden Absatz in eigenen Worten kurz zusammenfassen.



Tipp

Tipps und Tricks, wie du dein Kind zum Lesen motivieren kannst, findest du in unserem Artikel „Lesemotivation steigern“.

Fazit: Lernmotivation steigern durch Gespräche, Tipps & die passenden Lernmethoden

Fehlende Lernmotivation hat oft versteckte Ursachen, denen du zusammen mit deinem Kind auf den Grund gehen kannst. Durch gemeinsame Gespräche, regelmässiges Wiederholen des Lernstoffes oder neue Lernmethoden könnt ihr Aufgabenstellungen und Schulstoff so anpassen, dass das Lernen ganz schnell wieder viel Freude bereitet.



Mehr Artikel entdecken:

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Quellen:

https://www.mit-kindern-lernen.ch/lernen-kinder/motivieren/104-lernmotivation-10-kurztipps

(aufgerufen am 05.07.2022)

https://www.scoyo.de/magazin/lernen/lerntipps-lernmotivation/tipps-eltern-so-motivieren-sie-ihr-kind-zum-lernen/

(aufgerufen am 05.07.2022)

https://www.scoyo.de/magazin/lernen/lernen-mit-spass/lernfrust-ueberwinden/

(aufgerufen am 05.07.2022)

https://www.wireltern.ch/artikel/lerntipps-fuer-schueler-1119

(aufgerufen am 05.07.2022)

https://www.familienleben.ch/kind/schule-ausbildung/lerntypen-test-finden-sie-heraus-wie-ihr-kind-am-besten-lernt-5691

(aufgerufen am 05.07.2022)

Bildquellen:

iStock.com/Pekic

iStock.com/Riska

iStock.com/Halfpoint

iStock.com/FamVeld

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