Zweijährige Berufsausbildung
Die zweijährige Berufsausbildung, die mit dem eidgenössischen Berufsattest EBA abschliesst, bietet Jugendlichen mit einer Lernschwäche die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Dabei wird der Fokus verstärkt auf die Praxis gelegt, sodass die Schüler nur einen Tag pro Woche in der Berufsschule und die anderen Tage im Betrieb sind. Während der beruflichen Grundbildung erhalten die Jungen und Mädchen eine umfassende Betreuung. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Lehre bei besonderem Förderungsbedarf um ein Jahr zu verlängern.
Praktische Ausbildung Schweiz (PrA)
Die PrA ist ein Berufbildungsangebot des nationalen Branchenverbands der Dienstleister für Menschen mit Behinderung INSOS. Das PrA bietet Menschen mit Lernschwierigkeiten eine berufliche Zukunft, wenn die dualen Berufslehren EBA (eidgenössisches Berufsattest) und EFZ (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) nicht infrage kommen. Jugendlichen mit einer Lernschwäche stehen um die 80 PrA-Berufe zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise diese Branchen:
Audiovisuelle Technik/Medienproduktion: Praktiker/in PrA Grafik, Praktiker/in PrA Printmedien
Baugewerbe, Hoch- und Tiefbau: Praktiker/in PrA Bau, Praktiker/in PrA Malerei
Bildende Kunst, Musik: Praktiker/in PrA Kunsthandwerk, Praktiker/in PrA Schauspielerei
Gebäudetechnik: Praktiker/in PrA Haustechnik
Ernährung: Praktiker/in PrA Lebensmittel, Praktiker/in PrA Bäckerei-Konditorei-Confiserie
Natur: Praktiker/in PrA Gärtnerei, Praktiker/in PrA Tierpflege, Praktiker/in PrA Landwirtschaft
Gastgewerbe: Praktiker/in PrA Hauswirtschaft, Praktiker/in PrA Hotellerie
Handel: Praktiker/in PrA Detailhandel, Praktiker/in PrA Logistik
Fahrzeuge: Praktiker/in PrA Automobil, Praktiker/in PrA Zweirad
Maschinenbau: Praktiker/in PrA Elektroarbeiten, Praktiker/in PrA Mechanik
Textil & Bekleidung: Praktiker/in PrA Schuhreparaturen, Praktiker/in PrA Nähen
Tipp: Mehr Infos und PrA-Berufe findest du auf der Webseite des nationalen Branchenverbands der Dienstleister für Menschen mit Behinderung INSOS.
Ausbildung mit Behinderung: Hilfs- und Beratungsstellen im Überblick
Eine individuelle Beratung hilft dir, den richtigen Beruf und die richtige Ausbildung für dich zu finden. Wende dich daher mit Fragen zur Vorbereitung auf deine Ausbildung an diese Stellen:
Kantonales Amt für Berufsbildung: ist die Anlaufstelle in deinem Kanton, die dich zu möglichen Ausbildungsberufen berät und dir auch Brückenangebote vermittelt.
Unterstützung durch die Invalidenversicherung (IV): unterstützt dich finanziell bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung und berät dich zu deinen Berufswünschen und Interessen. Die IV ist auch deine Anlaufstelle, um Hilfsmittel zu beantragen (z.B. spezielle Computer für Blinde, Rampen für Rollstuhlfahrer).
Selbsthilfe-Vereine und Verbände für Menschen mit Behinderung: Bei diesen Vereinen kannst du Hilfe rund um die Ausbildung bekommen. Sie können dir bestimmte Förderungen erklären oder dir helfen, Termine mit Beratern zu vereinbaren.
Fazit: Menschen mit Lernschwäche oder einer Behinderung können mit der richtigen Ausbildung ihren Traumjob finden
Auf dem Arbeitsmarkt gibt es einige Programme und Förderungen, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, eine geeignete Lehre zu finden. Durch Hilfsmittel und individuelle Förderung sollen die Schwierigkeiten ausgeglichen werden, die eine Behinderung mit sich bringen kann. So können alle angehenden Lehrlinge ihre Stärken kennenlernen und einen passenden Job finden.
* Dieser Ratgeber fasst allgemeingültige Informationen zur Berufsorientierung sowie zum Ausbildungsprozess zusammen, um Berufseinsteigern die Orientierung zu erleichtern. Diese Informationen beziehen sich nicht konkret auf Ausbildungsprozesse, Einstiegsmöglichkeiten oder Berufsbilder bei C&A.