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Upcycling von Kleidung – praktische wiederverwendbare DIY-Tücher

Upcycling von Kleidung - praktische wiederverwendbare DIY-Tücher

Zero-Waste-Lifestyle in Küche und Badezimmer

Das Thema Zero Waste und der nachhaltige Umgang mit Konsumgütern gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein Ziel ist es, auf die unzähligen Einwegprodukte im Alltag zu verzichten und Alternativen zu schaffen. Sowohl in der Küche als auch im Badezimmer fallen eine ganze Menge an Wegwerfprodukten an, wie zum Beispiel Küchenrolle, Wattepads, Abschminktücher oder auch die Baby-Feuchttücher.

Das Upcycling von gebrauchten Kleidungsstücken und anderen Haushaltstextilien schafft nachhaltige Alternativen zu vielen Wegwerfprodukten. Mit unserer einfachen Schritt-für-Schritt-Nähanleitung können Sie alten Kleidungsstücken ganz einfach neues Leben einhauchen. Gleichzeitig ersetzen Sie die Einweg-Alltagshelfer durch waschbare und wiederverwendbare Mehrzwecklösungen.

Das richtige Material für Upcycling-Tücher

Bei der Auswahl der richtigen Materialien ist es wichtig, dass die Textilien dem zukünftigen Nutzen der Upcycling-Idee gewachsen sind. Die Pflegeeigenschaften, die Strapazierfähigkeit und die Haptik des Upcycling-Stoffes sind entscheidend für die spätere Verwendung.

Pflegeeigenschaften des Upcycling-Stoffes

Verschiedene Kleidungsstücke aus pflanzlichen Fasern: Textilien und Handtücher aus Baumwolle, Viskose oder Leinen

Für die Funktionalität Ihrer selbstgenähten Alltagshelfer ist die Wahl der richtigen Stoffe von grosser Bedeutung. Im Haushalt und im Hygienebereich spielen die Pflegeeigenschaften des Materials daher eine wesentliche Rolle.

Zunächst ist die Saugfähigkeit des Materials entscheidend. Sowohl im Badezimmer als auch in der Küche kommen wir nur selten ohne Wasser oder andere Flüssigkeiten aus. Daher sollte der Stoff Nässe gut aufnehmen können. Ausserdem kommt es auf die Temperaturbeständigkeit des Materials an. Um aufgenommene Verschmutzungen und Bakterien hygienisch einwandfrei zu entfernen, sollte der Stoff bei hohen Temperaturen waschbar sein.

Pflanzliche Fasern wie Baumwolle und Viskose bringen beide dieser Eigenschaften mit. Stoffe aus Baumwolle oder Viskose gelten als besonders pflegeleicht, da sie Feuchtigkeit sehr gut aufnehmen und bei hohen Temperaturen gewaschen werden können. Für die Verwendung als Kosmetik- oder Babytücher bestechen pflanzliche Fasern zusätzlich mit einer weiteren positiven Eigenschaft – einer guten Hautfreundlichkeit.

AchtungNicht selten sind Stoffe aus einem Fasergemisch. Besteht ein Textil nur zum Teil aus pflanzlichen Fasern, verändern die zugesetzten synthetischen oder tierischen Fasern die Eigenschaften des Stoffes.

AchtungNicht selten sind Stoffe aus einem Fasergemisch. Besteht ein Textil nur zum Teil aus pflanzlichen Fasern, verändern die zugesetzten synthetischen oder tierischen Fasern die Eigenschaften des Stoffes.

Haptische Beschaffenheit des Upcycling-Stoffes

Die Bedingungen an die Pflegeeigenschaften für DIY-Tücher sind sowohl bei der Verwendung als Kosmetiktuch als auch als Küchentuch gleich. Geht es jedoch um die Haptik und somit um das Gefühl des Stoffes auf der Haut, gibt es hier je nach Einsatzgebiet grosse Unterschiede.

Sollen die DIY-Mehrzwecktücher für die Reinigung von Oberflächen in Küche und Bad verwendet werden, ist eine angenehme Haptik für die Haut eher unwichtig. Das Augenmerk liegt auf der Saugfähigkeit und der Temperaturbeständigkeit des Stoffes. Daher eigenen sich hierfür auch weniger weiche Materialien. Für die kosmetische Anwendung wie beispielsweise als Abschminktuch, Wattepad oder Baby-Feuchttuch sollte die Oberflächen des Stoffes weich sein. Hier empfehlen sich zum einen glatte Stoffe von Blusen oder T-Shirts und zum anderen besonders weiche Frottee-Stoffe von Handtüchern und Bademänteln oder auch Vliesstoffe aus Baumwolle oder Viskose.

CheckFür alle Nähanfänger sind Stoffe mit einer eher geringen Elastizität zu bevorzugen, da sich diese leichter verarbeiten lassen.

CheckFür alle Nähanfänger sind Stoffe mit einer eher geringen Elastizität zu bevorzugen, da sich diese leichter verarbeiten lassen.

Upcycling: Nähanleitung für nützliche DIY-Tücher aus alter Kleidung

Wiederverwendbare Küchen-, Abschmink- oder Babytücher aus gebrauchter Kleidung sind auch für Nähanfänger leicht genäht. Wer keine Nähmaschine hat, kann die DIY-Tücher natürlich auch mit der Hand nähen. Da meist mehrere von solchen nützlichen Alltagshelfern benötigt werden, ist eine einfache Haushaltsnähmaschine dennoch von Vorteil.

Neben einer Nähmaschine benötigst Du:

  • Kleidungsstücke oder Haushaltstextilien aus pflanzlichen Fasern wie Baumwolle, Leinen oder Viskose
  • Garn in einer zu den Stoffen passenden Farbe
  • Stoffschere
  • Massband oder Lineal
  • Wasserlöslichen Stift oder speziellen Markierstift
  • Blatt Papier
  • Stecknadeln
  • Bügeleisen – das ist aber kein Muss
Benötigte Utensilien für die Nähanleitung der DIY-Tücher – Stoffe, Schere, Garn, Massband und Lineal

Haben Sie sich alle Utensilien bereitgelegt, können Sie mit dem Nähen der Upcycling-Tücher aus Ihrer gebrauchten Kleidung auch schon beginnen:

Beim Upcycling alter Klamotten ist es zunächst sinnvoll, das Kleidungsstück in seine Einzelteile zu zerlegen. Schneiden Sie dazu an den Nähten des T-Shirts, der Bluse oder Ähnlichem entlang.

Am einfachsten ist es, die DIY-Tücher rechteckig zu gestalten. Hierbei ist ein Mass von 14 mal 20 Zentimeter eine gute Grösse, da diese ungefähr die Fläche einer Hand abdeckt. Je nach Verwendungszweck können Grösse und Form abgewandelt werden. Wiederverwendbare Wattepads können Sie beispielsweise in einer kleineren Grösse und rund nähen.

Zuschnitt der Einzelteile für das DIY-Tuch mit vorbereiteter Schablone

Zeichnen Sie mit einem wasserlöslichen Stift ein Rechteck auf eines Ihrer Stoffstücke. Alternativ können Sie sich eine Schablone aus einer Pappe herstellen. Der Vorteil der Schablone: Sie können diese aufbewahren und wiederverwenden, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt weitere DIY-Tücher nähen möchten.

Beachten Sie beim Vorbereiten der Schnittteile die sogenannte Nahtzugabe, da Ihr Tuch sonst kleiner wird als ursprünglich geplant. Geben Sie daher zu jeder Kante Ihres Rechtecks noch einen weiteren Zentimeter hinzu. Somit ist Ihr aufgezeichnetes Rechteck nun 15 mal 21 Zentimeter gross.

Im nächsten Schritt werden die Stoffstücke zugeschnitten. Legen Sie dazu mehrere Lagen Stoff übereinander, um Zuschnitt-Arbeit zu sparen. Fixieren Sie die Stofflagen vor dem Schneiden zusätzlich mit ein paar Stecknadeln, um das Verrutschen der einzelnen Lagen zu vermeiden. Wählen Sie je nach Stoffdicke nur so viele Lagen, dass Sie mit der Stoffschere reibungslos durchkommen.

Legen Sie anschliessend zwei der Stoffstücke bereit, um diese miteinander zu verbinden. Hierbei ist es sinnvoll, zwei unterschiedliche Stoffe zu verwenden. Bei Stoffen mit Mustern lohnt sich die Kombination mit einem einfarbigen Material. Bestehen Ihre zwei Stoffstücke aus eher dünneren Textilien, dann nehmen Sie einfach eine weitere Stofflage hinzu. Hierbei ist die Wahl der Farbe und der Haptik unwichtig, da diese im Inneren des Tuches verschwindet.

Nehmen Sie nun die beiden Stoffstücke und legen Sie diese rechts auf rechts aufeinander, um anschliessend einen Zentimeter breit von der Stoffkante entfernt um das Rechteck zu nähen. Dabei sollten Sie nach den ersten drei, vier Stichen kurz rückwärts nähen, um den Nahtanfang zu verriegeln. Hören Sie etwa zwei bis drei Zentimeter bevor Sie an den Anfang Ihrer Naht treffen mit dem Nähen auf, um eine Öffnung zu lassen. Verriegeln Sie auch das Ende der Naht, indem Sie ein paar Stiche rückwärts und anschliessend wieder vorwärts nähen. Legen Sie im Falle einer dritten Lage das weitere Stück Stoff einfach auf die beiden rechts auf rechts gelegten Stoffstücke.

Zwei Stoffteile mit der Nähmaschine zusammennähen

InformationEin Stoff hat immer eine rechte und eine linke Seite. Als die schönere gilt dabei die rechte, sie zeigt bei Kleidungsstücken immer nach aussen.

InformationEin Stoff hat immer eine rechte und eine linke Seite. Als die schönere gilt dabei die rechte, sie zeigt bei Kleidungsstücken immer nach aussen.

Wenden des Näherzeugnisses – Ecken ordentlich ausstreifen

Wenden Sie nun die beiden miteinander verbundenen Lagen Stoff, indem Sie das Innere durch die Öffnung nach aussen holen. Achten Sie darauf, dass Sie die Kanten und auch die Ecken gut ausstreichen, um wieder ein Rechteck zu bekommen. Eine gute Hilfestellung ist hierbei das Bügeleisen, mit dem Sie die gewendeten Kanten fixieren können. Bei einem Tuch aus drei Lagen Stoff, wenden Sie das Tuch so, dass die beiden ursprünglichen Lagen aussen sind und die dritte im Inneren verschwindet.

Nähen Sie im letzten Schritt eine füsschenbreite Ziernaht um das Rechteck herum, um zum einen die Wendeöffnung zu schliessen und zum anderen die Form des Rechtecks dauerhaft zu fixieren. Füsschenbreit bedeutet, dass Sie die Kante Ihres Nähmaschinenfusses an der äusseren Kante des Näherzeugnisses anlegen.

Und fertig ist Ihr wiederverwendbares DIY-Tuch, das Sie je nach Material als Küchen- oder Kosmetiktuch nutzen können.

Füsschenbreite Ziernaht zur Schliessung der Öffnung und Fixierung der Form

Allzwecktücher für die Küche selbst nähen

Fertiges selbstgenähtes Tuch als Upcycling-Hilfsmittel in der Küche

Mit ausreichend selbstgenähten Küchentüchern aus saugstarker, strapazierfähiger und hitzebeständiger Baumwolle können Sie die Küchenrolle im Handumdrehen aus Ihrer Küche verbannen. Wodurch Sie eine Menge Müll vermeiden.

Alte T-Shirts, Sweatshirt oder auch Flanellhemden sind eine gute Grundlage für die DIY Tücher. Da wie bereits erwähnt, die Haptik für die Nutzung in der Küche keine grosse Rolle spielt, sind hier zwei Lagen Stoff ausreichend.

Gerade in der Küche trifft das DIY-Tuch auf viele Verschmutzungen und Bakterien, weshalb die Reinigung besonders wichtig ist. Daher sollten Sie die Küchentücher bei mindestens 60 Grad waschen. Das Waschen bei 60 Grad ist in der Regel ausreichend, um die Verunreinigungen zu entfernen. Wer jedoch kein Risiko eingehen möchte, kann die Tücher auch bei 90 Grad waschen.

DIY-Abschminktücher für das Badezimmer

Die DIY-Tücher aus Upcycling-Stoffen können im Badezimmer nicht nur Abschminktücher sondern auch Wattepads ersetzen. Hier ist es ratsam, für die Herstellung zwei unterschiedliche Stoffe zu verwenden. Sehr gut eignet sich die Kombination aus einem weichen Frottee-Stoff von alten Handtüchern, Waschlappen oder einem Bademantel und einem glatten Blusenstoff.

Der Frottee-Stoff bringt in der Regel eine ausreichende Dicke mit, sodass hier ebenfalls zwei Lagen Stoff ausreichend sind. Verwenden Sie dünnere Materialen, sollten Sie beim Nähen auf eine dritte Lage zurückgreifen.

Da einige Kosmetikprodukte, wie Mascara, Eyeliner und Co., starke Verunreinigungen beziehungsweise Verfärbungen verursachen, ist es eine gute Wahl, farbige Stoffe für die Upcycling-Tücher zu verwenden. So sind leichte Verfärbungen, die sich durch das Waschen nicht entfernen lassen, weniger sichtbar. Auch die DIY-Abschminktücher können je nach Verschmutzungsgrad bei 60 oder 90 Grad gewaschen werden. Allerdings ist ein Waschgang bei 60 Grad schonender für die Umwelt.

Fertiges selbstgenähtes Tuch als Upcycling-Kosmetiktuch im Badezimmer

Baby-Feuchttücher selbst herstellen

Das feuchte Babytuch unterscheidet sich zunächst in der Herstellung nicht von dem oben beschriebenen DIY-Kosmetiktuch. Sie können dafür sowohl die gleichen Materialien als auch dieselbe Grösse und Nähanleitung verwenden.

Ist das Tuch fertig genäht, können Sie ganz leicht eine Flüssigkeit herstellen, in der Sie das Tuch tränken und anschliessend leicht auswringen, sodass es zwar feucht, aber nicht nass ist. Für die Herstellung der Flüssigkeit benötigen Sie:

  • 500 ml destilliertes oder abgekochtes Wasser
  • Einen Teelöffel Kokosöl und einen Teelöffel Sonnenblumenöl
  • Einen Topf
  • Einen Löffel

Um die reinigende Flüssigkeit für das Babytuch herzustellen, erwärmen Sie das Wasser in einem Topf auf 30 bis 40 Grad. Fügen Sie anschliessend das Kokosöl hinzu und rühren Sie so lange, bis es sich komplett aufgelöst hat. Wiederholen Sie diesen Schritt mit dem Esslöffel Sonnenblumenöl, bis in der Flüssigkeit keine einzelnen Bestandteile mehr sichtbar sind. Befeuchten Sie nun Ihre selbstgemachten Upcycling-Tücher mit der reinigenden Flüssigkeit. Bewahren Sie die DIY-Tücher in einem verschliessbaren, luftdichten Gefäss auf, um die Feuchtigkeit zu erhalten.

Fazit

Selbstgenähte wiederverwendbare Tücher sind eine einfache Upcycling-Idee, um den Zero-Waste-Lifestyle in den eigenen Haushalt zu integrieren. Der bewusste Verzicht von Wegwerfprodukten reduziert nicht nur den eigenen Haushaltsmüll, sondern schont die Umwelt und den Geldbeutel zugleich.

Für alle, die noch mehr Einwegprodukte wie Küchenrolle, Abschmink- oder Babytücher aus ihrem Haushalt verbannen wollen, gibt es neben den nützlichen DIY-Tüchern viele weitere Upcycling-Ideen zum Nachmachen, wie zum Beispiel Abdeckhauben als Frischhaltefolienersatz aus einer Regenjacke.