Zelten auf dem Campingplatz: Wie findest du einen passenden Zeltplatz?
In der Schweiz ist Wildcampen nicht grundsätzlich verboten. Jedoch solltest du dich vorab über die kantonalen Regelungen informieren, da Wildcamping in manchen Kantonen tatsächlich nicht erlaubt ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass naturnahes Campen hierzulande nicht möglich ist. Im Gegenteil findest du in der Schweiz und in vielen unserer Nachbarländer eine Vielzahl an gut ausgestatteten Campingplätzen in idyllischer Lage, auf denen du ganz legal übernachten kannst.
Welche Voraussetzungen du vor Ort vorfindest, unterscheidet sich jedoch nach der Art und Ausstattung des Platzes. Hier ein kleiner Überblick, worauf du bei der Auswahl eines geeigneten Zeltplatzes achten solltest:
Zelten auf gemischten Campingplätzen
Vor allem beim Zelten mit Kindern oder als Camping-Einsteiger sind reguläre Campingplätze eine bewährte Option. Klassische Campingplätze werden oft gemischt genutzt. Das heisst, du findest sowohl Bereiche für das Zelt-Camping als auch Stellplätze für Wohnmobile und Caravans vor.
Als Zelt-Camper solltest du daher bereits bei der Buchung explizit einen Platz anfragen, der für Zelte vorgesehen ist. Für das Zelten auf dem Campingplatz sind Zeltwiesen abseits der Parzellen für die Fahrzeuge vorgesehen, die ruhiger, oft etwas schattiger und vor allem dafür geeignet sind, Zeltheringe in den Boden zu schlagen.
Vor allem für Familien und Camping-Einsteiger stellen reguläre Campingplätze eine verlässliche Wahl dar. Sie bieten meist eine gute Infrastruktur – von Sanitäranlagen über Stromanschlüsse bis hin zu Brötchenservice oder Spielplätzen. Auch bei längeren Aufenthalten oder schlechtem Wetter bieten Campingplätze durch Wasch- und Trockenräume, überdachte Aufenthaltsbereiche oder kleine Läden einen echten Mehrwert.
Zelten auf Naturcampingplätzen & Übernachten auf Biwakplätzen
Wenn du ein ursprünglicheres Naturerlebnis suchst, wirst du eher auf Naturcampingplätzen fündig. Diese Plätze sind meist kleiner und einfacher gehalten, dafür aber auch ruhiger und oft besonders reizvoll inmitten der Natur gelegen – etwa in einem Wald oder am Ufer eines Sees. Naturcampingplätze verfügen grösstenteils nicht über Unterhaltungs- oder Komfortangebote, jedoch sind Sanitäranlagen und/oder Stromversorgung in der Regel vorhanden.
Eine spannende Alternative zum Zelten für wahre Outdoor-Fans, die längere Wander- oder Radtouren planen, ist das Biwakieren. Dabei handelt es sich um das Übernachten unter freiem Himmel, also ohne Zelt. Informiere dich vorab über die geltenden gesetzlichen Bestimmungen und behandle deine Umgebung rücksichtsvoll. Bei der Wahl eines geeigneten Biwakplatzes kannst du vorab kontrollieren, dass du keinen sensiblen Lebensraum störst und keinen erhöhten Naturgefahren wie z. B. Hochwasser ausgesetzt bist.
Praxis-Tipp: So kannst du einen geeigneten Zeltplatz finden
Nicht jedes schöne Fleckchen Erde ist automatisch ein guter Standort für dein Zelt. Die Umgebung und vor allem auch die Bodenbeschaffenheit spielen eine wichtige Rolle für einen komfortablen und sicheren Aufenthalt. Achte daher bei der Wahl deines Zeltplatzes auf folgende Aspekte:
Ebener Untergrund: Grundsätzlich sollte der Boden unter deinem Zelt möglichst flach und frei von Steinen, Wurzeln oder spitzen Ästen sein. Am besten eignen sich Wiesen und Waldböden.
Keine Senken oder Mulden: In weichen, tiefer liegenden Bodenbereichen sammelt sich bei Regen schnell Wasser. Hier riskierst du, dass dein Zelt feucht wird und schimmelt oder sogar Wasser ins Zeltinnere eindringt.
Schattige, windgeschützte Stellen: Suche dir eine Stelle aus, die witterungsgeschützt ist (etwa hinter Büschen oder unter einem Felsvorsprung). Auch Bäume können Schatten spenden und durch ihr Blätterdach sogar vor Regen schützen. Hier ist aber Vorsicht geboten: Zelte niemals unter alten oder morsch wirkenden Bäumen, da hier die Gefahr von herabfallenden Ästen besteht.
Abstand zu Gewässern: Halte einen Abstand von etwa 60 bis 100 Meter zu Seen und Flüssen ein. Fliessende Gewässer können vor allem in Gebirgsregionen bei Regen schnell anschwellen, während sich in der unmittelbaren Nähe von stehenden Gewässern gern Mücken tummeln.